Studie von ISG belegt eher zögerliches Agieren Bei SAP gehen deutsche Unternehmen wenig strategisch vor

Von Martin Hensel 2 min Lesedauer

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Eine aktuelle Studie der Information Services Group (ISG) zeigt, dass hiesige Unternehmen in Sachen SAP eher wenig strategisch handeln. Umstellungen auf SAP S/4HANA werden gerne aufgeschoben und Innovationen verzögert.

Im Marktsegment „SAP SuccessFactors HXM Partner Services“ hat ISG insgesamt 23 Anbieter untersucht. Sieben davon sehen die Marktforscher als „Leader“, einen als „Rising Star.“(Bild:  ISG)
Im Marktsegment „SAP SuccessFactors HXM Partner Services“ hat ISG insgesamt 23 Anbieter untersucht. Sieben davon sehen die Marktforscher als „Leader“, einen als „Rising Star.“
(Bild: ISG)

Die Vergleichsstudie „ISG Provider Lens SAP Ecosystem Report Germany 2024“ führt dies unter anderem auf SAPs Fokus auf Cloud-Modelle zurück. Unternehmen würden eine einfache Migration auf SAP S/4HANA verzögern, da sie vielmehr eine sukzessive Umstellung ihrer IT-Landschaft auf Cloud-Betriebsmodelle in Betracht ziehen. Für die Studie hat ISG die Portfolio- und Wettbewerbsstärke von 56 IT-Dienstleistern und Produktanbietern untersucht, die im deutschen Markt für SAP-Services und -Lösungen tätig sind.

Der Vergleich zeigt zudem, dass SAP-S/4HANA-Migrationen hierzulande allgemein nur langsam vorankommen. „Hinzu kommt, dass SAP zum Beispiel bei den meisten KI-Anwendungen mittlerweile voll auf die Cloud setzt“, erklärt Heiko Henkes, Director und Principal Analyst von ISG. Für Deutschland beobachte man allerdings, dass Unternehmen ihre Entscheidungen vergleichsweise kurzfristig und kostenzentriert angehen. „Doch je länger Unternehmen die notwendigen strategischen Entscheidungen aussitzen, umso wahrscheinlicher werden Hauruck-Projekte, in denen die Verantwortlichen nur noch reaktiv handeln können“, verdeutlicht Henkes. Dies sei sowohl bei großen wie bei mittelständischen Betrieben der Fall.

SAP-Serviceanbieter kommen nicht ins Schwitzen

Die Studie zeigt außerdem, dass Serviceanbieter im SAP-Umfeld gut auf verschiedene Migrationsansätze vorbereitet sind. Lücken im Beratungsangeboten werden demnach konsequent geschlossen, so dass sich das Leistungsportfolio der führenden Anbieter zunehmend ähnelt. Hohe Priorität haben weiterhin Branchen-Know-how und tiefgehende Prozesskenntnisse. Sie werden in immer umfangreicheren Best-Practice-Templates mit industriespezifischen Zusatzlösungen angeboten. Laut ISG verkürzt dies die Implementierungsrisiken und -zeiten erheblich.

Eine weitere Erkenntnis der Studie ist, dass Kunden zunehmend globale Delivery Teams akzeptieren. Dies führen die Analysten auch auf die immer weiter abnehmenden Brüche über Liefereinheiten oder Regionen hinweg zurück, die harmonisierten Lieferansätzen zu verdanken sind. Vor-Ort-Präsenz bleibt aber ein entscheidender Wettbewerbsfaktor – dementsprechend investieren die führenden Anbieter weiterhin in lokale Lieferzentren, strategische Akquisitionen und lokale Service-Teams.

Kleinere Anbieter im HR-Bereich erfolgreich

ISG hat in der Studie erstmals auch den Teilmarkt rund um die SAP SuccessFactors HCM Partner Services untersucht. Demnach werden klassische HR-, Gehaltsabrechnungs- und Zeiterfassungssysteme häufig noch on-premises betrieben. SAP bietet hier aber mittlerweile eigenständige Public-Cloud-Lösungen an.

In diesem Markt können sich demnach auch kleinere lokale Service-Provider neben den großen internationalen Anbietern behaupten. Dies liegt vor allem an der nahezu immer notwendigen Abbildung nationaler und regionaler Anforderungen und Gesetze. Kleinere Provider nutzen hierbei die Nähe zu ihrer lokalen Kundschaft und Cloud-native Ansätze. Die nötige Portfoliobreite für größere Lösungslandschaften, die etwa HXM-nahe Systeme wie Fieldglass, Qualtrics oder die SAP Analytics Cloud einsetzen, bringt aber kleinere Anbieter schnell an ihre Grenzen.

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