Definition: Open-Source-Gateway für Computer-Fernzugriff Was ist Apache Guacamole?

Von zeroshope 3 min Lesedauer

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Apache Guacamole ist ein Open-Souce-Gateway, das den Fernzugriff auf interne und entfernte Systeme und Netzwerke ermöglicht. Der Schlüssel hierfür ist HTML5. Allerdings hat diese Lösung auch potenzielle Nachteile – beispielsweise die Angreifbarkeit.

Apache Guacamole ist ein quelloffenes Gateway für den Fernzugriff auf Computersysteme. Das webbasierte System ermöglicht es, unter Zuhilfenahme von HTML5 ohne einen dedizierten Client auf entfernte Computer oder virtuelle Maschinen zuzugreifen.(Bild:  frei lizenziert © Gerd Altmann /  Pixabay)
Apache Guacamole ist ein quelloffenes Gateway für den Fernzugriff auf Computersysteme. Das webbasierte System ermöglicht es, unter Zuhilfenahme von HTML5 ohne einen dedizierten Client auf entfernte Computer oder virtuelle Maschinen zuzugreifen.
(Bild: frei lizenziert © Gerd Altmann / Pixabay)

Apache Guacamole ist die Bezeichnung für ein Gateway, das frei verfügbar und quelloffen ist. Es ermöglicht den Fernzugriff auf Computersysteme beziehungsweise Netzwerke und arbeitet plattformunabhängig. Dies bedeutet, dass die von der Apache Software Foundation betreute Lösung keinen speziellen Klienten benötigt. Vielmehr genügt ein Webbrowser, der den HTML5-Standard unterstützt. Dieser ist der Schlüssel zur Funktionsfähigkeit des Gateways.

Der Aufbau des Gateways ist recht einfach. So setzt sich Apache Guacamole aus folgenden zwei Basis-Komponenten zusammen: Mit der Web-Applikation und einem Backend-Dienst namens „guacd“ existieren gerade einmal zwei Basis-Bausteine, die das Fundament des Gateways bilden. Die über den Browser genutzte Web-App erfüllt dabei die folgenden Aufgaben:

  • Benutzeroberfläche
  • Autorisierung
  • Authentifizierung
  • Verwaltungsaufgaben

Die Web-Anwendung verfügt dabei über einen integrierten Klienten, der in JavaScript geschrieben ist. Dieser kommuniziert direkt mit dem in Java und C verfassten Backend-Dienst, der alle serverseitigen Aufgaben verrichtet. Konkret handelt es sich um diese Vorgänge:

  • Nutzung von einem der drei Protokolle VNC (Virtual Network Computing), Microsofts RDP (Remote Desktop Protocol) und SSH (Secure Shell) und Übersetzung in das Guacamole-Protokoll für eine effiziente Kommunikation,
  • dynamisches Laden der Unterstützung für die Unterstützung der Protokolle (diese Details müssen also nicht bereits im Backdienst oder in der Web-App hinterlegt sein),
  • Kommunikation zwischen Server und Web-Anwendung unter Nutzung der Bibliothek „libguac“.

Einsatz als Servlet-Container

Apache Guacamole wird via Apache Tomcat als Servlet-Container zur Verfügung gestellt, der die Verbindung zum Zielsystem herstellt. Dadurch ist es möglich, verschiedene Remote-Zugänge auf der Nutzerebene ausschließlich mittels dieser Lösung zu konfigurieren. Verwaltete Zielrechner müssen dabei nicht einmal physisch existieren, sondern können auch vollständig als Cloud-Arbeitsplätze eingerichtet worden sein.

Sicherheitsaspekte

Die Vorteile des Systems ergeben sich aus den Darstellungen der vorherigen Abschnitte. Sie lassen sich mit den Worten Flexibilität, Einfachheit und Effizienz zusammenfassen. Zwangsläufig stellt sich allerdings die Frage, ob auch Nachteile zu berücksichtigen sind. Insbesondere die Sicherheit vor Angriffen steht dabei im Fokus. Theoretisch haben die Entwickler daran gedacht. So lassen sich Zielsysteme (vermeintlich) sicher hinter Guacamole isolieren und müssen nicht direkt mit dem Netz verbunden sein.

Praktisch zeigten sich in der Vergangenheit aber immer wieder Schwachstellen. 2020 veröffentlichte beispielsweise das Check-Point-Research-Team gleich zwei schwerwiegende Sicherheitslücken, die anschließend beseitigt wurden (Version 1.2.0). Dies erinnert an das allgemeingültige Gebot, Updates stets so schnell wie möglich einzuspielen.

Die Geschichte von Apache Guacamole

Die Wurzeln von Apache Guacamole reichen bis ins Jahr 2010 zurück. Damals entwickelte Michael Jumper Guacamole einen auf HTML5 basierenden Klienten, der für VNC gedacht war. Zum Management der Lösung gründete sich das Unternehmen Glyptodon LLC, das aber im Jahr 2016 das gesamte Projekt an die Apache Software Foundation übergab. So erklärt sich auch der Name des Gateways, das seit der Übergabe unter einer Apache-Lizenz steht. Version 1.0 der Software wurde im Januar 2018 veröffentlicht. Im Februar 2023 erschien Version 1.5.

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