Panik-Support-Ende Darum ist die Aufregung um Microsoft Office umsonst

Von Thomas Huth* 4 min Lesedauer

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Die bevorstehende Support-Einstellung für „Microsoft Office 2016“ und 2019 hat viele Unternehmen verunsichert und besonders bei KMUs eine regelrechte Panik ausgelöst. Viele sorgen sich nun um zukünftige Kosten und Sicherheitsrisiken. Die gute Nachricht ist: Diese Sorgen sind (teils) unbegründet und Unternehmen haben Alternativen.

Der Autor Thomas Huth rät zur Entspannung - unter gewissen Voraussetzungen....(Bild:  frei lizenziert: LEEROY Agency /  Pixabay)
Der Autor Thomas Huth rät zur Entspannung - unter gewissen Voraussetzungen....
(Bild: frei lizenziert: LEEROY Agency / Pixabay)

Im Oktober 2025 endet der Support für die am meisten genutzten Office-Anwendungen von Microsoft. Rund 70 Prozent der Unternehmen setzen noch auf Office 2016 und 2019. Generell setzen Hersteller ihre Kunden zunehmend unter Druck, indem sie ankündigen, keine Updates mehr anzubieten. Viele Nutzer interpretieren dies als drohende Funktionsunfähigkeit ihrer Systeme und lassen sich davon verunsichern. Doch diese Angst ist oft unbegründet. Nur wer über tiefgreifendes IT-Verständnis verfügt, weiß: Das Support-Ende ist kein Problem. Solange das Sicherheitsumfeld eines Unternehmens gut aufgestellt ist, erfüllen auch ältere Versionen weiterhin zuverlässig ihren Zweck.

Aber zuerst einmal zur Frage: Was genau heißt Support-Ende überhaupt? Und wie unterscheidet es sich von Upgrades und Updates?

Bei einem Support-Ende handelt sich nicht um eine Deaktivierung der Software. Die Programme funktionieren weiterhin reibungslos. Das Support-Ende bedeutet lediglich, dass Microsoft keine Sicherheits-Updates mehr durchführt und demzufolge keine Sicherheits-Patches und keinen technischen Support für diese Softwareversion mehr bereitstellt.

Hierbei sollten außerdem Updates und Upgrades nicht verwechselt werden. Updates beziehen sich meist auf Sicherheitslücken und kleinere Fehlerbehebungen. Upgrades hingegen sind neue Versionen mit zusätzlichen Features oder Änderungen in der Benutzeroberfläche.

Sicherheit ohne Update? Das Geheimnis der Infrastruktur

Warum das Support-Ende aber nicht so dramatisch ist, wie oft behauptet? Der Schlüssel liegt in der IT-Sicherheitsumgebung des Unternehmens. Ein optimaler Schutz von Netzwerken, Endgeräten und Zugriffsrechten reduziert das Risiko, dass Schwachstellen in Software ausgenutzt werden können.

Besteht in diesem Zusammenhang eine starke IT-Infrastruktur mit Firewalls, Virenschutzprogrammen und regelmäßigen Sicherheitsüberprüfungen, müssen sich Unternehmen keine Sorgen mehr um ältere Softwareversionen machen. Selbst Sicherheits-Updates, die oft als Argument gegen ältere Software angeführt werden, sind mit einer soliden IT-Infrastruktur kein Hindernis.

Altbewährt und kosteneffizient: Der Trumpf älterer Office-Versionen

Auch nach Oktober 2025 können Unternehmen weiterhin problemlos auf Office 2019 oder ältere Versionen setzen. Diese älteren Versionen bieten Unternehmen zahlreiche Vorteile: Sie sind nicht nur kostengünstiger, sondern oftmals auch besser auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Organisationen abgestimmt.

Häufig wird der erweiterte Funktionsumfang neuer Office-Versionen gar nicht genutzt, so dass die bewährten Tools der älteren Versionen völlig ausreichen. „Word“, „Excel“ und „Powerpoint“in den Versionen 2016 oder 2019 bieten die gleichen grundlegenden Werkzeuge für die meisten Aufgaben. Oft reichen sogar die Programme aus 2010 aus. Das zeigen auch Umfragen: „Microsoft Office 2013“ und 2010 kommen auf einen höheren Marktanteil als die neue 2021 Version.

Ein Beispiel aus der Praxis: Wir haben große Kunden, die über 20.000 Office-2010-Lizenzen im Einsatz haben – und das völlig störungsfrei. Neuere Versionen bieten Funktionen für spezialisierte Anwendungsfälle, die ein Großteil der Mitarbeiter*innen gar nicht benötigt. Nur ein Bruchteil der Möglichkeiten wird tatsächlich ausgeschöpft. Zudem kennen und bevorzugen Mitarbeiter*innen oft ältere Versionen aufgrund ihrer Benutzerfreundlichkeit.

Gebraucht aber nicht abgenutzt: Die Möglichkeiten re-lizenzierter Software

Durch das Setzen eines Enddatums für den Support versucht der Softwarehersteller, Unternehmen in ihre Cloud-Angebote, zum Beispiel „Microsoft 365“, zu drängen. Diese Abo-Modelle führen zu wiederkehrenden Einnahmen und somit einem größeren Gewinn des Herstellers. Auch wenn es für die Kundenunternehmen auf den ersten Blick lukrativer erscheint, für sie ist ein Cloud-Modell langfristig mit höheren Kosten verbunden.

Die gute Nachricht: Unternehmen können auch ohne teure Neulizenzen ihre Unabhängigkeit bewahren. Eine attraktive Alternative bietet re-lizenzierte Software. Durch den Kauf gebrauchter Lizenzen lassen sich neue Verträge mit Microsoft vermeiden.

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Die Einsparungen können beachtlich sein. Im Vergleich zu Neukäufen liegt das Sparpotenzial um die 30 Prozent bis 70 Prozent. Besonders für Firmen, deren Mitarbeitende bereits mit Versionen wie Microsoft Office 2010 auskommen, ist das Einsparpotenzial groß. Der Schlüssel liegt hierbei darin, den tatsächlichen Bedarf zu prüfen: Welche Funktionen werden wirklich benötigt? In den meisten Fällen erfüllen ältere Versionen diese Anforderungen problemlos.

Individuelle Lösungen statt pauschale Sorgen

Das Support-Ende für Microsoft Office 2016 und 2019 ist also kein Grund zur Besorgnis. Unternehmen können durch eine starke IT-Infrastruktur, die für Sicherheit sorgt, weiterhin auf bewährte ältere Office-Versionen setzen, die in den meisten Fällen völlig ausreichen. Re-lizenzierte Software bietet zudem eine kosteneffiziente Alternative, die Unabhängigkeit von Softwareherstellern bewahrt und Budgets schont.

Entscheidend ist, dass Unternehmen nicht pauschale Lösungen übernehmen, sondern ihre individuellen Anforderungen, die IT-Infrastruktur und den tatsächlichen Funktionsbedarf genau prüfen. Nur so können sie die für ihren spezifischen Fall optimale und kosteneffiziente Entscheidung treffen.


* Der Autor Thomas Huth ist Gründer und Geschäftsführer von Capefoxx, einem rechtssicheren Anbieter für gebrauchte Softwarelösungen und Lizenzmanagement. Mit über 20 Jahren Erfahrung in dieser Branche verfügt er über eine umfassende Expertise. Huth hatte eine maßgebliche Rolle in wegweisenden Gerichtsverfahren gegen Unternehmen wie Adobe und Oracle, welches zu einem rechtweisenden Urteil des EuGH führte und den Handel mit gebrauchten Lizenzen ermöglichte.

Bildquelle: Capefoxx

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