Jede Zielgruppe hat ihre eigenen Wünsche und Anforderungen. Wissenschaftliches User-Experience- oder kurz UX-Design hilft dabei, eben diese zu erfüllen. Eine übergeordnete Rolle dabei spielen User Interfaces, doch welche Faktoren spielen hier genau hinein?
User-Brille: Gutes UX-Design zeichnet sich dadurch aus, dass die Perspektive der Zielgruppe berücksichtigt wird.
Wie schön wäre das Leben, wenn sich unsere Bedürfnisse und Emotionen antizipieren ließen? Wer regelmäßig auf der Streaming-Plattform Netflix unterwegs ist, wird merken, dass stets Filme und Serien ins Auge springen, die den tatsächlichen Interessen entsprechen.
Wissenschaftliches User Experience Design verfolgt genau solch ein Ergebnis, indem es die Anwenderinnen und Anwender sowie deren Wünsche in den Fokus rückt. Diese Art von UX-Design basiert auf vorangestellten Studien, die sowohl die User als auch den jeweiligen Anwendungsbereich genauestens analysiert.
Hinzu kommt der Faktor Effizienz – also wie muss eine Anwendung gestaltet werden, damit die Bedürfnisse der Nutzer und Nutzerinnen schnellst möglichst erfüllt werden können? So werden also unterschiedlichste Merkmale der Zielgruppe(n) erfasst und in das Design übersetzt.
Nicht grundlos weichen beispielsweise die Benutzeroberflächen von Displays eines Kassensystems, einem Auto, Boot oder eines OP-Saals stark voneinander ab – der Anwendungsbereich weist gänzlich andere Faktoren auf und auch die User und deren Verhalten bei der Anwendung unterscheiden sich signifikant. Wissenschaftliches UX-Design beginnt somit bei der Betrachtung der Hände und endet mit der kognitiven Wahrnehmung der Beteiligten.
Den Blick an die Hand nehmen: Wahrnehmung beeinflusst Verständnis
Bei einem Smartphone oder Laptop ist die Entfernung zwischen Mensch und Maschine sehr ähnlich, circa 30 bis 50 Zentimeter. Das Touch-Display eines Kassensystems oder auch das Interface in einem Boot sind oft 70 bis 80 Zentimeter weit entfernt, also doppelt so weit.
Das Display eines KFZ-Mechanikers oder das eines Arztes im Operationssaal kann zwei bis drei Meter weit entfernt sein. Ein Arzt darf seinen Platz im OP-Saal selten verlassen, da das Display sich außerhalb des sterilen Bereichs befindet. Nur die Assistentin darf ihn berühren. Wegen der Entfernung wäre es denkbar, die Größe des Displays und die abgebildeten Elemente der Auflösung anzupassen.
Psychologie und Wahrnehmung spielen beim User-Experience-Design eine große Rolle.
(Bild: Creative Navy)
Hier kommen stattdessen die Wahrnehmung des Menschen und seine Aufmerksamkeit ins Spiel. Der Mensch nimmt immer nur Teile einzeln wahr und fügt sie dann zu einem großen Bild zusammen. Die Reihenfolge der wahrgenommenen Parts spielt hier jedoch eine große Rolle, da die Anwendung sonst oftmals als zu kompliziert abgestempelt wird.
UX-Designer spielen also mit der Intensität der Schrift sowie Farben, um den Blick der User durch das Interface zu leiten. Auf diesem Weg muss es letztlich gelingen, den Nutzenden die Anwendung so klar wie möglich zu machen.
UX bei Tag und Nacht: Betrachtung der Lichtverhältnisse ist unabdingbar
Das eigene Smartphone lässt sich beliebig halten und nachträglich ausrichten. Ein Kassensystem hingegen ist fest montiert, jedoch zu jeder Tageszeit gefragt. Die Merkmale der konkreten Situation der Anwendung spielen ebenfalls in das Design mit ein. Bei einer Raststätte könnte beispielsweise das Sonnenlicht mit der Helligkeit des Bildschirms konkurrieren, während es in der Nacht gegebenenfalls zu dunkel sein könnte, um etwas zu erkennen.
Ohne ein EInsatzszenario erlebt zu haben, ist es schwer, das Design an die User und deren Umgebung anzupassen. Es ist somit unabdingbar für Arbeit von UX-Designern, sich intensiv mit ihren Zielgruppen auseinanderzusetzen. So geben die realen User die Antworten auf alle Fragen, die sich Produktdesigner am Anfang stellen, indem ihr Verhalten mit der Anwendung am tatsächlich angedachten Ort genauestens untersucht wird.
Ähnlich kann es in einem Boot durch die grelle Sonne schnell passieren, dass der Display weniger oder nur zu Teilen erfasst werden kann. Hier wäre dies allerdings deutlich gefährlicher, da so ein Fehlkonstrukt in direkter Verbindung zu der Sicherheit der Passagiere steht. Ein noch größeres Risiko besteht im OP-Saal. Der Input von außen und die wissenschaftliche Herangehensweise durch qualitative und quantitative Methoden sind unabdingbar, um allumfassende Sicherheit zu garantieren.
Alle Hände voll zu tun: Die Anordnung der Knöpfe den Gegebenheiten anpassen
Ein weiterer Faktor, der nicht außer Acht gelassen werden sollte, ist die Nutzung der Hände, sprich: Welche Hand wird für welche Funktion benutzt und welchen Einfluss hat das auf die jeweilige Anordnung von Knöpfen?
Stand: 08.12.2025
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Einzelne Zielgruppen müssen zum Beispiel in ihrem Arbeitsalltag überwiegend Handschuhe tragen, die bei der Nutzung eines Displays meist nicht ausgezogen werden wollen. Ebenso könnte auch Schmutz oder Nässe die Nutzung des Displays einschränken. Ein Chirurg darf das Display sogar nicht einmal berühren, stattdessen muss die Assistenten seinen Anweisungen folgen und die Anwendung bedienen.
Derartige Faktoren beeinflussen sowohl die Anordnung als auch die Menge und Größe der Knöpfe, welche in das Dashboard verarbeitet werden. Ist ein Element beispielsweise so positioniert, dass eine Hand beim Bedienen den Rest des Displays verdeckt, dann ist das insbesondere in Situationen wie dem OP-Saal, wo alles schnell gehen muss, unpraktisch und sollte überdacht werden.
Fazit: Wissenschaftliches UX-Design findet den Best Fit und keine Ästhetik
Obwohl wir es teilweise gar nicht bemerken, beeinflussen technologische Anwendungen und deren UX-Designs heutzutage oft unseren Alltag. Welche umfangreichen Prozesse sich dahinter verbergen, bleibt im Dunkeln. So beginnt wissenschaftliches UX-Design bei jedem Projekt mit einem Forschungsprozess, der ganzheitlich alle Merkmale der Zielgruppe(n) erfasst, analysiert und sinnvoll in das Design übersetzt.
Dennis Lenard
(Bild: Creative Navy)
Längst geht es also nicht mehr nur um den ästhetischen Aspekt, sondern vielmehr um die optimale Anwendbarkeit und maximale Effizienz. Von der Entfernung des Screens, dem Tageslicht und Winkel, der selektiven Wahrnehmung bis hin zu der Anwendung mit den Händen – alle Faktoren, die bei der Betrachtung der Zielgruppe:n sowie der praktischen Anwendung aufkommen müssen antizipiert werden, um das eine optimale Ergebnis zu finden.
* Dennis Lenard ist Gründer sowie Geschäftsführer von Creative Navy, einer der ersten UX-Design-Agenturen weltweit, die auf Basis wissenschaftlicher Daten arbeiten. Neben den Kognitionswissenschaften studierte Lenard auch Europäisches Recht, visuelle Kommunikation und Wirtschaft. Zusammen mit seinem Team aus 15 Expertinnen und Experten arbeitete der Produktarchitekt unter anderem für namhafte Kunden wie UNICEF, UNO, eToro, PwC, Miele, Ford oder General Motors.