Künstliche Intelligenz (KI), Industry of Things (IoT) und Streaming: Hinter all diesen Anwendungen stecken Cloud-Lösungen. Diese verändern, wie Menschen arbeiten, Inhalte konsumieren und digitale Dienste nutzen. Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich und wie werden sich digitale Ökosysteme künftig entwickeln?
Die Cloud-Branche steht 2026 vor entscheidenden Umbrüchen. Welche Trends sind für Cloud-Landschaften zu erwarten?
Edge-Computing steigert Leistungsfähigkeit von KI-Agenten
Bis Ende 2026 werden Menschen mehrheitlich auf KI-Agenten vertrauen. Durchschnittlich könnte eine Person drei bis fünf tägliche Aufgaben mit minimaler Aufsicht an einen personalisierten KI-Agenten delegieren – etwa die Buchung eines Arzttermins, das Auffüllen des Kühlschranks oder die Prüfung von Rechnungen. Besonders attraktiv ist dabei, dass sich der KI-Agent rasch an den individuellen Lebensstil anpasst und Verhaltensmuster zuverlässig erkennt. Der Satz „ich lass das die KI machen“ wird zunehmend das frühere „ich google das“ ersetzen. Je besser die Leistungen von KI-Agenten und Chatbots werden, desto stärker wird das Vertrauen der Verbraucher wachsen.
Wie gelingt es, KI-Anwendungen und -Agenten immer zuverlässiger zu machen? Ein zentraler Hebel liegt in der Verlagerung näher an die Edge. Edge-KI, die auf Cloud-Computing-Dienste in der Nähe angewiesen ist, hält Workflows lokal und sicher. Gleichzeitig sinkt die Latenz auf unter 50 Millisekunden, und die Fehlerquote fällt auf eins zu tausend, was die Servicequalität deutlich erhöht. Mit zunehmender Zuverlässigkeit werden Menschen aufhören, KI-Ergebnisse routinemäßig zu überprüfen. Alltägliche administrative Aufgaben werden zunehmend automatisch im Hintergrund erledigt.
Budgetdruck im KI-Zeitalter kann auch eine Chance sein
Die starke Nachfrage nach Rechen- und Speicherressourcen durch KI-Modelle belastet traditionelle IT-Budgets erheblich. So bringt das KI-Zeitalter neue Herausforderungen für Führungskräfte mit sich; insbesondere dann, wenn es um die Kostenkontrolle geht. Die Entwicklungen zwingen Entscheidungsträger dazu, noch sorgfältiger abzuwägen, wie sie Kosten, Leistungsfähigkeit und Innovationsfähigkeit optimal miteinander in Einklang bringen können.
Angesichts der riesigen Summen, die in der KI-Wirtschaft zirkulieren, stehen Unternehmen zunehmend unter Druck, konkrete Renditen nachzuweisen. Projekte ohne klar definierten ROI werden pausiert oder umstrukturiert. In diesem Prozess treten ineffiziente Strukturen und überdimensionierte GPU-Workflows deutlich zutage.
Doch genau darin liegt auch eine Chance: Anstatt den Fortschritt zu bremsen, fördert diese Prüfung eine intelligentere und effizientere Phase der KI-Adoption. Marktführer werden jene Unternehmen sein, die Cloud-Kosten nicht als Einschränkung, sondern als Hebel für disziplinierte und wertorientierte Innovation betrachten. Dabei setzen sie auf skalierbare, Edge-native Architekturen, um die Leistung zu optimieren, Kosten zu kontrollieren und nachhaltiges Wachstum im gesamten KI-Ökosystem zu ermöglichen.
Anfällige Systeme erfordern smarte Verteilung zwischen Cloud und Edge
Hochgradig vernetzte Ökosysteme sind fragil – das hat eine Welle von Ausfällen und Sicherheitsverletzungen im Jahr 2025 offenbart. IoT-Geräte wie Smart Speaker, Netzwerkdrucker oder Kassensysteme sind teilweise auf Online-Konnektivität angewiesen. Fallen die Dienste aus, verlieren Verbraucher das Vertrauen. Sowohl Konsumenten als auch Hersteller müssen überdenken, wie viel Intelligenz tatsächlich in der Cloud verbleiben sollte.
Für Cloud-Anbieter markiert dies einen entscheidenden Wendepunkt. Die Chance liegt nicht darin, noch mehr Workloads in die Cloud zu verlagern, sondern eine intelligentere Verteilung zwischen Cloud und Edge zu ermöglichen. Bei hybriden Architekturen arbeiten kritische Funktionen lokal und synchronisieren sich intelligent, sobald eine Verbindung besteht. Solche Lösungen werden die nächste Ära von Verbrauchervertrauen und Zuverlässigkeit prägen.
Während Marken ihre Abhängigkeiten prüfen, gewinnen Resilienz und Transparenz an Bedeutung. Anbieter, die Verfügbarkeit garantieren, Datenintegrität sichern und Entwickler befähigen, „offline-fähige“ Systeme zu gestalten, werden die nächste Phase vernetzter Innovation anführen.
Die Zukunft des Streamings: intelligent, effizient, personalisiert
Die Explosion von Streaming-Plattformen im letzten Jahrzehnt hat grundlegend verändert, wie Nutzer Inhalte konsumieren. In Deutschland nutzen 87 Prozent der Bevölkerung Streaming-Dienste (Quelle: Bitkom-Studie Die Zukunft der Consumer Technology 2025). Gleichzeitig sind neue Herausforderungen in Bezug auf Auffindbarkeit, Kosten und Bindung entstanden. Mit zunehmender Marktreife könnte das Jahr 2026 den Beginn einer Konsolidierungsphase markieren. In diesem Moment werden Plattformen führend sein, die in nahtlose Benutzererlebnisse und intelligente Personalisierung investieren.
KI-gesteuerte Katalogverwaltung und Empfehlungs-Engines werden zu entscheidenden Differenzierungsmerkmalen. Sie ermöglichen es Plattformen, Inhalte zum optimalen Zeitpunkt zielgerichtet zu präsentieren, während gleichzeitig Speicher- und Bereitstellungseffizienz im Hintergrund optimiert werden. Darüber hinaus wird eine flexible und skalierbare Infrastruktur unerlässlich, um die schwankende Zuschauernachfrage zu bewältigen. Dies ist besonders wichtig, da Verbraucher zunehmend „saisonale“ Abonnementgewohnheiten entwickeln, die an zentrale Veröffentlichungen gekoppelt sind.
Stand: 08.12.2025
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Statt eines Rückgangs signalisiert diese Entwicklung den Übergang zu einem intelligenteren und nachhaltigeren Streaming-Ökosystem. Dieses priorisiert über die gesamte Bereitstellungskette hinweg den Nutzwert, die betriebliche Effizienz und technologische Innovation.
* Der Autor John Bradshaw ist EMEA Director of Cloud Computing Technology and Strategy bei Akamai. Mit mehr als zehn Jahren Erfahrung in der Cloud-Technologie ist John dafür verantwortlich, die Geschäftsmodelle von Unternehmen, ihre Wachstumschancen und Herausforderungen zu verstehen und Akamais Vision der vernetzten Cloud sowie deren Nutzen für sie zu vermitteln.