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Bauchgefühl – eine nicht zu unterschätzende Komponente beim Treffen von Entscheidungen
Jenes Bauchgefühl sollte aber dennoch nicht außer Acht gelassen werden, insbesondere wenn Entscheidungen ad hoc getroffen werden müssen und die Zeit für langwierige Analysen fehlt. Darüber hinaus kann auch ein gutes Bauchgefühl als Ausgangspunkt für eine Analyse dienen.
Schaut man sich beispielsweise eine rudimentäre bzw. sehr anschauliche Fertigungsstraße in einer industriellen Produktion an, wo hier die Fließbänder teilweise 24/7 laufen und die vollautomatisch läuft, werden viele Entscheidungen getroffen. Beispielsweise wenn die Energieversorgung abbricht, wird automatisch die USV eingeschaltet. Sollte ein Industrieroboter einmal nicht mehr das machen, wofür er programmiert ist, wird das dann an die Software, die alle Steuerdaten sammelt und auswertet, geleitet. Prinzipiell wird die Fertigung allgemein überwacht und sollte das System Auffälligkeiten in der Fertigung entdecken, wird es gemeldet und anhand derer wird eine Entscheidung getroffen.
Ein Teil dieser Fertigungsprozesse mit den Mitarbeitern bildet auch das soziotechnische System. Sie können die Maschinen manuell steuern und überwachen. In einigen Fällen können Anomalien rechtzeitig gedeutet und Ausfällen entgegengewirkt werden. Beispielsweise wenn eine Maschine während des Betriebes heiß läuft oder seltsame Geräusche von sich gibt. Der Mitarbeiter hat somit die Möglichkeit, eine Entscheidung zu treffen, noch bevor die Maschine überhaupt etwas an die Software übermitteln kann, und somit Ausfallzeiten zu verhindern.
Dieses einfache, aber anschauliche Beispiel zeigt, dass man sich nicht blind auf die Datenanalyse verlassen sollte. Also sollte jeder Manager oder Datenanalyst sein Bauchgefühl nicht ignorieren, sondern sein Bauchgefühl mit einer Datenanalyse zusammen nutzen.
Paralyse durch Analyse
Meist werden Daten analysiert, ausgewertet und auf Grund dessen tritt dann eben eine Entscheidung in Kraft. Zu viele Datenanalysen können aber auch schaden. Wenn Unternehmen sich zu sehr auf Datenanalysen verlassen, kann das zu einem Phänomen namens „Paralyse durch Analyse“ führen, wo man mit Analysen und Antworten überfordert ist und einfach keine definitive Aktion durchführen kann. Folge dessen sind unzählige Meetings, das Schreiben von Berichten und das Sammeln von Analysen. Eine Lähmung der effektiven Entscheidungsfindung in Unternehmen kann eintreten bei Auseinandersetzungen auf einer Ebene, Uneinigkeit zwischen verschiedenen Hierarchieebenen oder unklaren Zielen.
Wir stehen oft vor Entscheidungen und fragen uns, welche die Richtige ist. Also sollte man hier auch mehr auf sein Bauchgefühl, seine innere Stimme, Intuition, das Fingerspitzengefühl und seine Erfahrung hören und entsprechend handeln. Im Endeffekt sollte man gute Entscheidungen treffen, nachdem man die (weichen emotionalen und auch harten Datenbasierenden) Fakten evaluiert hat.

Der Autor
Dr. Marcus Menzel ist Country Manager bei Actian Germany GmbH
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