Potenzial ausschöpfen und Cloud-Nutzung optimieren

Tipps für erfolgreiches Cloud-Management

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Vor der Cloud-Migration sollten Unternehmen genau planen hinsichtlich Sicherheit, Know-how und Performance.
Vor der Cloud-Migration sollten Unternehmen genau planen hinsichtlich Sicherheit, Know-how und Performance. (Bild: Micha Klootwijk Photography)

Die Migration in die Cloud stellt IT-Verantwortliche vor die verschiedensten Herausforderungen. Und obwohl sich das Cloud Computing in den letzten Jahren stark verbreitet hat, haben Cloud-Nutzer trotzdem das Gefühl, noch nicht das volle Potenzial der Cloud ausgeschöpft zu haben.

Der Wechsel in die Cloud passiert nicht von heute auf morgen und auch nicht mit einem Fingerschnippen. Sicherheitsrisiken, fehlende Governance, mangelnde Fachkenntnisse und Performance-Probleme schrecken zudem viele Unternehmen ab, den Schritt zu wagen. Besonders das Thema Sicherheit bereitet IT-Abteilungen noch viele Sorgen. Securityspezialist McAfee gibt vier grundlegenden Tipps wie die Cloud-Migration und -Nutzung mit wenigen grundlegenden Maßnahmen erfolgreich und sicher umgesetzt und optimiert werden kann.

1. Sicherheit priorisieren
Die komplexe Architektur von Cloud-Infrastrukturen bringt viele IT-Verantwortliche ins Schwitzen: hochsensible Daten, mit denen auch regelmäßig gearbeitet wird, werden in ebendiese Infrastrukturen verschoben oder sind dort bereits gespeichert. Im ersten Moment scheint es, als ob Datenverlust in diesem Prozess bereits programmiert sei. Ganz unberechtigt ist diese Befürchtung tatsächlich auch nicht: Der „Cloud Adoption & Risk Report“ von McAfee hat ergeben, dass Unternehmen pro Monat im Schnitt 31 Datenpannen in der Cloud erleben – eine Steigerung von knapp 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Risiken lassen sich allerdings mit den richtigen Sicherheitsmaßnahmen erheblich minimieren. So empfiehlt es McAfee beispielsweise, regelmäßige Audits für Amazon Web Services, Microsoft Azure, der Google Cloud-Plattform oder anderer IaaS- bzw. PaaS-Konfigurationen vorzunehmen. Dadurch könnten Unternehmen Fehlkonfigurationen entgegenwirken, bevor sie sich zu einem ernsthaften Sicherheitsrisiko entwickeln. Außerdem sei es unerlässlich, ganz genau zu wissen an welchem Ort sich die sensibelsten Daten des Unternehmens befinden und diese durch cloud-native Sicherheitslösungen wie einem Cloud Access Security Broker (CASB) abzusichern. So würden nicht nur die Daten selbst gesichert, sondern auch eingeschränkte Zugriffsrechte geregelt.

2. Governance-Plan durchsetzen
Eine weitere Beobachtung des Sicherheitsunternehmens McAfee betrifft die Implementierung von Cloud-Services. Hier versäumten viele Unternehmen, von Anfang an einen klaren Governance-Plan zu entwickeln und sich dann auch konsequent an diesen zu halten. Deshalb, so McAfee, sind ein Großteil aller Sicherheitslecks in der Cloud auf schwache Governance-Praktiken im Unternehmen zurückzuführen.

Unzureichende Überwachung dämpfe zusätzlich die Leistung von Cloud-Services. Fehlende Governance könne also nicht nur zum Verlust hochsensibler Daten führen, sondern auch zu erheblichen finanziellen Einbußen. Unternehmen müssten daher von Beginn an einen individuell auf die jeweilige Cloud-Infrastruktur abgestimmten Governance-Plan entwickeln, implementieren und konsequent umsetzen.

3. IT-Teams ausbilden
Eine weitere Herausforderung, der sich IT-Abteilungen stellen müssten, sind die oft rudimentären Fachkenntnisse der Mitarbeiter zum Thema Cloud-Infrastrukturen. Der IT-Fachkräftemangel in Deutschland ist ohnehin schon eine Hürde für alle Unternehmen, und umso komplizierter wird es, die richtigen Experten für das Thema Cloud zu finden, warnt McAfee. Die Frage, ob neue Spezialisten eingestellt werden müssen oder man bestehende Teams entsprechend ausbildet, lässt sich aber relativ eindeutig beantworten: Kostengünstiger, skalierbarer und schneller ist es, bestehende Mitarbeiter wie beispielsweise Sicherheitsteams weiterzubilden. McAfee verweist hier auf Fortbildungskurse der Cloud Security Alliance (CSA) auf allen Levels.

4. Performance optimieren
Performance-Optimierung ist einer der Hauptgründe, warum Unternehmen überhaupt erst in die Cloud wechseln. Umso größer ist die Enttäuschung, wenn sich zunächst keine Verbesserung abzeichnet. Cloud-Infrastrukturen sind sehr komplex und es gibt mehrere Gründe, warum die gewünschte Performance-Steigerung unter Umständen vorerst nur limitiert eintreten kann. In diesem Falle, rät McAfee, lohnt es sich, systematisch vorzugehen: Im ersten Schritt müssen Infrastruktur und Anwendungen selbst dahingehend geprüft werden, welche On-Premise-Anwendungen in die Cloud verschoben wurden und ob eine dieser Anwendungen die Performance noch abschwächt. Neuere Technologien wie Container oder Serverless Computing könnten hier Abhilfe schaffen und veraltete Anwendungskomponenten ersetzen. Darüber hinaus habe jede IT-Infrastruktur andere Bedürfnisse und die verschiedenen Cloud-Provider müssten sorgfältig anhand der eigenen individuellen Anforderungen ausgewählt werden.

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