5 widerlegte Cloud-Mythen Warum Anwaltskanzleien bei der Cloud zögern

Ein Gastbeitrag von Florian Riedel* 3 min Lesedauer

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Zwar hat sich die Cloud-Technologie in vielen Branchen bereits erfolgreich etabliert, aber im Rechtswesen sorgen längst widerlegte Cloud-Mythen noch immer für Verunsicherung.

Mit branchenspezifischen Softwarelösungen und generativen KI-Tools könnten sich Kanzleien zu hoch effizienten Rechtsunternehmen weiterentwickeln – doch bisher zu wenige Kanzleien nutzen diese Chance.(Bild:  Yingyaipumi - stock.adobe.com)
Mit branchenspezifischen Softwarelösungen und generativen KI-Tools könnten sich Kanzleien zu hoch effizienten Rechtsunternehmen weiterentwickeln – doch bisher zu wenige Kanzleien nutzen diese Chance.
(Bild: Yingyaipumi - stock.adobe.com)

Unser aktueller „Legal Tech Report“ zeigt, dass Kanzleien es in der Vergangenheit vielfach vorgezogen haben, ihre Daten selbst zu speichern und zu verwalten. Auch wenn sich eine Trendwende abzeichnet und 37 Prozent der Kanzleien erwägen, in den nächsten Jahren auf cloudbasierte SaaS-Lösungen (Software-as-a-Service) zu wechseln, gibt es immer noch Vorbehalte. Diese fünf Mythen halten Anwaltskanzleien davon ab, auf eine cloudbasierte Kanzleisoftware umzusteigen.

1. Mythos: Der Cloud mangelt es an Datensicherheit

Viele Kanzleien befürchten, dass sensible Mandantendaten in der Cloud nicht ausreichend geschützt sind. Sie gehen davon aus, dass sie ihre Daten auf den eigenen Servern besser vor einem unbefugten Zugriff schützen können. Aber das Gegenteil ist der Fall: Die Sicherheitsmaßnahmen, die seriöse Cloud-Anbieter heutzutage gewährleisten, liegen in der Regel weit über den Standards, die Kanzleien selbst umsetzen können. Die Rechenzentren etablierter Anbieter sind nach DIN EN ISO 27001 zertifiziert, bieten End-to-End-Verschlüsselung, Datenhaltung an verschiedenen Standorten, mehrstufige Authentifizierungsprozesse sowie strenge Zugangskontrollen – einen vergleichbaren Sicherheitsstandard in der eigenen Kanzlei zu schaffen, wäre sehr aufwändig und teuer.

2. Mythos: Die Datenverarbeitung in der Cloud ist nicht rechtskonform

Für Anwaltskanzleien spielt die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und der Datenschutzgesetze (z.B. DSGVO) eine große Rolle. Der rechtssicheren Verarbeitung ihrer Daten in der Cloud stehen sie deshalb skeptisch gegenüber und befürchten, dass diese rechtliche Probleme nach sich ziehen könnte. In Wirklichkeit umfassen die Verträge und Vereinbarungen seriöser Cloud-Anbieter jedoch nicht nur die Einhaltung aller gesetzlichen Bestimmungen, sondern die Daten werden auch auf Servern in den Ländern gespeichert, in denen extrem hohe Datenschutzstandards gelten.

3. Mythos: Die Cloud ist teuer und bietet weniger Funktionsumfang als On-Premises-Lösungen

Viele Kanzleien unterliegen dem Trugschluss, dass die Nutzung einer SaaS-Lösung langfristig teurer ist als eine On-Premises-Lösung und dass sie möglicherweise nicht über den benötigten Funktionsumfang verfügt. In der Realität bieten moderne Cloud-Lösungen allerdings meistens einen gleich-, wenn nicht sogar höherwertigen Funktionsumfang. Dank regelmäßiger Updates sowie einer konstanten Weiterentwicklung der Lösung ist sogar sichergestellt, dass die Cloud-Lösung – ohne weiteres Zutun der Kanzlei – immer auf dem aktuellsten Stand ist. Hinsichtlich der Kosten sind Cloud-Lösungen zudem transparent und skalierbar und es gibt keine versteckten Kosten für Wartung, IT-Support und Hardware. Das macht die Nutzung der Cloud-Technologie günstiger und effektiver als der Betrieb eines eigenen Servers.

4. Mythos: Die Cloud ist unzuverlässig, da abhängig vom Internet

Einige Kanzleien äußern Bedenken, dass eine instabile oder langsame Internetverbindung ihre Arbeit beeinträchtigen könnte – insbesondere beim Umgang mit vielen Dokumenten und großen Datenmengen. Moderne Cloud-Lösungen sind jedoch so konzipiert, dass sie auch bei schwankenden Bandbreiten zuverlässig funktionieren und zudem Funktionen für das Offline-Arbeiten sowie das „Mitnehmen“ von Daten bieten.

5. Mythos: Mit der Cloud verliert man die Kontrolle und ist weniger flexibel

Manche Anwaltskanzleien befürchten, dass sie durch die Nutzung von Cloud-Diensten die Kontrolle über ihre Daten und Software verlieren und weniger flexibel agieren können. Fakt ist allerdings, dass die meisten Cloud-Dienste umfassende Kontroll- und Konfigurationsmöglichkeiten anbieten, was die Kanzleien in die Lage versetzt, ihre Prozesse individuell nach Bedarf zu steuern. So sorgt die Cloud dafür, dass einerseits die Flexibilität gewahrt bleibt, während die Kanzleien andererseits von den Vorteilen einer professionellen Verwaltung und Wartung sowie automatisierten Backups durch den Cloud-Anbieter profitieren.


* Der Autor Florian Riedel ist zuständig für Produkt Marketing LFM bei stp.one.

Bildquelle: stp.one

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