Gerade in Zeiten der Pandemie müssen Unternehmen den Gebäudeschutz intensivieren. Vielen fehlt aber das Geld und das Personal dafür. Cloud-native Dienste versetzen auch kleinere Betriebe oder einzelne Institutionen in die Lage, eine effiziente Videoüberwachung zu realisieren.
Eine Cloud-Plattform zur Videoüberwachung stellt eine zuverlässige Infrastruktur bereit, reguliert den Speicherbedarf und garantiert Sicherheit und Datenschutz.
Die Kontrolle von Gebäuden, Filialen, Straßen und Plätzen hängt davon ab, Video zuverlässig zu übertragen, intelligent zu analysieren und effizient sowie datenschutzkonform zu sichern. Dabei müssen immer mehr unterschiedliche Personen Zugriff zu diesen Netzen haben. Einsatzzentralen sollen sich über am Körper getragene Kameras, das Smartphone oder die Webcam im Taxi oder am Einsatzwagen ein schnelleres Bild von der Lage machen. Dann können die Zuständigen oder auch Rettungskräfte und Behörden das Geschehen schnell von überall beurteilen. Der öffentliche Dienst, intelligente Städte, Immobilienverwalter oder Unternehmen mit Filialen benötigen eine cloud-basierte Infrastruktur, um das Videomaterial überall verfügbar zu halten.
Ebenso wichtig ist die Flexibilität: Denn Kameranetze verändern sich schnell. Bei Hotel-, Restaurant- oder Ladenketten kommen Standorte hinzu. Sicherheitsbeauftragte installieren Kameras, um neue Bereiche im Blick zu haben. Alte, bereits installierte Systeme betreiben sie wiederum häufig so lange, bis sie gar nicht mehr funktionieren und nur noch der Austausch übrigbleibt. Eine gewachsene Hardwarelandschaft mit unterschiedlichen IP- oder gar analogen Kameras ist daher die Regel.
Kommunikation für eine bessere Videoüberwachung
Die Cloud zentralisiert und vereinfacht den Betrieb und die Wartung. Administratoren, Partner oder Sicherheitsdienste starten das automatisierte Verteilen von Software-, Firmware- sowie Versionsupdates und Systemkonfigurationen auf die Systeme vor Ort. Das geschieht remote. Damit alle Bilder von jedem System – auch am Smartphone – zu sehen sind, spielt standardisierte Kommunikation eine wichtige Rolle: Schnittstellen berücksichtigen Nutzerrollen sowie deren Aufgaben.
Verteilte Systeme tauschen Daten über Standardschnittstellen und Protokolle aus. Das Network Time Protocoll (NTP) synchronisiert die Uhrzeit von Systemen und erstellt zeitbasierte Datenreihen. Auf diese Weise rekonstruieren die Betrachter in Unternehmen, bei Behörden oder der Polizei detailliert die Ereignisse. Die Inhalte sind später vor Gericht beweisfähig.
Effizient und ausbaufähig
Eine von einem Cloud-Provider angebotene Plattform zur Videoüberwachung stellt eine zuverlässige Infrastruktur bereit – mit einer Effizienz, wie sie ein selbst verwaltetes System nicht leisten kann. Netzprotokolle sparen so viel wie möglich an Bandbreite ein, ohne dass das Überwachen in Echtzeit leidet. Weniger Pixel, eine geringere Frame-Rate oder eine höhere Komprimierung lassen sich einstellen. Das vermeidet Engpässe im Netz und reduziert die Übertragungskosten durch ein niedriges Datenvolumen.
Cloud-basierte Videoüberwachung für Gebäudesicherheit im öffentlichen Raum am Beispiel Banken.
(Bild: Eagle Eye Networks)
Flexibel werden die Daten in das Rechenzentrum übertragen. Gleich ob über DSL oder drahtlos über 3G, 4G oder 5G – ein Cloud-Videomanagement nutzt nur so viel Bandbreite wie notwendig. Dank dem schnellen Hinzuschalten von Bandbreite durch den Provider lassen sich Netze weiter ausbauen und zusätzliche Kameras einfach ins Netz integrieren. Ein vollständiger Neuaufbau der Netzanbindung ist nicht nötig. Das cloud-basierte Überwachungsnetz unterstützt damit das Umschalten auf 5G, ohne dass der Kunde vorbeugend eine höhere fixe Leitungskapazität buchen und bezahlen muss.
Durch verschiedene Bildqualitäten lassen sich der Speicherplatzbedarf im Rechenzentrum senken und damit auch hier Kosten sparen. Ein Rechenzentrum bildet eine dreifache Redundanz selbst bei großen Datenmengen ab. Das können Unternehmen in der Regel nicht leisten. Ein turnusmäßiges Löschen der Videosequenzen nach einer einstellbaren Frist gibt zudem benötigte Speicherkapazitäten immer wieder frei. Wichtig: Das automatische Löschen unterstützt zugleich die Vorgaben der DSGVO zum Datenschutz.
Zusätzlich fördern intelligente Funktionen zur Analyse den kostensparenden Umgang mit Speicherressourcen und Bandbreite. Denn die Kameras unterscheiden einen sich im Wind bewegenden Baum oder ein Tier von einem Auto und vermeiden so einen Fehlalarm. Ein intelligenter Videorecorder zeichnet die Sequenz gar nicht erst auf und Speicherplatz wird gar nicht erst in Anspruch genommen.
Sicherheit im Kameranetz
Cloud-basierte Video-Management-Plattformen schützen sowohl die Hardware vor Ort als auch die Infrastruktur in der Cloud. Die Kameras selbst sollten vom Internet isoliert sein, so dass hier keine Sicherheitslücken entstehen. Die mit digitalen Zertifikaten authentifizierte Bridge mit Router für die Internetverbindung bietet keine offenen Ports und ist gegen eventuell vorhandene Kamera-Malware geschützt. Zwei-Faktor- oder Fingerprint-Authentifizierung sichert den Zugriff auf das Überwachungsnetz. Zudem sieht die Zentrale immer, ob die Kameras funktionieren. Alarme zeigen an, wenn eine Kamera verschoben, verdeckt oder beschädigt wurde.
Stand: 08.12.2025
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Architektur für den Anschluss privater Immobilien an das Netz im Zuge einer cloud-basierten Videoüberwachung.
(Bild: Eagle Eye Networks)
Die Videosequenzen werden mit dem TLS-Protokoll verschlüsselt in die Cloud übertragen – ein weiterer wichtiger Pluspunkt in Sachen DSGVO. MD5-Checksummen für jedes in die Cloud exportierte oder gespeicherte Video belegen, dass eine Aufnahme nicht manipuliert wurde. Dazu kommt der Mehrwert der Cyber-Sicherheit eines Cloud-Service-Providers, der seine Infrastrukturen gegen Angriffe besser schützt, als ein ausgelasteter Mitarbeiter oder Einzelkämpfer-Admin es könnte.
Maßstabsgerecht in jedem Fall
Die Einfachheit und Flexibilität eines Cloud-basierten Video-Managementsystems ermöglicht unterschiedlich große Überwachungsnetze – für kleine Betriebe, für Sicherheitsdienste oder für große Netze im öffentlichen Bereich. Erst damit ist intelligente Videoüberwachung für viele Betriebe oder Institutionen überhaupt handhabbar und erschwinglich. Digitale Kameras ermöglichen in der Zukunft weitere Einsatzmöglichkeiten für Gebäudeschutz oder Zutrittskontrolle. Über die Cloud bereitstehende Videodaten helfen etwa, Tiefgaragenplätze zu bewirtschaften. Kunden erfahren, wo ein Stellplatz frei ist. Dann buchen und bezahlen sie ihn über eine App. Bei Einfahrt in die Tiefgarage erkennt die Kamera das Auto am Nummernschild, die Schranke hebt sich automatisch.
Rishi Lodhia, Eagle Eye Networks.
(Bild: Eagle Eye Networks)
Andere Systeme unterstützen die öffentliche Sicherheit in einer Millionenmetropole wie Mexiko-Stadt. Seit 2019 implementierten die Verantwortlichen ein neues städtisches Netz mitsamt Analyse-Plattform. Die Installation wuchs mittlerweile auf insgesamt 15.000 Kameras, die alle drahtlos per 4G mit der Zentrale kommunizieren. Passanten wenden sich über eine Smartphone-App an das Video-Management-System der Betreiber. Cloud-basierte Lösungen machen derart breit aufgestellte und flexible Netze möglich.
* Der Autor Rishi Lodhia ist Managing Director EMEA bei Eagle Eye Networks.