Die Software AG hat im vergangenen Jahr mit ihrer strategischen Neuausrichtung irritiert. Die Anwender aber sehen es gelassen. Sie haben verstanden, um was es in Zukunft gehen soll, und haben wenig Einwände. Insofern herrscht große Zufriedenheit auf der jüngsten International User Conference in Dublin.
Mehr als 500 Teilnehmer kamen nach Dublin zur International User Conference 2024 der Software AG.
(Bild: Karl Hussey Photography 2024 - no repro fee)
Wer, wenn nicht ein Unternehmen mit starkem Fokus auf Prozessoptimierung und -integration, sollte die eigenen Ziele auf den Prüfstand stellen? Die Software AG hat dabei nicht gekleckert: Erst Kauf durch den US-amerikanischen Investor Silver Lake und Abkehr vom freien Börsenmarkt, dann strategische Ausrichtung auf das Geschäft mit Datenintegration und dann sofort der Verkauf desselben an IBM. Ganz schön viel des Neuen in kurzer Zeit.
Zwischen zwei Zeitzonen
„Mit dieser neuen Produktkategorie, die wir ‚Super iPaaS‘ nennen, entwickeln wir eine deutlich umfassendere Vision davon, was Unternehmensintegration bedeutet“, verlautbarte man im November 2023. Doch kaum von Stefan Sigg ausgesprochen, kam auch schon die Meldung: Die Software AG verkauft die Kernkomponenten der „Super iPaaS“-Plattform webMethods und StreamSets an IBM.
„Vielleicht war unser Super-iPaaS-Konzept so schnell erfolgreich, dass es die IBM gleich haben wollte“, scherzt der als CPO für die Produktstrategie verantwortliche Dr. Stefan Sigg im Gespräch mit CloudComputing-Insider. Letztendlich sei es eine mit Silver Lake gemeinsame Investment-Entscheidung gewesen, dass iPaas bzw. Super iPaaS kein strategisches Thema für die Software AG mehr ist.
CPO Dr. Stefan Sigg informierte in seiner Keynote über Strategie und Roadmap der Software AG.
(Bild: Karl Hussey Photography 2024 - no repro fee)
Trotzdem kündigte er in seiner Keynote anlässlich der diesjährigen internationalen Anwenderkonferenz in Dublin eine Roadmap für die eigentlich schon verkauften Produktreihen an. Es sei höchst unwahrscheinlich, so Sigg auf Nachfrage, dass der Deal noch platze. Doch so lange „der komplizierte Prozess, bei dem viele regulatorische und juristische Schritte zu beachten sind, nicht abgeschlossen ist“, erklärt Sigg, fühlt sich die Software AG weiterhin verantwortlich für seine Partner und Kunden der webMethods- und StreamSet-Produkte. Solange eben, bis der Verkauf und der Übergang der Produkte mit allem, was dazugehört, an IBM abgeschlossen ist.
Dynamischer Markt
Mit der neuen Ausrichtung der Software AG rücken die Plattformen ARIS und Alfabet wieder stärker ins Rampenlicht. ARIS ermöglicht Process Mining als wichtigen Bestandteil des Business Process Managements (BPM). Business Process Management bezieht sich auf die systematische Verwaltung und Optimierung von Geschäftsprozessen innerhalb einer Organisation, um die Effizienz, Qualität und Leistung zu verbessern. Process Mining nutzt Daten aus Informationssystemen, um die tatsächliche Ausführung von Prozessen zu analysieren und zu visualisieren.
Durch die Anwendung von Data-Mining-Techniken auf diese Prozessdaten können Unternehmen Einblicke in ihre Prozesse gewinnen, etwa um Engpässe zu identifizieren, ineffiziente Abläufe zu verbessern oder Compliance-Probleme aufzudecken. Auf diese Weise ergänzt Process Mining das traditionelle BPM, indem es eine datenbasierte Sicht auf die Prozessausführung ermöglicht und die Grundlage für fundierte Entscheidungen zur Prozessoptimierung schafft – und wird deshalb auch immer wichtiger für „data-driven“, also datengetriebene Unternehmen
Forrester gruppiert ARIS im Q3 2023 Process Intelligence Software Wave als „Leader“ ein, als „ richtige Wahl für Kunden, die Prozesse in den Mittelpunkt ihrer digitalen Transformationsreise stellen und einen Technologiestapel nutzen möchten, der das Internet der Dinge (IoT), Integration, Anwendungsentwicklung und Automatisierung abdeckt.“
(Bild: Software AG)
Wie wichtig, haben auch Analystenhäuser wie Gartner oder Forrester erkannt und beschäftigen sich wieder intensiver mit diesem Markt und ihren Playern. 2023 hat Gartner in seinem Magic Quadrant die Software AG gleich nach Marktführer Celonis als „Leader“ eingestuft: „Die Software AG fördert und unterstützt das Konzept des digitalen Rückgrats/verbundenen Unternehmens, das die Anwendung anderer Lösungen wie das Internet der Dinge (IoT) oder die Prozessautomatisierung ermöglicht und alle erforderlichen Fähigkeiten zur Unterstützung des gesamten Prozesslebenszyklus und eines DTO [=Digital Twin of Organization] umfasst“, so die Begründung Gartners.
Das ist gut. Noch besser ist aber, was die Industriebeobachter von Forrester in der Software AG und ARIS sehen: einen Leader bei Process Intelligence Software. Forrester hat damit erkannt, dass „Intelligence“ die große Welle ist, die die Software AG in Zukunft reiten wird. Wer hinter ARIS nur integriertes Process Mining vermutet, liegt falsch. Process Modelling – Prozessmodellierung für die datengestützte Entscheidungsfindung – wird für Unternehmen, die aus ihren Daten strategische wichtige Informationen schöpfen wollen, immer wichtiger. Noch besser, wenn dabei GenAI mitwirkt.
Stand: 08.12.2025
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Mit Aris hat die Software AG inzwischen eine Suite, die Daten den Prozessen zuordnen kann, diese Prozesse visualisiert und Anwendern mit Hilfe künstlicher Intelligenz ermöglicht, ihre Core-Prozesse auf Basis der eigenen Daten zu optimieren. Die integrierte GenAI – die Software AG nutzt ChatGPT –, setzt die Hürden für Nicht-Experten herab, damit diese Prozesse selbst verwalten können. Außerdem unterstützt Alfabet Unternehmen wie ein „GPS der digitalen Transformation“; Adabas verbindet die Daten mit der Cloud und macht diese über verschiedene Technologien und Systeme hinweg nutzbar. „Damit hebt sich unser Process Mining immer mehr von klassischen Business-Intelligence-Methoden ab“, erklärt Sigg. „Wir kombinieren Process Mining und Process Modelling in einem System – eine bedeutende Kombination, weil damit das Wissen über Prozesse in einen nachvollziehbaren Kontext gesetzt wird“.
Mit „ARIS AI Companion“ stellt die Software AG eine Lösung zur Verbesserung der Prozessintelligenz in Unternehmen vor. Der „ARIS AI Companion“ ermöglicht es allen Mitarbeitern, Prozesse zu analysieren und Ineffizienzen im Unternehmen zu identifizieren. Dank der neuen KI-gestützten Process-Mining-Funktionen können Teams ihre eigenen Prozessdaten untersuchen, Prozesse umgestalten und so operative Exzellenz und Ausfallsicherheit erreichen.
• ARIS AI Companion (Process Mining): Damit kann jeder im Unternehmen standardmäßige und unternehmensrelevante Fragen stellen, um Prozesse unkompliziert zu validieren. Beispiele sind etwa „Finde die Anomalien in unseren Purchase-to-Pay-Prozessen“ oder „Was sind die größten Engpässe in unseren Vertriebsnetzen?“ Darauf erhalten Nutzer umfassende Antworten, die aus undurchsichtigen Daten verwertbare Erkenntnisse schaffen. Ab sofort verfügbar. • ARIS AI Companion (Prozessmodellierung): Hilft, den „Weißes-Blatt-Papier-Effekt“ zu überwinden. Dieser hält viele Mitarbeiter davon ab, wichtige Prozesse zu dokumentieren. Mithilfe natürlichsprachlicher Prompts kann jeder im Unternehmen Prozessmodelle ohne manuellen Bearbeitungsaufwand erstellen. Voraussichtlich im 3. Quartal 2024 verfügbar.
„Alfabet 11“ ist die neue Version der Lösung für strategisches Portfoliomanagement. Damit sollen auch Nutzer außerhalb der IT-Abteilung an der digitalen Transformation teilnehmen können, indem die Analyse des Informationsbestandes rund um die IT vereinfacht wird. Die Zusammenarbeit zwischen IT- und Nicht-IT-Mitarbeitern soll erleichtert werden, was besonders wichtig ist, da sich die Verflechtung zwischen IT und anderen Unternehmensbereichen weiter verstärkt.
Die neuen Funktionen in Alfabet 11 sollen die Analyse vereinfachen und die Autonomie der Nutzer beim strategischen Portfoliomanagement stärken:
• Smart Data Workbench: Erlaubt Nutzern die Anpassung von Darstellungen, Filtern und Grafiken für eine zielgerichtete Analyse. Die intuitive Benutzeroberfläche fördert die Zusammenarbeit und erleichtert die Nutzung für alle Anwender. • Data Quality Rules: Nutzer können Parameter für die Datenqualität festlegen und Anpassungsvorschläge erhalten, um sicherzustellen, dass die Analyse auf korrekten Daten basiert und zuverlässige Erkenntnisse liefert. • Fast-path Configuration: Reduziert den Konfigurationsaufwand durch KI-basierte Automatisierung, um benutzerdefinierte Visualisierungen zu erleichtern und die Konsistenz zwischen verschiedenen Bereichen zu unterstützen.