Kommentar Von Cloud-Abkehr kann keine Rede sein

Ein Gastkommentar von Gregor von Jagow* 2 min Lesedauer

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Cloud Computing hat in seiner Anfangszeit Unternehmen mit großen Versprechungen gelockt. Teilweise, das wissen wir heute, mit zu großen Versprechungen. Und doch braucht man der Cloud nicht den Rücken zu kehren.

Die meisten Versprechen hat das Cloud Computing erfüllt und für neue Technologien wie KI ist es unentbehrlich – eine Kehrtwende ist also nicht notwendig, findet Gregor von Jagow von Red Hat.(Bild:  mantinov - stock.adobe.com)
Die meisten Versprechen hat das Cloud Computing erfüllt und für neue Technologien wie KI ist es unentbehrlich – eine Kehrtwende ist also nicht notwendig, findet Gregor von Jagow von Red Hat.
(Bild: mantinov - stock.adobe.com)

Mit etwas Abstand betrachtet, ist der Cloud zu attestieren, dass sie viele der erhofften Vorteile halten konnte – von der einfachen Skalierbarkeit über eine schnellere Bereitstellung bis hin zum unkomplizierten Zugang zu neuen Technologien wie KI.

Allerdings ist und war die Cloud nie die Antwort auf alles oder ein Allheilmittel für den fehlenden technologischen Reifegrad in Unternehmen. Umso erstaunlicher ist es, dass sich in jüngster Zeit kritische Stimmen mehren, die beinahe schon im Tenor eines Abgesangs die Rückführung einzelner Workloads in On-Premises-Lösungen mit einer generellen Abkehr vom Cloud Computing gleichsetzen. Diese Entwicklung lohnt daher einer Einordnung.

Unbestreitbar ist, dass Unternehmen ihre anfänglichen Cloud-Entscheidungen neu evaluieren – ein richtiger und wichtiger Schritt. Aktuell setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass nicht jeder Workload zwangsläufig in die Cloud muss, nicht jede Strategie erfolgreich ist und nicht jeder Anbieter die passenden Services liefert.

Vielmehr kommen Unternehmen zu dem Schluss, dass Ansätze aus Hybrid-, Multi-, Private-Cloud und On-Premises auf Open-Source-Basis den größten Mehrwert bieten und relevanter denn je sind. Die Rückholung einzelner Workloads ist eine bewusste Entscheidung, die Unternehmen jetzt im Einzelfall treffen.

Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von Latenzproblemen über die gestiegene Komplexität bis hin zu rechtlichen Bedenken und höheren Kosten. Die Cloud wird damit intelligenter und genau dort eingesetzt, wo sie den größtmöglichen Mehrwert bietet.

Diese Entwicklung bedeutet allerdings nicht, dass das Cloud Computing an Relevanz verliert, wie eine Studie von Red Hat unter 609 IT-Managerinnen und -Managern aus sechs Ländern belegt: Fast neun von zehn (87 %) der deutschen Befragten nennen Investitionen in Cloud-Technologien als eine ihrer Prioritäten für das Jahr 2025. Die Studie macht auch deutlich, dass die Cloud weit mehr ist als eine Methode, um Ressourcen auszulagern.

Denn während die Cloud-Technologie bereits ihren festen Platz in der IT hat, steht der nächste große Trend – die künstliche Intelligenz (KI) – noch ganz am Anfang. An dem omnipräsenten Thema KI führt für Unternehmen mit Blick auf Effizienz und Wettbewerbstauglichkeit de facto kein Weg vorbei, es mangelt allerdings oftmals an den dafür notwendigen Kapazitäten und der Expertise.

Einen Ausweg aus diesem Dilemma bietet die Cloud. Als zentraler Enabler schlägt sie die technologische Brücke, mit deren Hilfe Unternehmen jeder Größe Innovationen vorantreiben können. In Verbindung mit den richtigen Anbietern bietet sie einen einfachen Einstieg in die KI-Welt, der zunächst auch aus kleineren Projekten und Small Language Models bestehen kann. Eine wichtige Aufgabe ist dabei die Überwindung dieses Skill Gap und die Demokratisierung der KI.

Nach den Jahren überzogener Erwartungen hat die Cloud ihren zentralen Platz in der IT-Welt gefunden. Unternehmen schätzen die Vorteile realistisch ein und treffen bewusste Entscheidungen. Das bedeutet auch, dass einige der eventuell überhastet migrierten Workloads wieder zurückgeholt werden. Eines bedeutet es aber auf keinen Fall: Die Abkehr von der Cloud.


* Gregor von Jagow ist Senior Director und Country Manager Germany bei Red Hat.

Bildquelle: Red Hat

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