Aus den Augen, aus dem Sinn

Der Begriff Cloud könnte bald vergessen sein

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Die Cloud ist bald so stark in den normalen Geschäftsbetrieb integriert, dass es keinen besonderen Begriff mehr braucht.
Die Cloud ist bald so stark in den normalen Geschäftsbetrieb integriert, dass es keinen besonderen Begriff mehr braucht. (Bild: © ktasimar - stock.adobe.com)

Lange hat es gedauert, bis sich Cloud Computing als besondere Form der Bereitstellung von IT-Infrastrukturen und -Applikationen sowohl als Begriff als auch in der praktischen Anwendung durchgesetzt hat. Inzwischen kommt eigentlich kein Unternehmen mehr ohne Cloud-Nutzung aus.

Dennoch könnte der Begriff „Cloud“ bald wieder aus dem Gedächtnis der Anwender gelöscht sein. Und bereits heute kennt jeder dritte Jugendliche den Begriff überhaupt nicht, bringt eine aktuelle Untersuchung von Citrix ans Licht. Das Unternehmen beauftragte das Marktforschungsinstitut Censuswide mit einer Online-Befragung, an der 3.250 IT-Entscheider aus Unternehmen mit mindestens 250 Mitarbeitern aus Deutschland und Frankreich (je 1.000 Teilnehmer), dem Vereinigten Königreich (700 Befragte) und den Niederlanden (500 Antworten) teilnahmen. Zeitgleich wurden von Censuswide 3.500 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 15 Jahren befragt. Davon stammten Je 1.000 aus Deutschland, dem Vereinigten Königreich und Frankreich sowie 500 aus den Niederlanden.

Jugendliche Nutzer verwenden Cloud--Services ganz selbstverständlich, ohne wissen zu wollen, was genau dahintersteckt.
Jugendliche Nutzer verwenden Cloud--Services ganz selbstverständlich, ohne wissen zu wollen, was genau dahintersteckt. (Bild: Citrix)

Eine deutliche Mehrheit der hiesigen IT-Entscheider (83,5 %) ist demnach überzeugt, dass die Cloud wichtig ist für den Geschäftserfolg deutscher Unternehmen. Mehr als jeder fünfte (22,6 %) glaubt aber, dass der Begriff „Cloud“ bis 2025 keine Rolle mehr spielen wird. Im europäischen Vergleich sind es sogar noch mehr. Hier bescheinigt mehr als jeder vierte der befragten IT-Entscheider (27,3 %) dem Begriff eine Halbwertszeit bis 2025 oder kürzer. Am wenigsten Festhalten am Cloud-Begriff gibt es in den Niederlanden, wo ganze 42,4 Prozent an sein Verschwinden bis 2025 glauben. Interessant ist zudem, dass bereits heute rund ein Drittel (33,6 %) der IT-Entscheider in Deutschland den Begriff Cloud ganz bewusst nicht in Gesprächen mit dem Vorstand nutzen. Sie finden ihn zu technisch, kompliziert oder verwirrend für diese Zielgruppe.

Nicht mehr besonders nennenswert

Die Gründe für das Verschwinden des Begriffs Cloud sehen die deutschen IT-Entscheider dabei vor allem in der Alltäglichkeit der Cloud-Nutzung. Fast drei Viertel der deutschen IT-Entscheider (44,6 %), die an ein Verschwinden des Cloud-Begriffes glauben, sehen die Cloud so stark in den normalen Geschäftsbetrieb integriert, dass es in Zukunft keinen besonderen Begriff mehr dafür brauche. Nur etwas weniger (42,2 %) meinen, dass der Schwerpunkt künftig noch stärker auf dem Nutzen von Cloud-Diensten und -Lösungen liegen wird, statt auf der Technologie dahinter.

Genau das lässt sich bereits heute bei einer parallel befragten Gruppe von Jugendlichen zwischen 12 und 15 Jahren in Deutschland beobachten. Fast zwei Drittel von ihnen (64,5 %) sagen, dass ihnen Back-up Services für Daten und Fotos wichtig seien, 56,5 Prozent sagen dies über Online-Speicher. Jedoch kennt mehr als ein Drittel (34,4 %) den Begriff Cloud als solches nicht. Zudem geben 39,1 Prozent an, den Begriff Cloud maximal im Informatikunterricht der Schule zu verwenden. Sie nutzen also ganz selbstverständlich Cloud-Dienste, ohne den Begriff in ihren Sprachschatz aufgenommen zu haben.

Dieser lässige und selbstverständliche Umgang sollte auch Arbeitgebern zu Denken geben, betont Dirk Pfefferle, Area Vice President Central Europe bei Citrix: „Cloud-Dienste und -Lösungen haben unser Privat- wie Berufsleben in einem rasanten Tempo bereichert. Die Cloud scheint vor allem für junge Nutzer der Generationen Y und Z zu einer Selbstverständlichkeit geworden zu sein. Was wir gestern im Privaten gesehen haben, kommt heute im Beruflichen an.“ Wenn Unternehmen also zukünftig junge Arbeitskräfte begeistern wollten, müssten sie Lösungen für modernes, cloud-basiertes Arbeiten bieten - egal wie sie es am Ende nennen.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45379071 / Allgemein)