Cloud Computing ist mittlerweile ein Standard in der IT, dem sich nun auch der Bankensektor öffnet. Nach anfänglichem Zögern legen die Finanzinstitute ihre Skepsis jetzt ab und haben erkannt: Die Chancen überwiegen die Risiken.
Der Bankensektor legt seine Skepsis gegenüber Cloud-Lösungen zunehmend ab und es reift die Erkenntnis, dass die Chancen von Cloud-Computing gegenüber möglichen Risiken überwiegen.
Cloud Computing ist mittlerweile ein Standard in der IT, dem sich nun auch der Bankensektor öffnet. Nach anfänglichem Zögern legen die Finanzinstitute ihre Skepsis jetzt ab und haben erkannt: Die Chancen überwiegen die Risiken.
Die Vorteile von Cloud-Lösungen sind unumstritten, jedoch waren deutsche Finanzinstitute lange zögerlich, Teile ihrer digitalen Infrastruktur und Prozessabläufe in die Cloud auszulagern. Dieser Umstand ist insbesondere den Sicherheitsbedenken sowie den strengen regulatorischen Anforderungen und Datenschutzvorschriften in Deutschland geschuldet.
So stellt sich nun nicht mehr die Frage, ob die Cloud eingesetzt wird, sondern welches Modell am besten passt. Banken setzten bislang vor allem auf die private Cloud. Dieser Ansatz hat zwei Vorteile: Bestehende Anwendungen können mühelos in diese Cloud-Lösung migriert und Compliance-Vorgaben einfacher erfüllt werden. Aber auch die Public und Hybrid Cloud gewinnen immer mehr an Relevanz.
Vorteile und Chancen überwiegen
Für welchen Cloud-Ansatz sich eine Bank letztlich auch entscheidet, sie profitiert mit Cloud Computing auf vielen Ebenen. Während früher Cloud-Lösungen zum Einsatz kamen, um insbesondere Kosten einzusparen – indem Ausgaben für die IT-Infrastruktur und Rechnerkapazitäten verringert wurden – spielen heute andere Aspekte eine weitaus entscheidendere Rolle. Mit einer Cloud-Lösung können Banken ihre technologischen Prozesse optimieren, was wiederum die Flexibilität und Agilität des gesamten Unternehmens nachhaltig verbessert. Das wiederum fördert Innovationen, beschleunigt Produktentwicklungen und verkürzt Markteinführungszeiten – eine Grundvoraussetzung, wenn man auf einem so kompetitiven Markt wie dem Bankensektor seine Wettbewerbsfähigkeit erhalten und erhöhen möchte.
Die Cloud-Nutzung bringt gerade kleinen und mittleren Banken den Vorteil, dass auch sie moderne Software nutzen können, um neue Services und Dienstleistungen auf den Markt zu bringen. Ohne dafür selbst eine eigene IT-Infrastruktur aufbauen zu müssen. Ein weiterer ausschlaggebender Grund für die Cloud-Nutzung ist: Immense Mengen an Daten lassen sich am effizientesten in der Cloud verwalten und analysieren. Das Datenvolumen wird immer größer und komplexer und stellt Verantwortliche in Banken vor die Herausforderung, wie man diese Mengen noch nutzbringend verarbeiten kann. Mit Big-Data-Plattformen macht Cloud Computing den gesamten Prozess für kleine, mittlere und große Unternehmen einfacher und zugänglicher. Cloud-Services ermöglichen es Banken, die Datensicherheit und die Ausfallsicherheit ihrer Systeme zu erhöhen und von einer deutlich besseren Rechenleistung zu profitieren.
Vor dem Hintergrund, dass viele Banken noch selbstverwaltete Legacy-Systeme nutzen, sollte die Unterstützung eines Cloud-Anbieters herangezogen werden. Finanzinstitute profitieren von einer robusten IT-Architektur der Anbieter, die rund um die Uhr verfügbar und vor Ausfällen geschützt ist. Sicherheitsbedenken waren lange Zeit einer der Gründe für die Zurückhaltung der Banken bei der Cloud-Adaption. Doch können auch bei Sicherheitsfragen spezialisierte Cloud- Dienstleister besser helfen, beispielweise wenn es darum geht, sich gegen einige Arten von Cyber-Angriffen zu schützen. Dazu gehören unter anderem DDoS-Attacken, die den Ausfall des Cloud-Services zum Ziel haben.
Der Geldautomat aus der Wolke
Bislang von der Cloud ausgenommen sind Geldautomaten. Angesichts des zunehmenden Drucks auf Banken, den Kunden noch stärker in den Fokus zu rücken, müssen Finanzinstitute diesem Versäumnis entgegenwirken. Um die Qualität des Kundenservices zu verbessern, sollten Banken erneut die Art und Weise überdenken, wie sie den Touchpoint „Geldautomat“ und die damit verbundenen Services betreiben.
Geldautomaten, die die Cloud-Technologie nutzen, könnten nahtlos in eine Omnichannel-Strategie eingebunden werden. Eine cloud-basierte Architektur macht die Verwaltung von ATM-Netzwerken wesentlich kosteneffizienter und produktiver. Sie bietet die Fähigkeit und Ressourcen zu schnellen zentralen Updates von Geldautomaten. Dadurch können neue Dienste und Interface-Änderungen schnell und effektiv eingeführt können. Der Betrieb cloud-basierter Geldautomaten-Software wird wahrscheinlich viel schneller Innovationen auslösen, indem sie eine schnellere Markteinführung neuer Dienste und Funktionalitäten für (potenzielle) Kunden ermöglicht.
Stand: 08.12.2025
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Angesichts der Daten und der Bargeldbestände in den Geldautomaten und des Zugangs, den sie als Endgerät zum restlichen Netzwerk einer Bank bieten, ist die Sicherheit der Kundenkanäle von entscheidender Bedeutung für Banken. Schwachstellen in Geldautomaten stammen in der Regel von einem böswilligen Endbenutzer, der Zugriff auf das Gerät hat. Diese Taktik ist am erfolgversprechendsten. Anbieter von ATM-Software, die bei diesem Thema mit Banken zusammenarbeiten, müssen über einen angemessenen Plan zur Bewältigung von Sicherheitsbedenken verfügen. Methoden wie Verschlüsselung, Masking und Whitelisting sind alle in einem Cloud-basierten Ansatz verfügbar, um die Sicherheit von Geldautomaten zu verwalten und Angriffe auf den Endpunkt zu verhindern.
Herausforderung „Umzug“ angehen
Neben der fehlenden Verankerung der Cloud als Teil der gesamten Unternehmensstrategie, ist es die Unsicherheit in Bezug auf regulatorische Anforderungen, die Banken davon abhalten, ihre Systeme in die Cloud zu migrieren. Aus IT-Sicht erschweren technische Altlasten und die schlechte Vereinbarkeit der neuen Technologie mit veralteter Bank-IT die Migration. Der damit verbundene Zeit- und Ressourcenaufwand, Cloud-Technologien und die bestehende Infrastruktur zusammenzubringen, schreckt viele Banken ab. Die Cloud-Adaption sehen viele Banken als Mammutaufgabe. Nichtsdestotrotz sollte diese Herausforderung auch als Chance wahrgenommen werden.
Auch wenn der Übergang von alter zu cloud-basierter IT-Infrastruktur nicht einfach ist, so kann er gelingen, wenn man einige Punkte beachtet:
API-(Application Programming Interface)-Schnittstellen eignen sich am besten für die Integration heterogener Systeme. Wenn es möglich ist, eine API zu definieren, um auf einen bestimmten Dienst oder bestimmte Daten zuzugreifen, kann die Integration vereinfacht werden.
Eine flexible Integrationsschicht ermöglicht es, Probleme während der Migration zu beheben. Es empfiehlt sich zum Austausch einer alten IT-Infrastruktur – ohne dass Services oder Funktionen unterbrochen werden – eine gewisse Zeit der Dualität zu bewältigen.
Das Ziel des Projekts muss klar vor Augen sein. Auch Zwischenschritte können nützlich sein, wenn eine klare Roadmap zur Zielarchitektur entworfen wird. Andernfalls kann es zu Programmfehlern kommen, einer Dysfunktion des Hybridsystems oder mangelnder Effizienz.
Eine komplexe Aufgabenstellung wie die Cloud-Migration erfordert auch besondere Kompetenzen bei den Mitarbeitern. Wenn technologisches Know-how sowie Erfahrungswerte in der Implementierung und dem Betrieb neuer Technologien fehlen, kann der Erfolg des gesamten Projekts bedroht sein.
Der Schlüssel zur erfolgreichen Cloud-Adaption liegt darin, die Technologie und die Einsatzmöglichkeiten zu verstehen sowie Fähigkeiten innerhalb des Teams aufzubauen. Zudem wird die Anpassung von Prozessen und die Umgestaltung der Organisation und Strukturen vonnöten sein. Wenn diese Punkte bei einer sorgfältig geplanten, integrierten Cloud-Implementierungs- und Sicherheitsstrategie beachtet werden, wird auch der Umzug in die Cloud seinen Schrecken verlieren.
Banken und Drittanbieter kommen zusammen
Im Hinblick auf den zunehmenden Konkurrenzdruck durch Challenger-Banken und FinTech-Unternehmen, ist eine Zunahme der Cloud-Nutzung im Bankwesen zu erwarten. Denn Cloud Computing fördert und erleichtert die Zusammenarbeit mit diesen neuen Marktteilnehmern in einem komplexen Ökosystem.
Carmine Evangelista, Auriga SpA.
(Bild: Antonio & Roberto Tartaglione)
Mithilfe von Open-Banking-Technologien und APIs bleibt den Banken keine andere Wahl als mit Third Party Providern zusammenzuarbeiten, Kundendaten auszutauschen und gemeinsam neue Dienste über offene Schnittstellen zu entwickeln. Und das ist auch gut so: Banken sollen in der Lage sein, neue technologische Entwicklungen zu nutzen, um Dienstleistungen und Produkte anzubieten, die sich Kunden wünschen – dadurch wird gleichzeitig die Bindung zur Bank gestärkt.
* Der Autor Carmine Evangelista ist Chief Technology Officer bei Auriga SpA, einem italienischen Anbieter von Banking-Software.