Ausfallrisiko trotz 99 Prozent Verfügbarkeit

Wie sich Verfügbarkeiten exakt berechnen lassen

| Redakteur: Florian Karlstetter

Thomas Wittbecker, Geschäftsführer von Adacor Hosting über Fallstricke bei der Berechnung von Verfügbarkeiten.
Thomas Wittbecker, Geschäftsführer von Adacor Hosting über Fallstricke bei der Berechnung von Verfügbarkeiten. (Bild: Adacor)

Im Rahmen von Hosting-Angeboten werden häufig Aussagen zu Verfügbarkeiten gemacht, die bei genauer Betrachtung nicht aussagekräftig sind. Thomas Wittbecker, CEO der Adacor Hosting, verdeutlicht im Interview die Problematik und macht anhand konkreter Beispiele deutlich, wie sich Verfügbarkeiten genau berechnen lassen.

Die Verfügbarkeit ist heute ein wichtiges Argument für die Bewertung von IT-Dienstleistern. Einige Anbieter werben mit einer 99-prozentigen Verfügbarkeit ihrer Services, andere bereits mit 99,99 Prozent.

Welchen Unterschied machen die Stellen hinter dem Komma in der Praxis aus?

Thomas Wittbecker: Einen entscheidenden! Wenn man den Wert auf ein Jahr bezieht, bedeuten 99,99 Prozent Verfügbarkeit eine maximale Ausfallzeit von 0,876 Stunden, während bei 99 Prozent bereits 87,6 Stunden Ausfall möglich sind. In der Praxis sind das mehrere Tage, an denen ein Service nicht zur Verfügung steht. Je nachdem, wie ein Service-Level-Abkommen formuliert ist, kann die Ausfallzeit auch erheblich länger werden.

Welche Faktoren spielen da mit hinein?

Wittbecker: Ein verbreiteter Fallstrick besteht darin, dass der Bezugspunkt für die Berechnung nicht von vornherein klar ist. Bezieht sich die Verfügbarkeit auf einen Server oder werden auch Faktoren wie die Firewall und Netzanbindung abgedeckt? Einem Kunden nützt ein verfügbarer Server nichts, wenn er für ihn und seine Kunden nicht erreichbar ist. Interessant ist auch, wie lang die Ausfalldauer im Einzelfall sein darf.

Also muss in einem SLA explizit geklärt werden, wann ein Server als verfügbar gilt?

Wittbecker: Korrekt. Besonders schwierig wird es, wenn zwischen der Hardware und dem Kunden noch weitere Dienstleister involviert sind. Beispielsweise betreut eine Webagentur eine Webseite auf einem Server. Es kann sein, dass der Server zwar verfügbar ist, aber aus irgendeinem Grund kein HTTP mehr ausliefert. In dem Fall funktioniert die Webseite nicht, obwohl der Server technisch verfügbar ist. Für den Kunden stellt sich die Sache aber so dar, dass sein Dienst nicht funktioniert. Das Problem hier ist, dass ein Hosting-Anbieter niemals eine Verfügbarkeit oberhalb der Betriebssystemebene garantieren kann. Das Ausfallrisiko auf Applikationsebene muss also mit einkalkuliert werden.

Wie sich auch bei komplexen Anwendungen und Diensten Ausfallrisiken vermeiden lassen erfahren Sie auf der nächsten Seite.

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