Edge, Core oder Cloud? Grundlagen effizienter Speicherlösungen

Ein Gastbeitrag von Jörg Schweinsberg* 6 min Lesedauer

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Die Datenmenge wächst, und Unternehmen beschäftigen sich mehr und mehr damit, wie sie dieses Datenwachstum managen können. Das zeigt beispielsweise eine Bitkom-Umfrage, in der zwei Drittel der befragten Unternehmen für 2024 plante, in Cloud-Lösungen zu investieren, um die anfallenden Daten zu speichern. Dabei ist die Cloud bei weitem nicht die einzige Möglichkeit, Daten sicher abzulegen.

Wachsende Datenmengen wollen effizient verwaltet werden. SDS-Lösungen können für Unternehmen eine Option sein.(Bild:  ©4X-image, Getty Images Signature via Canva.com)
Wachsende Datenmengen wollen effizient verwaltet werden. SDS-Lösungen können für Unternehmen eine Option sein.
(Bild: ©4X-image, Getty Images Signature via Canva.com)

Interessant ist, vor allem für Mittelständler, die Frage, wie die strategische Planung von Infrastruktur gelingen kann, um sich auf die zunehmende Digitalisierung bestmöglich vorzubereiten. Ein zentraler Aspekt bei ebendieser Planung ist der Ort: wo die Daten anfallen, wo sie gespeichert und wie sie dort möglichst effizient verwaltet werden können. Dazu sind heute drei Szenarien gängig: Core, Edge und Cloud.

Datenwachstum an Core, Cloud und Edge

Core ist die klassische, bekannte Variante, Daten in der unternehmenseigenen Infrastruktur zu speichern. Das mag in kleineren Betrieben ein eigener Serverraum sein, in größeren Unternehmen ein ganzes Rechenzentrum. Die IT-Infrastruktur läuft also im eigenen Haus – mit allen Vor- und Nachteilen.

Die Vorteile sind eindeutig: Unternehmen haben bei dieser Variante der Datenspeicherung alles in eigener Hand und damit vollkommene Kontrolle darüber, wer die Daten hat. Die Nachteile kommen dann zum Tragen, wenn Externe Zugriff auf diese Daten erhalten sollen, beispielsweise Geschäftspartner oder Kunden. Typisch beispielsweise bei Bestellvorgängen: Dabei wollen Unternehmen das eigenen Produktportfolio mit anderen teilen, damit diese möglichst einfach Informationen abrufen und Bestellungen tätigen können. Damit aus dem externen Zugriff kein Sicherheitsrisiko entsteht, muss hier genau überlegt werden, wie am besten vorgegangen werden kann.

In der Vergangenheit wurde dieses Problem oft so gelöst, dass getrennt Systeme aufgesetzt wurden und Externe nur Zugriff auf eines der beiden gewährt wurde. Das Problem: Der Aufwand, Daten doppelt vorzuhalten, ist enorm und die Gefahr groß, dass Informationen nicht aktuell sind. Um diesem Dilemma zu entgehen, lagern viele Betriebe Daten in die Cloud aus. Der Gedanke dahinter: Bei einer Datenspeicherung in der Cloud, bei der die Daten dementsprechend aus dem eigenen Rechenzentrum herausgenommen und mithilfe eines Cloud-Anbieters für externe Zugriffe bereitgestellt werden, müssen sich Unternehmen selbst erst einmal keine Gedanken um das Thema Datensicherheit machen, die Verantwortung dafür liegt dann beim Cloud-Anbieter.

Natürlich hat auch diese Variante nicht nur Vorteile. Die Daten sind nicht mehr im eigenen Zugriff, und die Wahl des Serverstandortes obliegt nicht dem Unternehmen selbst, sondern eben dem Cloud-Anbieter. Betriebe geben also Kontrolle ab, um weniger Aufwand mit Management und Sicherheit zu haben.

Vor allem in den letzten Jahren durch den Anstieg von IoT-fähigen Geräten kommt noch das Thema Edge dazu. Dabei werden die Daten direkt an den Geräten, an denen sie anfallen, gespeichert. Also beispielsweise an den Sensoren einer Maschine in der Produktionshalle, am Auto oder am Flugzeug. Das hat nicht nur die reine Datenmenge erhöht, sondern auch die Notwendigkeit, diese Daten zu transferieren. Denn um sie zu verarbeiten, mit anderen Daten zu kumulieren und diese dann als Ganzes zu analysieren, müssen sie in größere Datenspeicher abgelegt werden.

Effizient und günstig: Datenmanagement mit Software-definierten Speichern

Um die gesamten Daten, verteilt auf die unterschiedlichen Speicher, zentral, einfach und effizient zu managen, braucht es eine Software-Lösung, die all diese unterschiedlichen Punkte umfasst. Heute greifen deshalb immer mehr Unternehmen zu Software-definiertem Speicher (SDS). Dabei handelt es sich um eine Art von Speicherlösung, bei der die Verwaltung und Steuerung des Speichers von der physischen Hardware entkoppelt und stattdessen über Software erfolgt.

Im Gegensatz zu traditionellen Speicherlösungen, bei denen Hardware und Software stark miteinander verbunden sind, ermöglicht SDS eine flexible und dynamische Verwaltung von Speicherressourcen. Ihre Administration erfolgt über eine zentrale Managementkonsole, die Optionen wie Verwaltung (beispielsweise automatische Datenreplikation, Datensicherung, Deduplizierung und Komprimierung) sowie Optimierung bietet, unabhängig von der zugrunde liegenden Hardware-Infrastruktur. Im Endeffekt sorgt SDS also dafür, dass die Daten, unabhängig davon, wo sie abliegen, einfach verwaltbar sind und hochverfügbar bereitstehen.

Wichtig ist, dass die Lösung nicht branchenspezifisch ist, sondern für eine Vielzahl an Hardware und Systemen funktioniert. Die Vorteile dieser Speicherlösung liegen in ihrer Flexibilität, Effizienz und leichten Skalierbarkeit. Außerdem ermöglicht sie Kosteneinsparungen, weil die vorhandene Hardware dank SDS viel effizienter genutzt werden kann und Neuanschaffungen gänzlich vermieden oder zumindest seltener vorgenommen werden müssen. Auch im Bereich Ausfallsicherheit bietet SDS zusätzliche Sicherheit: Sie kann Mechanismen zur Datenreplikation und zur Verteilung von Daten über verschiedene Speichergeräte und Standorte bieten und damit das Risiko von Datenverlusten zu minimieren.

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Zentrales Speichermanagement in der Praxis

Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigen konkrete Beispiele am deutlichsten: In beiden Fällen, die ich skizzieren möchte, handelt es sich um Beispiele aus dem Bereich Objektspeicher einer digitalen Managementlösung.

Im ersten Fall geht es um verteilte Speicher, die über eine zentrale Stelle verwaltet werden können: Ein Hersteller von Mikrochips lässt in Taiwan in einer Fabrik Platinen fertigen. Sind diese fertiggestellt, wird ein Foto dieser Platinen aufgenommen, das wiederum in eine Objektlösung gespeichert und dann vollautomatisch nach Deutschland repliziert wird. Verantwortliche im Hauptsitz des Mikrochipherstellers in Deutschland analysieren und bewerten diese Fotos anschließend und prüfen, ob die Qualität der Produkte den gewünschten Standards entspricht. Für die Platinen, die einwandfrei sind, erteilt der Hersteller eine Freigabe, und erst wenn diese erfolgt ist, verlässt die Charge das Werk in Taiwan. Das heißt, Daten werden vor Ort, also on the edge gesammelt, zwischengespeichert und anschließend in das Hauptrechenzentrum übertragen. Dort erfolgen Kontrolle und Archivierung und nach erteilter Freigabe anschließend die Löschung der Daten in der Fabrik in Taiwan, um den Speicher dort wieder freizugeben.

Ein weiteres Einsatzszenario ist eine verteilte Lösung mit zentraler Verwaltung und Daten aus unterschiedlichen Quellen, die weiterverarbeitet und archiviert werden, und kommt aus der Luftfahrt. Hier geht es um Flugpläne. Zur Vorbereitung eines Flugs erhält der Pilot einen detaillierten Plan mit unterschiedlichen Informationen. Das können unter anderem Flughafenpläne sein, Informationen über den Flugzeugtyp, die Flugroute und das Wetter, wie viele Passagiere an Bord sind, wie viel Fracht zusätzlich mittransportiert werden muss und wie viel Sprit getankt werden sollte. All diese Informationen werden an unterschiedlichen Stellen vorgehalten; sie müssen also zunächst zusammengefügt werden, bevor der Pilot auf ihrer Basis sein Flugzeug programmieren kann. Die Sammlung und Zusammenführung der Informationen und ihre anschließende Bereitstellung wird über eine Management-Software mit KI-Funktionalitäten vorgenommen.

Das geht für europäische Flüge mittlerweile vollautomatisiert. Die Software legt die Daten auf einem zentralen Speicher bereit; von dort aus kann der Pilot sich diese dann auf sein Endgerät, beispielsweise ein Tablet, herunterladen. Am Ende seiner Reise wird zudem seine tatsächliche Flugroute automatisch digital archiviert. Interessant an diesem Beispiel ist, dass eine einzige Speicherplattform genutzt wird, um Daten zu sammeln, Flugpläne bereitzustellen, Flugzeuge zu programmieren, Flüge durchzuführen und Flugbahnen zu archivieren. Alle diese Prozesse werden auf derselben Plattform durchgeführt, was bedeutet, dass die Daten nie das System verlassen. Alles, einschließlich des Downloads, der Archivierung und der Verfügbarkeit, wird an einem Ort gehalten, was nicht nur die Effizienz und Verfügbarkeit erhöht, sondern auch den Bedarf an mehreren Systemen reduziert.

Modernes Datenmanagement beginnt beim Speicher

Jörg Schweinsberg, Channel Director Central Europe, DataCore.(Bild:  DataCore)
Jörg Schweinsberg, Channel Director Central Europe, DataCore.
(Bild: DataCore)

Die beiden Beispiele zeigen, dass die stetig wachsende Datenmenge Unternehmen vor die Herausforderung stellt, effiziente Lösungen zum Datenmanagement zu finden. Cloud-Lösungen sind beliebt, jedoch nicht die einzige Möglichkeit, Daten sicher zu speichern. Vor allem für Mittelständler stellt sich die Frage, wie sie sich strategisch auf die zunehmende Digitalisierung vorbereiten können. Dabei spielen die Speicherorte und die effiziente Verwaltung der Daten eine entscheidende Rolle. Die Nutzung von SDS-Lösungen bietet Unternehmen eine flexible, effiziente und kostengünstige Option für das Datenmanagement, unabhängig von den Speicherorten und optimal auf den eigenen Kontext anpassbar.

* Der Autor Jörg Schweinsberg ist Channel Director Central Europe bei DataCore.

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