Es gibt viele innovative Firmen und Einzelpersonen, die keine oder unzulängliche Cloud-Anbindung haben. Diesen Kunden will Amazon eine Cloud-Anbindung über Satelliten anbieten – unendliche Weiten für die Public Cloud.
Über 3.000 Satelliten sollen für Project Kuiper mit Raketen in eine Umlaufbahn gebracht werden. Die Trägerraketen kommen von Blue Origin, ArianeSpace und ULA.
(Bild: AWS)
Bis Ende 2025 soll dieses „Project Kuiper“ startbereit sein. Dann werden 3.236 solcher Satelliten über ein optisches Netzwerk miteinander verbunden sein und drei Arten von Antennen können dessen Daten auf der Erdoberfläche weltweit sicher empfangen.
Die AWSCloud, die mit Project Kuiper in ca. 600 Kilometern Höhe aufgebaut wird, dient zur schnellen, globalen Datenübertragung. Dies macht sie tauglich für alle Arten innovativer Nutzungsweisen. AWS Enterprise Strategist Tom Soderstrom hat in seiner langen Laufbahn schon viele Start-ups betreut und freut sich besonders, wenn innovative Firmen, Entwickler und Anwendungsfälle diese neue Infrastruktur nutzen wollen – mit einer höheren Nachfrage nach AWS-Diensten, beispielsweise im Bereich Machine Learning, in Folge.
Space als dynamischer Wachstumsmarkt
Der heutige Umsatz mit Aktivitäten im Weltraum liegt bei etwa 350 Milliarden US-Dollar. „Morgan Stanley, Citi und UBS gehen davon aus, dass die Raumfahrtindustrie bis 2040 die 1-Billion-Dollar-Grenze erreichen wird“, berichtet Soderstrom. Andere Analysten sind noch optimistischer: Die Bank of America erwartet, dass schon 2030 die 1,4-Billionen-Dollar-Grenze erreicht wird und die Space Foundation geht davon aus, dass sich bis 2028 der 800-Milliarden-Dollar-Grenze genähert wird. Die zweite Prognose, die Soderstrom erwähnt, stammt von McKinsey: „McKinsey hat im April 2024 einen aktuellen Report veröffentlicht, in dem sie prognostizieren, dass die Umsätze auf 1,8 Billionen US-Dollar im Jahr 2035 steigen.“
Tom Soderstrom ist AWS Enterprise Strategist und leitet die AWS Public Sector Chief Technologists Organisation.
(Bild: AWS)
Das „Project Kuiper“ von Amazon stößt somit nicht nur in einen sehr dynamischen Markt vor, sondern erweitert damit auch das Klientel des Konzerns beträchtlich. So können Unternehmen auch an den entlegensten Orten, wie etwa Windfarmen, Solarparks, Produktionsstätten mit schlechter Anbindung oder Forschungseinrichtungen, sicher Daten mit Cloud-Anwendungen auf AWS austauschen. Der Gedanke der Unterstützung von Nachhaltigkeit und Klimaschutz schwingt im ganzen Konzept mit. Soderstrom berichtet: „Etwa 25 Prozent der Anwendungsfälle entfällt auf Überwachung des Klimawandels und auf Naturschutz, weitere 25 Prozent auf Projekte der Wirtschaft.“
Drei Terminals als Daten-Empfänger
Laut Soderstrom hat „Project Kuiper“ den Anspruch, Verbindungen mit geringer Latenz zu niedrigen Kosten bereitstellen. Diese Konnektivität soll für Videokonferenzen, Gaming und HD-Streaming genutzt werden können. Drei Typen von Antennen sollen dafür sorgen, dass alle Arten von Gebäuden, Firmen und Behörden die Kuiper-Sat-Daten unterschiedlich schnell empfangen können. Diese Antennen sind allerdings keine „Schüsseln“, sondern simple Quadrate auf einem Standbein. AWS nennt sie nicht „Antennen“, sondern „Terminals“.
Im März 2023 stellte das Kuiper-Entwicklungsteam drei frühe Versionen vor. Das ultrakompakte Modell erlaubt Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit/s (Mbps), das Standardmodell überträgt bis zu 400 Mbps und das größte Modell, das für Unternehmen, Behörden und Telekommunikation gedacht ist, überträgt 1 Gbit/s (Gbps).
Bausteine der Infrastruktur
Während die Satelliten von wenigen Firmen wie etwa Blue Origin, Arianespace, SpaceX und United Launch Alliance (ULA) in die niedrige Umlaufbahn transportiert werden, lassen sich die drei Antennentypen überall aufstellen, wo ein Empfang möglich ist. Eine weitere Komponente der Infrastruktur sind die Kuiper-Bodenstationen. Diese sind über Glasfaserleitungen mit den jeweils nächstgelegenen AWS-Regionen verbunden. Von dort aus werden die Daten je nach Kundenpräferenz ins Internet, die Public Cloud oder private Netzwerke, etwa von Behörden, weitergeleitet.
Derzeit können Behörden wie etwa große Regierungsapparate über AWS Ground Station Satellitendaten einfach empfangen und verarbeiten, statt Übertragungskapazität selbst aufbauen zu müssen, was vor allem den Steuerzahler freuen könnte.
Ein solches Standard-Terminal lässt sich als Antenne an geeigneten Standorten montieren um Daten von den Project-Kuiper-Satelliten zu empfangen. Es gibt drei Leistungsklassen von Antennen.
(Bild: AWS)
Wie viel die neuen Kuiper-Dienste kosten werden, hat Amazon aber noch nicht verlautbart. „Doch Wirtschaftlichkeit ist ein Schlüsselprinzip bei Project Kuiper“, attestiert Soderstrom. „Und das erklärt auch das hohe Interesse der Wirtschaft an dieser neuen Infrastruktur.“ Amazon deutet auf seiner Webseite an, dass die Nutzungsgebühren von Land zu Land schwanken werden, je nach Anforderungen und Wirtschaftskraft der Endbenutzer. Wie schon jetzt dürften die Nutzer anhand eines Preisrechners ihre lokalen Gebühren pro Service nach Region und Availability Zone berechnen können.
Project Kuiper hat bereits viele Kunden
„Es gibt viele Partner und Kunden, denn dies ist ein neuer Markt“, versichert Soderstrom und nennt aktuelle AWS-Luft- und -Raumfahrtkundenbeispiele. Eine Firma namens AsiaSat nutze Satellitendaten, um Pipelines im Hinblick auf Lecks zu überwachen. Eine weitere Firma namens SatelliteVu habe einen Satelliten gestartet, der die Abwärme von Gebäuden aller Art messe. Bei viel Abwärme gebe die Firma dem Besitzer des Gebäudes Bescheid, was gerade in kühlen Regionen nützlich sein könne.
Stand: 08.12.2025
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„Wir sehen, wie wissenschaftliche Interessen und das Gemeinwohl zusammenkommen“, freut sich der AWS-Manager. So verfügt die finnische Firma ICEYE bereits über mehrere Satelliten und verkauft ihre Daten an die Regierungen der USA und Australiens, um beispielsweise Buschfeuer und Überschwemmungen frühzeitig zu erfassen und zu melden. ICEYE war stark während der Überschwemmungsereignisse in Australien eingebunden, wobei sie ihre SAR-Satellitentechnologie und ihr Flood-Insights-Produkt nutzten, das auf AWS läuft. Auch die australische Firma OZIUS arbeitet für die australische Regierung, um anhand ihrer Sat-Daten die Wiederaufforstung – vor allem nach Buschfeuern – optimal zu planen, beispielsweise für Koalas. Die Universität von Sydney stellte Daten zu 450 Genomen von Koalas gratis ins Internet, die wenig später schwedischen Wissenschaftlern halfen, das genetische Problem der Koalas zu lösen. „Hier kommt die Amazon Open Sustainability Data Initiative zum Tragen“, erläutert Soderstrom, „aber auch die Demokratisierung des Cloud-Zugangs, um in der Space Cloud ein Unternehmen aufzubauen.“ Ein weiterer Kunde ist die dänische Firma Gatehouse Maritime, die Schiffe weltweit im Hinblick auf illegale Aktivitäten in Fischerei und Walfang überwacht.
Die Deutsche Bahn überwacht mit AWS-Satelliten ihre 34.000 Kilometer an Gleisen auf deren Zustand, um sowohl deren Sicherheit, als auch die Nachhaltigkeit – einen Aspekt, mit dem die Bahn für sich wirbt – zu garantieren. Die Firma LiveEO verwendet die AWS Space-Cloud-Lösungen, indem sie große Datenmengen speichert und mithilfe von Machine-Learning-Modellen analysiert.
Auch die NASA speichere laut Soderstrom wertvolle wissenschaftlichen Datensätze in der AWS Cloud, so dass jeder auf diese Daten zugreifen und sie nutzen könne: „Die Satelliten SWOT und NISAR generieren täglich viele Terabyte an Daten.“ Er freue sich auf viele weitere nützliche Anwendungen dieser Datenschätze.