Der Mittelstand entdeckt Infrastructure as a Service

Cloud Computing bringt KMUs mehr Flexibilität und Dynamik

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Cloud Computing in der Praxis – was KMUs beachten müssen

Wer in die Cloud will, muss ein sich die Angebote nach ein paar Regeln ausgucken; Bild: Tommelom/Pixelio (Archiv: Vogel Business Media)

Für KMUs oft besonders interessant ist eine Cloud Computing-Variante namens „Infrastructure-as-a-Service“ (IaaS). IaaS bezeichnet ein Geschäftsmodell, bei dem eine IT-Infrastruktur on-demand genutzt wird.

Das mittelständische Unternehmen mietet sich im Bedarfsfall also Rechenleistung zu und bindet die eigene IT-Infrastruktur an eine Cloud-Umgebung an. Ein externer Dienstleister stellt seinem Kunden eine bedarfsgerechte IT-Infrastruktur für eine gewisse Zeit zur Verfügung – entweder in Gestalt eines dedizierten Servers oder als dedizierte Server-Instanz.

Jede der Server-Instanzen ist mit einem Backup-Client zur Datensicherung versehen. In der Praxis gilt es für Mittelständler darauf zu achten, dass die Anbindung an die Cloud über einen sicheren Kanal erfolgt.

In punkto Sicherheit…

In der Regel geschieht die Anbindung der eigenen IT-Infrastruktur an die Cloud-Infrastruktur über ein Virtual Private Network (VPN), ein abgesichertes verschlüsseltes virtuelles Teilnetz, auf das nur das Anwenderunternehmen mit seiner eigenen Authentifizierung Zugriff hat.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Verfügbarkeit der Daten. Was würde es einem mittelständischen E-Commerce-Unternehmen nutzen, wenn es sich Web-Server-Kapazität in einem IaaS-Modell hinzugemietet hat, um die Zugriffsspitzen in der Vorweihnachtsszeit bedienen zu können, die Kunden auf den Web-Server in der Cloud aber nicht zugreifen können, weil auch er schlicht überlastet ist?

Gerade ein Mittelständler, der mit Cloud Computing seine Lastspitzen puffern will, ist auf ein gut funktionierendes Load-Balancing zwischen seinen Cloud-Server-Instanzen angewiesen. Applikationen auf mehreren parallelen Servern – oder Instanzen – zu betreiben, ist überall dort sinnvoll, wo sehr viele Clients eine hohe Anfragendichte erzeugen.

In punkto Verfügbarkeit …

Der vorgeschaltete Load-Balancer verteilt die Zugriffe gleichmäßig auf die Server und verhindert damit den Ausfall von Server-Instanzen. Auch durch intelligentes Load-Balancing gewährleistet ein Rechenzentrum eine permanent hohe Verfügbarkeit der gespeicherten Daten und Anwendungen.

In Sachen Load-Balancing haben deutsche Rechenzentren einen wichtigen Vorteil gegenüber internationalen Cloud Computing-Anbietern – den der Transparenz. Denn was geschieht, wenn ein KMU befürchten muss, dass auch seine Cloud Server-Kapazitäten zu bestimmten Zeiten voll ausgelastet sind und die Performance-Qualität seiner Anwendungen dadurch beeinträchtigt wird?

Deutsche Rechenzentren beugen dem üblicherweise vor, indem sie ihren Kunden jederzeit Einblick in die Auslastung der verschiedenen Server-Instanzen gewähren – im Gegensatz zur internationalen Konkurrenz erhält der Kunde volle Transparenz.

In punkto Status quo …

Regelmäßige Reportings über Performance-Trends einer Applikation und Optimierungsvorschläge für eine Applikations-Infrastruktur erhöhen die Transparenz für ein KMU zusätzlich. Und eine Erweiterung seiner IT-Infrastruktur per IaaS kann ein Unternehmen nur dann wirklich bedarfsgerecht planen, wenn es über die tatsächliche Auslastung jederzeit informiert ist.

Derzeit liegt die durchschnittliche Auslastung von Datenzentren deutscher Unternehmen nur bei rund zehn Prozent – im Mittelstand sieht das nicht besser aus. Der Grund: beim Sizing einer IT-Infrastruktur fließen Lastspitzen in die Planung der benötigten Rechenkapazitäten ein.

KMUs verschwenden durch die Berücksichtigung von Lastspitzen eine Unmenge an Strom und Geld – hier eröffnet die Cloud ein enormes Einsparungspotenzial. Besonders im E-Commerce kommt es immer wieder zu unausweichlichen Lastspitzen. Bei Sonderaktionen oder im saisonalen Geschäft gerät ein Server oftmals an den Rand seines Leistungsvermögens und bricht aufgrund von Überlastung zusammen – wie unlängst wieder bei der Ausverkaufsaktion des Versandhändlers Quelle zu beobachten.

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