Expansion in Deutschland Wiit kauft Fachkräfte und Edge-Know-how ein

Von Dr. Dietmar Müller 3 min Lesedauer

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Die Wiit AG hat einen Vertrag zum Erwerb des Geschäftsbereichs „Edge & Cloud“ der German Edge Cloud GmbH & Co. KG unterzeichnet. Der italienische Cloud-Provider setzt damit seinen Expansionskurs in Deutschland fort, ganz wie von Geschäftsführer Christoph Herrnkind angekündigt.

Der Geschäftsbereich „Edge & Cloud“ der German Edge Cloud GmbH & Co. KG wird Teil des Mailänder Providers Wiit.(Bild:  frei lizenziert, Hanne73 / Pixabay)
Der Geschäftsbereich „Edge & Cloud“ der German Edge Cloud GmbH & Co. KG wird Teil des Mailänder Providers Wiit.
(Bild: frei lizenziert, Hanne73 / Pixabay)

Die Wiit AG übernimmt einen Teil der der German Edge Cloud GmbH & Co. KG (GEC). Der Geschäftsbereich besteht aus 66 Fachkräften aus den Bereichen IT und Sales, die neben Know-how in Sachen Hybrid Cloud auch tiefe Kenntnisse beim Edge Computing mitbringen. In diesem boomenden Marktsegment findet die Datenverarbeitung nahe am Ort des Entstehens statt.

Der Kaufpreis setzt sich zusammen aus einem Basisbetrag von 2,5 Millionen Euro, der bei Abschluss der Transaktion zu zahlen ist, und Earn-Out-Komponenten von bis zu maximal vier Millionen Euro, die bei Erreichen umsatzabhängiger Ziele zu zahlen sind.

Wiit verstärkt sich mit Edge-Know-how

Die GEC gehört zur Friedhelm Loh Group, unter deren Fittiche sich zudem prominente Anbieter wie Rittal, Eplan, Cideon, LKH oder Stahlo finden. Der erworbene Geschäftsbereich ist für folgende Dienstleistungen zuständig:
– Infrastrukturdienste und Cloud Computing mit besonderem Schwerpunkt auf Datenmanagement, Datenanalyse, virtuelle Arbeitsplätzen usw.
– Edge Computing Appliances mit einsatzbereiten Software- und Hardwaresystemen.

Er bringt darüber hinaus rund 40 Unternehmenskunden mit einem wiederkehrenden jährlichen Gesamtumsatz (ARR) von etwa neun Millionen Euro in die Wiit-Gruppe mit ein, vorzugsweise angesiedelt im strategisch wichtigen Rhein-Main-Gebiet. Sie verstärken das deutsche Team von Wiit aus 388 Mitarbeitern, die sich bislang um 460 Unternehmenskunden kümmerten. Der Umsatz in den ersten neun Monaten des Jahres 2023 lag bei 53,5 Millionen Euro, aktuell betreibt man 16 Rechenzentren in Deutschland, weitere werden in wenigen Wochen hinzukommen.

„In einer Zeit, in der die Suche nach qualifiziertem Personal ein zentrales Thema in unserer Branche ist, starten wir mit diesem Team, das über hervorragende technische und kaufmännische Fähigkeiten und langjährige Erfahrung verfügt, und mit einem so relevanten Kundenportfolio mit übertroffenen Erwartungen ins Jahr 2024“, erklärte Alessandro Cozzi, CEO der Wiit S.p.A. „Zudem rechnen wir in den nächsten 18 Monaten dank der Konsolidierung der Infrastruktur und der Nutzung der übernommenen Ressourcen mit Kostensynergien in Höhe von mehr als drei Millionen Euro.“

Herrnkind lässt Taten folgen

Deutschland-Geschäftsführer Christoph Herrnkind vollstreckt damit die von ihm vor einem Jahr gegenüber CloudComputing-Insider dargelegte Strategie der kontinuierlichen Übernahmen. Unter dem Motto „Cloud4Europe“ lud er hiesige Provider und Systemhäuser dazu ein, sich dem Mailänder Mutterhaus anzuschließen. Mit dessen breitgefächerten Portfolio seien sie besser in der Lage, neue und größere Kunden zu bedienen. Die Strategie von Wiit, dessen Stammsitz in Mailand ist, erinnert an die des Fiat-Konzerns mit Hauptsitz im benachbarten Turin.

Mittlerweile entfällt mehr als die Hälfte des internationalen Business von Wiit auf Deutschland. Kein Wunder, wurden in den vergangenen zwei, drei Jahren mit dem Münchner Cloud-Anbieter Global Access Internet Services, der myLoc, der Mivitec GmbH, der Release42 und der Lansol GmbH doch schon viele hiesige Provider integriert. „Wir streben einen gesunden Mix aus Akquisitionen und natürlichem Wachstum an. Bislang sind wir natürlich um mehr als zehn Prozent jährlich gewachsen, durch die Akquisition hat sich unseren Wachstumsprozess beschleunigt“, so Herrnkind im Sommer vergangenen Jahres. „Dafür stellen wir seit zweieinhalb Jahren unser volles Portfolio für die komplette Betreuung zur Verfügung.“

Angesichts der jüngsten Übernahme freut sich der CEO der Wiit AG besonders über „erhebliche Kostensynergien, sowohl in Bezug auf die Nutzung der Düsseldorfer Rechenzentren als auch im Hinblick auf hochspezialisierte Fachkräfte zur Unterstützung des signifikanten organischen Wachstums, das wir im Jahr 2024 erwarten“.

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