Durch COVID-19 erfuhr die Digitalisierung einen zusätzlichen Schub. Aber warum liegt gerade das Thema Multi-Cloud aktuell so im Trend? Und welche Rolle spielt dabei die Pandemie?
Corona und kein Ende: Homeoffice, flexible Geschäftsprozesse und ein externes digitales Handeln im großen Stil werden wohl das neue Normal bleiben – unterstützt durch die Cloud.
Die weltweit herrschende Pandemie verändert unser Leben gravierend: sowohl privat als auch beruflich. Im Frühjahr 2020 forderte die Politik Unternehmen erstmals auf, ihren Mitarbeitern wenn möglich sofort das Arbeiten von zuhause zu ermöglichen. Nun wurde die Aufforderung zum Homepffice im Januar 2021 noch einmal verstärkt, um das Infektionsrisiko erneut zu minimieren – „Business as usual“ gehört nach wie vor der Vergangenheit an.
Die Umstellung auf den Heimarbeitsplatz für alle sorgte in vielen Unternehmen für Chaos und große Herausforderungen: Von der Ausstattung der Mitarbeiter mit Laptops oder Tablets, ausreichend Bandbreite, über die notwendigen Collaboration-Tools, Möglichkeiten des Datenzugriffs aus dem Homeoffice, des Datenaustausches und des Dokumenten-Sharings bis hin zur Gewährleistung der Sicherheit aller digitalen Prozesse.
Aufgaben, die abgesehen von der Ausstattung der Mitarbeiter mit der entsprechenden Hardware, überhaupt nur mit schnell einsetzbaren Cloud-Lösungen zu bewerkstelligen waren – und somit ein Grund, weshalb im Zuge der Pandemie auch die Cloud-Nutzungsrate deutlich zunahm. Denn die Anforderungen an Ausfallsicherheit, Agilität, Flexibilität sowie Unabhängigkeit von Cloud-Anbietern rückten für die Unternehmen immer mehr in den Vordergrund.
Überdenken bisheriger Cloud-Strategien
Genau hierauf zahlt die Multi-Cloud-Strategie ein. Sie ermöglicht eine flexible und schnell skalierbare Infrastruktur und verhindert die Abhängigkeit von einem oder wenigen Anbietern von Cloud-Lösungen. Außerdem können mit Multi-Cloud Ansätzen auch die geltenden Compliance-Anforderungen erfüllt werden.
Mit der Pandemie rückt noch ein wichtiger Punkt in den Vordergrund: Kosten. Laut Gartner sind im Jahr 2020 die IT-Ausgaben aufgrund immer knapper werdenden Budgets um rund 7,3 Prozent zurückgegangen. Auch deswegen ist es notwendig, die eigene IT zu konsolidieren und durch die Nutzung von preisgünstigen Cloud-Lösungen die – teilweise erhöhten – Anforderungen an die IT trotzdem kurzfristig abbilden zu können. Ein weiterer Vorteil des Multi-Cloud-Ansatzes ist die Vermeidung eines Single Point of Failure – denn wer in Bezug auf Cloud-Angebote flexibel agiert, erhöht die Ausfallsicherheit.
Doch bei all den vielen Vorteilen des Multi-Cloud-Ansatzes gibt es dennoch einige Punkte zu beachten, damit Unternehmen auch langfristig damit Erfolg haben.
1. Sicherheit Jedes Unternehmen verfügt über sensible und schützenswerte Daten. Bereits bei der Nutzung einer einzelnen Cloud-Lösung gilt es, die Sicherheit der Daten in der Cloud und der damit verbundenen Infrastruktur und Prozesse zu gewährleisten – Anforderungen, die bei einem Multi-Cloud-Ansatz aufgrund der zunehmenden Komplexität und Angriffsfläche steigen. Dafür ist die Integration von Security- und Cloud-Lösungen nötig, was aber nicht für jedes Unternehmen einfach und schnell umsetzbar ist. Verstärkt wird diese Herausforderung noch durch die nächste:
2. Fachwissen und Fachkräftemangel Viele Unternehmen verfügen nicht über ausreichend eigene Fachkräfte und Erfahrung, um eine Multi-Cloud-Strategie umzusetzen. Das unterstreicht auch die IDG-Studie „Cloud Native 2020“: Fehlendes Know-how und Fachkräftemangel belegen dabei Platz zwei und drei der Top-10-Hürden und Bedenken beim Cloud-Einsatz mit jeweils 26,5 Prozent.
3. Hoher Management-Aufwand Hinter einer Multi-Cloud-Strategie verbirgt sich ein hoher Verwaltungsaufwand. Multi-Vertragsmanagement, aufwändige Governance für die Erstellung von Servicekatalogen und die Verwaltung des Multi-Cloud-Bestandes – das alles erfordert Zeit und Erfahrung, die aber in Unternehmen oftmals fehlt. Außerdem müssen folgende Fragen geklärt werden: Mit welchen Tools lassen sich unterschiedliche Cloud-Plattformen mit einer einheitlichen Oberfläche verwalten? Wer ist dafür zuständig? Wie können vorhandene Wissenslücken geschlossen werden? Sind eigene Mitarbeiter beteiligt, sollte berücksichtigt werden, dass die Schulung der Mitarbeiter Zeit in Anspruch nimmt. Insgesamt kann es daher ratsam sein, sich externe Unterstützung und Erfahrung zu Nutze zu machen, um den Mitarbeitern der IT die Möglichkeit zu geben, weiterhin andere wichtige Aufgaben voranzutreiben und nicht in der komplexen Multi-Cloud-Verwaltung zu versinken. Außerdem ist es wichtig, eine „Fail Fast-Mentalität“ zu verankern. Hier geht es darum, Fehler frühzeitig zu identifizieren und aus ihnen zu lernen.
Stand: 08.12.2025
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New Normal und wie es weitergeht
Ein Multi-Cloud-Ansatz kann Unternehmen in unserer neuen Normalität einen positiven Mehrwert bringen – wenn er richtig aufgesetzt wird. Denn Flexibilität, Produktivität, Zusammenarbeit, Remote Working und Kosten sind aktuell wichtiger denn je, um den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten und dessen Fortbestand zu sichern. Fehlen im Unternehmen die nötigen Erfahrungen oder Ressourcen, ist es ratsam auf externe Experten zurückzugreifen.
Matthijs Stevens, Orange Business Services.
(Bild: Orange Business Services)
* Der Autor Matthijs Stevens ist Head of Cloud Europe bei Orange Business Services und arbeitet seit über neun Jahren für das Unternehmen. Er ist Leiter des Expertenteams, das Kunden hilft, Herausforderungen in Bezug auf Cloud-Lösungen zu bewältigen und Unternehmen auf dem Weg der digitalen Transformation unterstützt.