Unternehmen können in Microsoft Azure nicht nur komplexe Cloud-Dienste betreiben, sondern auch virtuelle Server, die sich untereinander vernetzen lassen und sich einen privaten IP-Bereich teilen. Dabei besteht auch die Möglichkeit, mit Subnetzen zu arbeiten sowie einzelne virtuelle Netzwerke mit dem Unternehmensnetzwerk auf Basis von VPN zu verbinden.
Microsoft Azure ist mächtig und erlaubt mit ein wenig Know-how sogar die weltweite Standortvernetzung.
(Bild: Joos)
Virtuelle Netzwerk werden im Bereich "Netzwerke" des Webportals von Microsoft Azure verwaltet. Hier werden neue Netzwerke erstellt sowie bestehende Netze nachträglich angepasst. Unternehmen haben an dieser Stelle auch die Möglichkeit, mehrere virtuelle Netzwerke zu erstellen. Werden anschließend virtuelle Server oder Cloud-Dienste in Microsoft Azure gebucht, kann im Assistenten zum Erstellen des neuen Objekts das jeweilige virtuelle Netzwerk ausgewählt werden.
Virtuelle Computer und Cloud-Dienste an Azure-Netzwerke anbinden
Die virtuellen Computer und Cloud-Dienste in einem virtuellen Netzwerk können miteinander kommunizieren. Die IP-Adressvergabe basiert auf DHCP. Wenn mehrere virtuelle Server miteinander kommunizieren sollen, dann sollten Unternehmen immer zuerst das entsprechende virtuelle Netzwerk und dessen Subnetze im Bereich "Netzwerke" des Azure-Portals anlegen. Danach kann beim Anlegen von neuen virtuellen Computern das Netzwerk und das gewünschte Subnetz ausgewählt werden (siehe Abbildung 1).
Aber nicht nur beim Erstellen von virtuellen Servern stehen die virtuellen Azure-Netzwerke zur Verfügung, diese werden auch in den Assistenten zum Erstellen von Cloud-Diensten angezeigt. So besteht zum Beispiel die Möglichkeit, einen Hadoop-Cluster auf Basis von Microsoft Azure HDInsight in einem gemeinsamen virtuellen Netzwerk mit verschiedenen anderen Windows- oder Linux-Servern zu betreiben (siehe Abbildung 2).
Virtuelle Netzwerke erstellen
Über den Menüpunkt "Netzwerke" erstellen Administratoren mithilfe eines Assistenten ein neues Netzwerk. Im Rahmen der Erstellung kann auch gleich die IP-Adresse des DNS-Servers im virtuellen Netzwerk angegeben sowie eine Verbindung zum Unternehmensnetzwerk aufgebaut werden. Als DNS-Server lassen sich an dieser Stelle auch DNS-Server aus dem Internet oder DNS-Server im Unternehmensnetzwerk hinterlegen, wenn eine Anbindung an das Firmennetzwerk per VPN konfiguriert wurde.
Durch diese Verbindung lassen sich auch Daten zwischen Microsoft Azure und dem lokalen Unternehmensnetzwerk austauschen (siehe Abbildung 3). Die Anbindung an das Unternehmensnetzwerk erfolgt auf Basis eines IPSec-VPNs.
Sobald das Unternehmensnetzwerk mit dem virtuellen Microsoft Azure-Netzwerk verbunden ist, können die Azure-Dienste auf Ressourcen im Unternehmensnetzwerk zugreifen, und umgekehrt erreichen Anwender und Serverdienste im lokalen Netzwerk so die Cloud-Dienste und virtuellen Computer in Microsoft Azure.
Im Assistenten zum Erstellen eines neuen Netzwerks stehen auch Möglichkeiten zur Verfügung, verschiedene Subnetze zu erstellen (siehe Abbildung 4). Auch Adressräume innerhalb eines virtuellen Netzwerkes lassen sich dort erstellen. Microsoft Azure routet automatisch alle Subnetze und Adressräume, die während der Erstellung angelegt werden. Auch nach dem Erstellen eines virtuellen Netzwerks lassen sich aber jederzeit weitere Subnetze hinzufügen.
Im Fenster zum Erstellen eines neuen virtuellen Netzwerks und der Konfiguration der Subnetze können Administratoren den Subnetzen auch Namen geben. Diese Namen erscheinen beim Anlegen von virtuellen Computern und Cloud-Diensten, sodass sich Subnetze schneller und leichter zuordnen lassen.
Virtuelle Netzwerke verwalten
Alle virtuellen Netzwerke, die in einem Azure-Abonnement angelegt werden, lassen sich im Webportal über den Bereich "Netzwerke" nachträglich anpassen. Dazu klicken Administratoren auf das entsprechende Netzwerk und danach auf "Konfigurieren". Im Fenster lassen sich anschließend VPNs konfigurieren, DNS-Server für das Netzwerk festlegen sowie weitere Subnetze anlegen (siehe Abbildung 5). Im Dashboard des virtuellen Netzwerks sind darüber hinaus die Ressourcen zu sehen, die das virtuelle Netzwerk nutzen.
Bei der Planung des Adressraumes von IP-Adressen muss darauf geachtet werden, dass sich die Adressen nicht mit anderen überschneiden – und zwar auch nicht mit den IP-Adressen im Unternehmen, falls das virtuelle Netzwerk an das Unternehmensnetzwerk angebunden werden soll. Außerdem unterstützt Microsoft Azure nur die Verwendung privater Adressräume. In der Konfiguration der Adressräume lassen sich daher keine öffentlichen IP-Adressen konfigurieren.
Stand: 08.12.2025
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