Auf der „VMware Explore 2025“ zelebriert Broadcom „Cloud Foundation“ als KI-natives Zukunftsmodell für Private und Hybrid Clouds. Den Weg dorthin ebnen sollen KI- und Kubernetes-Tools, Kooperationen mit Nvidia, AMD und Canonical sowie eine Datenplattform für KI-Anwendungen.
Auf der „VMware Explore 2025“ positioniert Broadcom „Cloud Foundation“ als Vorreiter für Private und Hybrid Cloud-Architekturen.
(Bild: Broadcom / Canva)
Auf der Jahreskonferenz „VMware Explore 2025“ in Las Vegas hat Broadcom eine Palette von Neuerungen angekündigt, die VMware als Vorreiter bei der Integration Künstlicher Intelligenz (KI) und der Repatriierung aus der Public in die Private Cloud sowie als flexibles Zuhause auch für die Cloud-native-Entwicklung positionieren sollen. „Mehr als 90 Prozent der IT-Fachleute vertrauen auf die Private Cloud bei Sicherheit und Compliance, 70 Prozent planen, Arbeitslasten von der öffentlichen in die private Cloud zurückzuführen“, betonte Broadcom-CEO Hock Tan zur Konferenzeröffnung.
Broadcom-CEO Hock Tan auf der Bühne bei der Eröffnung von „VMware Explore 2025“ in Las Vegas.
(Bild: Broadcom)
Wo „lange Zeit Private Clouds nicht mit der Public Cloud mithalten konnten“, habe das VMware-Flaggschiff „Cloud Foundation“ (VCF) mit dem Update 9.0 „diese Lage grundlegend verändert“. Die Plattform soll „Silos aufbrechen sowie Teams für IT, Entwicklung, Sicherheit, Netzwerk und Apps auf einer einheitlichen Grundlage zusammenbringen“. Auch Tan geht es dabei nicht um eine Public-Cloud-Abstinenz, sondern um eine nahtlose Hybrid-Cloud-Architektur, für die er VMware als Zukunftsmodell sehen will.
VCF soll KI-nativ werden
Monitoring- und Entwicklungstools für KI-Anwendungen werden sukzessive in VCF integriert.
(Bild: Ulrike Ostler // Vogel IT-Medien)
Tans poetische Versprechen sollen mit einer Reihe prosaischer, aber konkreter Neuerungen unterfüttert werden. Um die Jahreswende 2025/2026 will Broadcom VCF-Kunden ein Paket von „Private AI“-Diensten zur Verfügung stellen, darunter ein Monitoring der GPU-Auslastung, einsatzbereite Speicher- und Ausführungsumgebungen für KI-Modelle, Tools für die Erstellung von KI-Agenten, eine Vektorendatenbank und Prozesse für die Indexierung und den Abruf von Daten. Damit sollen Kunden KI-Anwendungen zusammen mit ihren übrigen Workloads in einer Plattform integrieren könne.
Zu den weiteren KI-Funktionen, deren Erscheinungsdatum noch nicht feststeht, gehören ein KI-Assistent für Diagnostik und Fehlersuche, Unterstützung für die Einbindung externer KI-Tools über das Model Context Protocol (MCP) und eine flexible Ausführungsumgebung für Modelle auf der Hardware verschiedener Hersteller wie Nvidia und AMD. Zudem arbeitet Broadcom an einer besseren Mandantenfähigkeit für die Nutzung von KI-Modellen.
Monitoring- und Entwicklungstools für KI-Anwendungen werden sukzessive in VCF integriert.
(Bild: Ulrike Ostler // Vogel IT-Medien)
Weitere Updates sollen die Position von VCF gegenüber Cloud-native-Plattformen stärken. Die Speicherplattform „vSan“ wird eine direkte Speicherung unstrukturierter Daten ohne proprietäre Hardware oder Lizenzen anderer Anbieter bieten. Für die Bereitstellung und Verwaltung von Kubernetes-Clustern wird VCF künftig den „GitOps“-Praktiken folgen und dafür Versionskontrolle über „Git“, das Deployment-Tool „Argo CD“ und das „Istio Service Mesh“ für Networking und Monitoring integrieren.
VMware nach dem Broadcom-Kauf
Nach dem Kauf von VMware im November 2023 stellte Broadcom sukzessive ein breites À-la-carte-Angebot von (teils zeitlich unbegrenzten) Lizenzen auf ein striktes und teureres Abonnement-Modell um, welches die Produktpalette von VMware in wenigen vordefinierten Bündeln zusammenführt. Das Flaggschiff ist die „VMware Cloud Foundation“ (VCF), eine umfassende Private Cloud-Plattform, die Virtualisierung (vSphere), Speicher (vSan) und Netzwerk (NSX) vereint.
Die Folge der Neuerungen war deutliche Frustration bei vielen Kunden, die teils nach Ausweichmöglichkeiten suchten und Migrationspfade einschlugen. Auch Mitbewerber versuchen verstärkt, zu VMware aufzuholen und sich als vollumfängliche Alternativen zu positionieren.
Zugleich kann Broadcom bislang seine Hartnäckigkeit als Erfolg werten. Im Juni 2025 berichtete Broadcom-CEO Hock Tan, 87 Prozent der 10.000 größten VMware-Kunden auf das neue Abo-Modell umgestellt zu haben, auch wenn unklar bleibt, wie viele Kunden von dem Angebot überzeugt sind und wie viele Zeit für einen komplizierten Migrationsprozess gewinnen wollen.
Ein gewichtiges Argument gegen einen Wegzug brachte VMware noch im Juni 2025 mit der Veröffentlichung von VCF 9.0 ins Spiel. Das Update beinhaltete über 100 Verbesserungen und Neuerungen für die Installation, Verwaltung und Skalierung von Private Cloud-Umgebungen und eine tiefere Integration von VMs, Containern und Kubernetes.
Kooperationen mit AMD, Nvidia und Canonical
Um aktuelle KI-Hardware besser in VCF zu integrieren, kooperiert Broadcom sowohl mit Nvidia als auch mit AMD. So wird VCF die Nvidia „Blackwell“-Architektur von „B200“-GPUs bis zu Netzwerkbeschleunigern plattformseitig unterstützen. Mit AMD integriert Broadcom die Nutzung von „MI350“-GPUs und die Softwareplattform „Rocm“ unter anderem für Inferenz- und RAG-Workloads (Retrieval Augmented Generation) in der Private Cloud.
Stand: 08.12.2025
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Die Bereitstellung von Container-Anwendungen in VCF insbesondere für KI-Workloads will Broadcom zudem zusammen mit dem Ubuntu-Entwickler Canonical erleichtern. Die Kooperation soll ein Unterstützung für Ubuntu-spezifische, minimalistische „chiseled Container“ und einen erweiterten Support für Ubuntu Pro inklusive getesteter Sicherheitspatches in VCF bringen. Zudem sollen Ubuntu-Images mit virtualisierten GPU-Treibern eine Unabhängigkeit von externen Ressourcen bei der Einrichtung von Arbeitsumgebungen für KI-Workloads sicherstellen.
„Tanzu Data Intelligence“ soll heterogene Daten (auch) für KI-Anwendungen vorbereiten
Zugleich hat Broadcom die Verfügbarkeit der Datenplattform „VMware Tanzu Data Intelligence“ verkündet. Diese soll in einer Oberfläche heterogene und umfangreiche Unternehmensdaten in Echtzeit oder stapelweise zusammenführen und für die skalierbare Auswertung in der Datenanalyse, im Modelltraining und für agentische KI-Funktionen bereit machen.
Die Unterstützung nicht nur von SQL-Abfragen, sondern auch einer vektorbasierten Suche nach semantischen Ähnlichkeiten soll die Attraktivität der Plattform für KI-Anwendungsfälle besonders steigern. Dabei sollen Herkunft und Speicherort der Daten auch unter Governance-Gesichtspunkten stets nachverfolgbar werden. Data Intelligence soll nahtlos mit „VMware Tanzu Plattform“ integrierbar und für den Einsatz in Private Clouds auf Basis von VCF optimiert sein.
KI- und Observability-Funktionen für „Tanzu Plattform“
Sicherheits- und Compliance-Funktionen von VCF- und Tanzu.
(Bild: Ulrike Ostler // Vogel IT-Medien)
Für „Tanzu Plattform“ als Entwicklungs- und Operationsplattform für Cloud-native-Workloads kündigte Broadcom das Update 10.3 an. Dieses ermöglicht die feinjustierte Einstellung von Nutzungskontingenten für KI-Modelle und eine weitgehendere Einbindung automatisierter Auslöser für Benachrichtigungen oder Aktionen (Webhooks) in der Arbeit mit KI-Diensten.
Hinzu kommen Migrations- und Modernisierungsfunktionen für Legacy-Anwendungen und Dashboards für Sicherheitslücken und Observability-Metriken. Entwickler können nun ihre Apps im „Tanzu Plattform Marketplace“ veröffentlichen, was die Wiederverwendung und Skalierung von Microservices erleichtern soll. Zudem bietet Broadcom ein KI-Starterpaket mit Tools, Code und Anleitungen an, welche die Entwicklung und den Einsatz von KI-Anwendungen auf der Plattform erleichtern sollen.