Seeburger: Plattformstrategie für eine vernetzte Zukunft Vom EDI-Pionier zum digitalen Rückgrat für unternehmenskritische Datenflüsse

Von Elke Witmer-Goßner 3 min Lesedauer

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Wie behält ein deutsches Unternehmen Oberwasser zwischen preis-aggressiven oder marketing-starken Konkurrenten? Der deutsche Softwareanbieter Seeburger hat sich über Jahrzehnte hinweg als feste Größe im Bereich EDI und B2B-Integration etabliert. In einer sich rasant weiterdrehenden IT-Welt, denkt das familiengeführte Unternehmen seine Rolle neu.

Die Seeburger AG will mit ihrer Business Integration Suite zum Rückgrat unternehmenskritischer Datenflüsse in hybriden IT-Landschaften werden, unabhängig von Branche, System oder Standort.(Bild:  Seeburger AG)
Die Seeburger AG will mit ihrer Business Integration Suite zum Rückgrat unternehmenskritischer Datenflüsse in hybriden IT-Landschaften werden, unabhängig von Branche, System oder Standort.
(Bild: Seeburger AG)

Seeburger, mit Hauptsitz in Bretten (Baden-Württemberg), hat sich als zentrale Plattform für Datenintegration in einer hybriden und zunehmend regulierten IT-Landschaft moderner Unternehmen positioniert. Nahtlose Datenflüsse unabhängig von Format, System, Branche oder Standort – mit maximaler Kontrolle für die Kunden – sind jetzt möglich.

Von der EDI-Nische zur universellen Integrationsplattform

Traditionell war Seeburger als Anbieter für EDI-Lösungen (Electronic Data Interchange) vorwiegend im Automotive-Umfeld unterwegs. Heute positioniert sich das Unternehmen mit der „Seeburger Business Integration Suite“ (BIS) als umfassende Plattform für die Integration von Daten, Anwendungen, Partnern und Prozessen.

Im Kern, erklärt Dr. Matthias Kuntz, Co-CTO bei Seeburger, war die Ursprungslösung eine klassische Datendrehscheibe: „Über standardisierte Konnektoren und Adapter konnten unterschiedlichste Kundensysteme angebunden werden und Datenströme über eine integrierte Workflow-Engine orchestriert werden.“ Seit 2012 bietet Seeburger diese Leistungen nicht nur als Softwarelösung, sondern auch im Rahmen eines Managed Service an – also als betreuten Dienst, der den Kunden die technische Komplexität abnimmt.

Inzwischen verfolgt Seeburger einen Plattformansatz, der über klassische EDI hinausgeht: Die BIS Plattform dient als zentrales Rückgrat für verschiedenste Datenflüsse – von Supply Chain, Logistik und Produktion bis hin zu SAP-Prozessen, Cloud-Systemen und digitalen Services.

Die Plattform ist sowohl On-Premises als auch in verschiedenen Cloud-Modellen (Private, Public, Hybrid) verfügbar und unterstützt neben klassischen B2B/EDI-Protokollen auch API-Management, MFT (Managed File Transfer), IoT-Integration und Event-basierte Architekturen.

Cloud mit Wahlfreiheit, aber Kontrolle

Ein zentraler Aspekt der Strategie ist die konsequente Multicloud-Fähigkeit mit Fokus auf Kundensouveränität. Seeburger betreibt eigene Rechenzentren in Deutschland und weiteren Ländern, bietet aber auch Cloud-Betrieb auf Hyperscalern wie AWS an. Kunden sollen dabei die volle Wahlfreiheit behalten inklusive der Möglichkeit, jederzeit zwischen Betriebsmodellen zu wechseln oder auch wieder „zurückzuholen“.

Diese Philosophie zielt auf digitale Souveränität im Sinne der Kunden ab. Seeburger legt Wert auf Transparenz, Vertragsklarheit und ein Geschäftsmodell, das sich vom „Vendor Lock-in“ vieler Plattformanbieter bewusst abgrenzt.

Strategisches Wachstum durch Branchenfokus

Seeburger adressiert gezielt stark regulierte und komplexe Branchen wie Automotive, Pharma, Logistik, Finanzdienstleistungen, Fertigung und Energieversorgung. Für diese bietet die Plattform spezielle Branchenpakete, vordefinierte Konnektoren und Compliance-Funktionen. Damit will Seeburger nicht nur technische Integration leisten, sondern auch domänenspezifische Mehrwerte schaffen – etwa im Bereich von GDP (Good Distribution Practice), Zollabwicklung oder Nachhaltigkeitsreporting (z. B. CSRD).

Fokus war und ist nach wie vor der Datenaustausch. Wir verstehen uns als Business-Beschleuniger – wir befähigen Unternehmen, Daten auf allen möglichen Integrationsfeldern sicher und effizient auszutauschen.

Dr. Matthias Kuntz, Co-CTO bei Seeburger

Dabei geht es zunehmend auch um Use Cases jenseits klassischer EDI-Prozesse: Digitale Produktpässe, Lieferkettennachweise, Event-getriebene Echtzeitdatenflüsse und KI-basierte Datenanalysen werden integraler Bestandteil der Plattformstrategie.

Investitionen in Plattform und Partnerökosystem

Technologisch setzt Seeburger auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung der BIS Plattform, u. a. mit Blick auf Kubernetes-Fähigkeit, Self-Service-Portale, rollenbasiertes Zugriffsmanagement und Cloud-native und KI-gestützte Entwicklung sowie Low-Code-Erweiterungen. Gleichzeitig will das Unternehmen sein Partnerökosystem ausbauen: Dazu gehören Systemintegratoren, Beratungshäuser und Plattformanbieter, mit denen gemeinsam noch mehr branchenspezifische Komplettlösungen entstehen sollen.

Die eigene Entwicklungsleistung bleibt aber zentraler Pfeiler der Strategie: Rund ein Drittel der Belegschaft arbeitet in Entwicklung und Produktmanagement – für Seeburger der hauptsächliche Indikator für den Plattformfokus und die langfristige Eigenständigkeit.

Integrationsplattform mit Haltung

Seeburger positioniert sich als europäische Antwort auf die fragmentierte Integrationslandschaft globaler IT-Welten. Der strategische Fokus auf Plattform, Souveränität und Branchenkompetenz soll dem Mittelständler nicht nur neue Marktchancen eröffnen, sondern auch seine bestehende Kundenbasis weiter festigen. Im Zentrum steht dabei die Überzeugung, dass Digitalisierung nur gelingt, wenn Unternehmen Herr ihrer Datenströme bleiben – und diese nahtlos, sicher und transparent fließen können.

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