GfK-Konsumklimastudie für Deutschland

Brexit hemmt das Konsumklima

| Autor: Heidemarie Schuster

51 Prozent der Befragten glauben, dass der Brexit negative Auswirkungen für die deutsche Wirtschaft haben wird.
51 Prozent der Befragten glauben, dass der Brexit negative Auswirkungen für die deutsche Wirtschaft haben wird. (Bild: Pixabay)

Laut dem Marktforschungsunternehmen GfK hat sich die Verbraucherstimmung in Deutschland im Juli leicht abgeschwächt. Geschuldet sei dies dem Brexit.

Die Deutschen Konsumenten sind von der Entscheidung der britischen Bürger, aus der EU auszutreten, offenbar nicht unbeeindruckt. Dies jedenfalls signalisiert den Marktforschern von GfK zufolge der Rückgang sowohl der Konjunktur- als auch der Einkommenserwartung.

Konjunkturaussichten gedämpft

Nach drei Anstiegen in Folge müssen die Konjunkturerwartungen der deutschen Verbraucher einen ersten Rückschlag hinnehmen, so die GfK-Konsumklimastudie. Der Indikator verliert im Juli 8,6 Punkte und liegt nun bei 9,4 Zählern. Damit hat sich der positive Trend der letzten Monate abgeschwächt.

Die Verbraucher gehen offenbar davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in den nächsten Monaten nicht mehr ganz so deutlich wachsen könnte wie in den vergangenen. Den Grund dafür sehen sie in der Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen. Dies belegen auch Ergebnisse einer Zusatzbefragung zur Konsumklimastudie in diesem Monat. GfK fragte die Bürger nach möglichen Folgen der Brexit-Entscheidung für Konjunktur und Arbeitsmarkt in Deutschland. Mehr als die Hälfte der Befragten (51 Prozent) gab an, dass sie negative Auswirkungen für die deutsche Wirtschaft vermuten, knapp 40 Prozent verneinten derartige Befürchtungen.

Arbeitsplätze

Etwas geringer sind der Konsumklimastudie zufolge dagegen die Sorgen um die Arbeitsplätze in Deutschland generell. Knapp 40 Prozent der Verbraucher sehen durch das Referendum in Großbritannien auch Jobs hierzulande gefährdet. Doch im Gegensatz zu den Folgen für die Konjunktur sind beim Thema Arbeitsmarkt die Optimisten in der Mehrheit: 52 Prozent befürchten eher keine Nachteile für die Beschäftigung im Allgemeinen.

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Neben dem Thema Brexit wird es in den kommenden Monaten für die Konjunkturaussichten auch mitentscheidend sein, wie sich die angespanntere Sicherheitslage beziehungsweise die gestiegene Terrorgefahr auf die Stimmung der Konsumenten auswirken wird, so die GfK.

Einkommenserwartung

Das ständige Auf und Ab der Einkommenserwartung, das im November 2015 begann, setzt sich auch im Juli fort. Doch im Unterschied zu den vorangegangenen Monaten fällt dieses Mal der Rückgang mit minus 9,9 Punkten etwas stärker aus als der Zuwachs im Juni mit plus 7,8 Zählern. Der Indikator rutscht mit 49,7 Punkten knapp unter die 50-Punkte-Marke.

Im Sog schwächerer Konjunkturaussichten muss somit auch der Einkommensindikator Einbußen hinnehmen. Dennoch bleiben die Deutschen nach wie vor überaus optimistisch, was die Entwicklung ihrer Einkommen betrifft. Denn vor dem Hintergrund der sehr stabilen Beschäftigungssituation und einer nicht vorhandenen Inflation sind die Kaufkraftzuwächse für die Beschäftigten durch die letzten Tarifabschlüsse erheblich, erklärt die GfK. Hinzu komme, dass im Juli die gesetzlichen Renten spürbar angehoben wurden.

Konsumlust bleibt

Während die Konjunktur- und Einkommenserwartungen in diesem Monat spürbare Verluste erleiden, bleibt die Konsumlust der Bundesbürger ungebrochen. Der Indikator Anschaffungsneigung kann sogar noch einen Punkt hinzugewinnen und klettert auf 55,4 Zähler. Damit liegt er exakt auf dem Niveau des entsprechenden Vorjahresmonats.

Für August 2016 prognostiziert der Gesamtindikator 10,0 Punkte nach 10,1 Zählern im Juli. Damit wäre der Aufwärtstrend – zumindest vorerst – gestoppt.

Zur Studie

Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima MAXX“ und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und ausführlich kommentiert. Darüber hinaus finden sich darin auch Informationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte.

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