„If This Then That“, oder zu deutsch „wenn dies, dann das“ – hinter der Abkürzung IFTTT steckt ein Online-Dienst, mit dem wiederum zahlreiche andere Dienste oder auch Smart Home Geräte verknüpft und automatisierte Aktionen ausgelöst werden können.
Mit dem Online-Dienst IFTTT lassen sich verschiedenste Webanwendungen individuell miteinander verknüpfen. Dies kann vor allem bei häufig wiederkehrenden Tasks durchaus sinnvoll sein.
IFTTT wurde von Linden Tibbets entwickelt und nahm im Jahr 2010 seinen Betrieb auf. Um den Service nutzen zu können, muss man zunächst ein Benutzerkonto anlegen. Ein Zugriff ist aber unter anderem auch über ein vorhandenes Google-, Apple- oder Facebook-Konto möglich. Die Website ist bis heute (Stand: März 2024) lediglich in Englisch verfügbar, aber das sollte für die meisten Nutzer kein allzu großes Problem darstellen. In den Anfangsjahren war IFTTT komplett kostenlos nutzbar und frei von Werbung. Seit 2020 gibt es eine stark abgespeckte freie Version und die beiden Bezahlmodelle IFTTT Pro und IFTTT Pro+.
Das Konzept hinter IFTTT ist: Sobald eine bestimmte Aktion passiert, sorgt der Dienst dafür, dass etwas anderes passiert. In sogenannten Applets, die auch als Rezepte bezeichnet werden, kann der Nutzer festlegen, welche Folgeaktion durch eine Aktion (Trigger) aufgerufen wird. Auf diese Weise lassen sich ganze Heerscharen an Lösungen für sehr viele Online-Dienste erzeugen, die ansonsten nur mit relativ viel händischem Aufwand zu realisieren wären. So lassen sich mit IFTTT zum Beispiel Dienste in der Cloud synchronisieren oder die Verwendung von Social Media Kanälen deutlich vereinfachen.
Erste Schritte mit IFTTT
Ist ein Benutzerkonto erstellt, kann der User entweder auf Tausende vorgefertigter Applets zurückgreifen oder seine eigenen, individuellen Rezepte erstellen. Das funktioniert recht unkompliziert unter der Rubrik „Services“ auf der Website von IFTTT. Dort lässt sich aus einer langen Liste ein Dienst oder ein Gerät aufrufen, für den oder das eine automatische Aktion gestartet werden soll. Weitere Rubriken sind „Collections“ und „Discover“, wo der Dienst kontinuierlich interessante Lösungen präsentiert, die nach Kategorien sortiert vorgestellt werden. Hat der Nutzer bereits einige Applets aktiviert, liefert IFTTT Vorschläge für weitere Rezepte auf der Basis der bisher ausgewählten Dienste und Interessensgebiete.
Für die Aktivierung eines Applets klickt man zuerst auf die entsprechende Schaltfläche und dann auf „Connect“. IFTTT öffnet die entsprechende Seite, auf der man sich mit den Zugangsdaten anmeldet oder neu registriert. Es gibt beispielsweise ein Applet, mit dem man Einladungen zu einer Veranstaltung automatisch in seinen Google-Kalender eintragen lassen kann. Wenn es aufgerufen ist, sind noch einige Angaben zu machen, dann werden die vorgenommenen Einstellungen zum Abschluss mit „Save“ gespeichert. Unter der Rubrik „My Applets“ auf der IFTTT-Website lassen sich die aktivierten Rezepte prüfen, anpassen und bei Bedarf wieder deaktivieren oder löschen.
Eigene Applets kreieren
Wer ein eigenes Rezept erstellen will, klickt auf die Schaltfläche „Create“, dann auf „If This“. Anschließend kann man einen Dienst wählen, zum Beispiel den Google-Kalender, der zwei Stunden vor Beginn einer Veranstaltung eine Nachricht an die eigene E-Mail-Adresse schicken soll. Im nächsten Schritt klickt man auf „Create Trigger“ und dann auf „Then That“ (also welche Aktion der Dienst auslösen soll), wählt seine E-Mail-Adresse aus und bestätigt den Vorgang mit „Finish“. Anschließend kann man prüfen, ob das Applet funktioniert. Ist dies nicht der Fall, kann man es wieder über „My Applet“ bearbeiten oder auf Wunsch löschen.
One fits all – ein Dienst für viele Dienste
IFTTT ermöglicht die Verknüpfung mit zahlreichen Diensten aus den unterschiedlichsten Bereichen. Dazu zählen unter anderem:
Social Media Kanäle: Facebook, Instagram, X (ehemals Twitter), YouTube, LinkedIn (Beispiel: Ein neues Foto oder ein neuer Post wird automatisch auf allen vorher festgelegten Kanälen gleichzeitig veröffentlicht.)
Cloud-Speicher: Dropbox, Google Drive, OneDrive (Beispiel: Mit dem Smartphone aufgenommene Fotos werden direkt und automatisch in der Cloud gespeichert.)
E-Mail- und Nachrichten-Dienste: Outlook, Gmail, Telegram (Beispiel: Wichtige E-Mails werden automatisch in die Cloud kopiert.)
Smart Home Komponenten: TaHoma, Philips Hue, Alexa, Google Home, WeMo, Home Connect (Beispiel: Smart Home Geräte werden abgeschaltet, sobald man das Haus verlässt und umgekehrt.)
Musik und Unterhaltung: Spotify, Soundcloud, Pandora (Beispiel: Songs, die dem Nutzer auf YouTube gefallen haben, werden selbstständig in eine Spotify-Playlist übernommen.)
To-do- und Kalenderdienste: Todoist, Google Calendar, Apple Calendar (Beispiel: Es wird bei einem kurz bevorstehenden Termin automatisch eine Nachricht an das Smartphone gesendet.)
Shopping: Ebay, Amazon (Beispiel: Der IFTTT-Nutzer erhält eine Meldung, wenn ein bestimmter Händler neue Artikel einstellt.)
Reisedienste: Airbnb, Expedia, TripIt (Beispiel: Neue Angebote für ein bestimmtes Reiseziel werden per E-Mail oder SMS übermittelt.)
Finanzdienste: PayPal, Mint (Beispiel: Bei einem Zahlungseingang wird eine Mitteilung gesendet.)
Wetterdienste: Dark Sky, Weather Underground (Beispiel: Zu einer bestimmten Uhrzeit wird der Wetterbericht für den nächsten Tag an das Smartphone übermittelt.)
Fitness und Gesundheit: MyFitnessPal, Jawbone, Fitbit (Beispiel: Der Fitnessdienst schickt per E-Mail eine wöchentliche Zusammenfassung der sportlichen Aktivitäten des Nutzers.)
Diese Liste ist bei weitem nicht vollständig. Für eine komplette Aufstellung sollten Interessenten die Website von IFTTT aufrufen. Wichtig ist auch zu beachten, dass die dort verfügbaren Trigger und Aktionen von Dienst zu Dienst unterschiedlich ausfallen können.
Mögliche Probleme und Hindernisse
Obwohl der Einsatz von IFTTT recht einfach und praktisch ist, können in bestimmten Fällen Probleme auftauchen. Wenn zum Beispiel Smart-Home-Komponenten oder Google Home und Alexa mit deutschen Sprachbefehlen angesteuert werden sollen, werden diese nicht immer erkannt, deshalb ist nach Möglichkeit immer Englisch zu verwenden.
Es kann auch passieren, dass ein verknüpfter Dienst eine Änderung bei seinen API-Zugriffen vornimmt oder komplett einstellt. Dann funktioniert das entsprechende Applet auch nicht mehr. Gleiches gilt, wenn der Nutzer seine eigenen Zugangsdaten wie Passwort, Benutzernamen oder E-Mail-Adresse ändert.
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