Neuer Trend: Die Kombination von SDN und DevOps

Software-Defined Application Services

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Marktentwicklung und Stärken von DevOps

SDN-Technologien erhöhen aber nicht nur die Flexibilität von Netzwerken und erleichtern deren Management, sondern stellen auch eine Innovationsplattform für DevOps dar. Der Ansatz fördert die schnelle Entwicklung von Software und Diensten durch die standardisierte Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Anwendungsentwicklern, IT- und Netzwerk-Fachkräften.

Durch die enge Vernetzung und Abstimmung von Entwicklung, Betrieb, Test sowie weiterer IT- und Unternehmensabteilungen lassen sich innovative Lösungen und Produkte schneller und in einer höheren Qualität auf den Markt bringen. Statt wie bisher große Versionssprünge zu entwickeln und anschließend zu testen, funktioniert DevOps in kleinen Schritten, die ständig überprüft und interaktiv angepasst werden. Diese berücksichtigen den Bedarf an hoher Sicherheit und Performance schon während der Entwicklung der Lösung.

Auch dieser Trend setzt sich in Europa immer mehr durch. Dies zeigt unter anderem die Studie „Exploiting the Software Advantage: Lessons from Digital Disruptors“, die Freeform Dynamics im Auftrag von CA Technologies durchgeführt hat. Diese definiert die so genannten Digital Disrupter als Unternehmen, deren Investitionen in digitale Initiativen sich schnell auszahlen und die im Markt und organisatorisch umwälzend innovativ sind. In Europa haben 70 Prozent der Digital Disrupter bereits DevOps für die Software-Entwicklung und –Auslieferung implementiert. Allerdings sind es in Deutschland nur 42 Prozent, immerhin mehr als in Großbritannien (34 Prozent), Frankreich (26 Prozent) und Italien (25 Prozent). Hier ist in den nächsten Jahren ein deutlicher Aufholprozess zu erwarten.

SDN und DevOps

Die Kombination von DevOps und SDN bietet wiederum viele neue Möglichkeiten. Dazu gehören Software-Defined Application Services (SDAS) zur Programmierbarkeit der drei Ebenen Daten, Steuerung und Management. Bei SDAS werden die Prinzipien von SDN, das vor allem die Layer 2 und 3 im Netzwerkmodell adressiert, auf die Anwendungsebenen in den Layern 4 bis 7 übertragen. Durch den neuen Ansatz der Programmierbarkeit auf allen drei Ebenen lassen sich Funktionalitäten „out-of-the-box“ bereitstellen. Diese werden dann weiter angepasst, um spezifische betriebliche und geschäftliche Anforderungen jeder Anwendung zu erfüllen.

Ein wichtiges Einsatzgebiet von SDAS ist die einfachere Entwicklung und der effiziente Betrieb von Cloud-Modellen. Dieser Bereich wird auch in Europa eine zunehmende Rolle spielen, da Unternehmen immer häufiger Cloud-Anwendungen nutzen. Durch die kombinierte Verwendung von SDN und DevOps lassen sich Cloud Services noch schneller bereitstellen und an die individuellen Bedürfnisse anpassen. So können Unternehmen die drei Anforderungen hohe Flexibilität, einfaches Management und Unterstützung der Geschäftsprozesse noch besser und effizienter erfüllen.

Private Cloud oder Public Cloud?

SDAS eignet sich dabei sowohl für Services in der Private als auch in der Public Cloud. Während bislang meist die öffentliche Cloud als Haupt-Einsatzszenario betrachtet wurde, holt die Private Cloud nun deutlich auf. Gemäß der SOAD-Studie sehen von den 43 Prozent der Teilnehmer, welche die Private Cloud als strategisch wichtig erachten, auch 23 Prozent DevOps als entscheidend an. Fast doppelt so viele, 44 Prozent, betrachten SDN als bedeutend. Viele Unternehmen, die Anwendungen für ihre Private Cloud entwickeln und bereitstellen, erkennen also, dass DevOps-Praktiken gemeinsam mit SDN-Implementierungen die agile IT-Umgebung schaffen, die sie zur Erfüllung ihrer Geschäftsanforderungen benötigen.

Eine optimale Lösung für viele Einsatzgebiete ist ein Ansatz, der für jede Anwendung unabhängig vom Bereitstellungsmodell konsistente Zustelldienste gewährleistet. Eine solche App-zentrische Strategie abstrahiert die Komplexität der unterschiedlichen Cloud-Umgebungen und sorgt gleichzeitig für eine hohe Verfügbarkeit der Anwendungen. Dies lässt sich ebenfalls durch SDAS realisieren.

Ralf Sydekum
Ralf Sydekum
(Bild: F5)

Fazit

Auch wenn sich SDN noch in einem frühen Marktstadium befindet, steigt die Akzeptanz insbesondere durch aktuelle Angebote auf OpenStack-Basis kontinuierlich. Gleichzeitig werden die Automatisierungs- und Orchestrierungstools von DevOps für die Anwendungsentwicklung zunehmend auch bei Netzwerken eingesetzt. Die Kombination von SDN und DevOps sowie die darauf basierende Programmierbarkeit von Daten, Steuerung und Management werden demnächst über die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen entscheiden. Denn nur wer kontinuierlich neue und optimierte Anwendungen und Dienste bereitstellen kann, wird erfolgreich sein.

Über den Autor

Ralf Sydekum ist Technical Manager DACH bei F5 Networks.

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