ODCA-Whitepaper beschreibt Punktwende der Konzern-IT

BMW bringt Private Cloud auf Fahrt

| Redakteur: Elke Witmer-Goßner

In relativ kurzer Zeit hat BMW seine gesamte IT auf eine Private Cloud getrimmt. Das ODCA-Whitepaper beschreibt den Weg dahin und soll andere Unternehmen ermutigen, es dem Autohersteller gleich zu tun.
In relativ kurzer Zeit hat BMW seine gesamte IT auf eine Private Cloud getrimmt. Das ODCA-Whitepaper beschreibt den Weg dahin und soll andere Unternehmen ermutigen, es dem Autohersteller gleich zu tun. (Bild: BMW)

Warum warten, bis Hersteller und Service Provider praxistaugliche und kundennahe Cloud-Lösungen entwickeln und anbieten? Lieber haben Firmen das Heft selbst in die Hand genommen und entwickeln seit 2010 innerhalb der Open Data Center Alliance (ODCA) – einer professionellen Selbsthilfeorganisation von Anwendern für Anwender – praxiserprobte Basis-Infrastrukturen für Cloud-Szenarien in Unternehmen.

Während der kürzlich in Paris stattfindenden jüngsten Vorstandssitzung der ODCA wurden die aktuellsten Publikationen vorgestellt. Neben verschiedenen Updates bereits veröffentlichter Whitepaper, kommt einer der Anwenderberichte von der BMW Group. Der bayerische Automobilhersteller hat für den Gesamtkonzern mit weltweit über 100.000 Mitarbeitern im vergangenen Jahr eine Private Cloud entwickelt und eingeführt. Hintergrund ist die strategische Entscheidung, die konzernweite IT-Infrastruktur komplett zu reformieren. Dahinter steht nicht nur eine IT-interne Entscheidung: Als Anbieter hochwertiger Produkte und Premium-Dienstleistungen für die individuelle Mobilität, hat sich die BMW Group nach eigener Aussage konsequent darauf ausgerichtet, nicht nur hohe Standards gegenüber ihren externen Kunden zu erfüllen, sondern auch intern. IT-Mitarbeiter, Mitarbeiter in den Geschäftsbereichen und Partner, nutzen die IT-Infrastruktur des Unternehmens schließlich täglich, um an Informationen für ihre Aufgabenbereiche zu gelangen und die Unternehmensziele bestmöglich zu erfüllen.

BMWs Private-Cloud-Strategie geht insofern einher mit der Vision idealer Infrastruktur-Services: Neben der vollkommenen Unabhängigkeit von technischen Spezifikationen oder bestimmten Herstellern, sollen diese Services Geschäftsausfallzeiten minimieren, automatisches Prozessmanagement ermöglichen und darüber hinaus kollaborative und voll integrierbare Arbeitsplatz-Lösungen entwickelt werden, um die Produktivität der Anwender zu steigern. Zur Umsetzung dieser Strategie wurden unter dem Projektnamen „IT-i“ zwei – für den Konzern „bahnbrechende“ – Ziele für 2012 formuliert: Erstens sollte das Projektteam für die „Post-PC-Ära“ eine standardisierte Infrastruktur-Plattform schaffen, die eine von Geräten und Anwendungen unabhängige, mobile Zusammenarbeit ermöglicht. Und zweitens sollten mit dem Entwurf und Aufbau einer Private Cloud alle Probleme rund um Security, Datensicherheit, Anbieter-Abhängigkeiten und Integrationsdefizite, die für öffentliche Cloud-Infrastrukturen typisch sind, ausgeschlossen werden.

Dynamik und Effizienz

Der Slogan zur aktuellen Werbekampagne des Automobilherstellers „Dynamik beginnt im Kopf“ lässt sich auch auf das BMW-interne IT-Projekt ummünzen: „Unsere IT sollte dynamischer werden“, beschreibt Mario Müller, Vertreter des ODCA-Vorstandsmitglieds BMW und Gesamt-IT-Leiter des Automobilbauers, den Hintergrund des Cloud-Projekts. Als Gründungsmitglied der ODCA und Mitglied im Lenkungsausschuss hat BMW seine Private-Cloud-Strategie eng an die Usage Modelle der Allianz geknüpft, mit Richtlinien hinsichtlich Service-Modellen, VM-Interoperabilität und Long-Distance Workload Migration, die Organisationen dahingehend unterstützen, die bestehenden und neuen Herausforderungen bei der Umsetzung ihrer Cloud-Strategien zu bewältigen.

Die Mitglieder des „IT-i“-Teams haben daran angelehnt die Ziele spezifiziert. Erreicht werden sollte zum einen „zero downtime“, also null Ausfallzeit, indem Pausen im Zuge notwendiger Wartungen der IT vermieden werden. Zum anderen sollten IT-Mitarbeitern wie Anwendern mehr Self-Service-Möglichkeiten eröffnet werden, um rund um die Uhr und ortsunabhängig Zugang zu Informationen und Anwendungen zu erhalten. Außerdem sollten Dienste automatisiert, schnell, „elastisch“ und jederzeit skalierbar bereitgestellt und veröffentlicht werden. Die Services sollten also unbegrenzt zur Verfügung stehen, um sie jederzeit und in beliebiger Menge den einzelnen Benutzern oder Anwendergruppen innerhalb der BMW Group zuzuteilen. Eine Cloud-Infrastruktur schien hier das richtige Fundament zu bilden, um diese Aufgaben zu erfüllen und die Arbeit aller Benutzer endlich einfacher und produktiver zu machen. Allerdings werden die Mitarbeiter, die lieber weiter mit der herkömmlichen Standard-IT-Infrastruktur arbeiten wollen, nicht gezwungen, die Wolke zu verwenden.

Ergänzendes zum Thema
 
Über die Open Data Center Alliance

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