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Es gibt somit nicht nur vertragsrechtliche, sondern auch wirtschaftliche Gründe, eine professionelle Lizenzverwaltung zu realisieren. „Es müssen alle Einzellizenzen, Volumenlizenzen und Wartungen mit in Betracht gezogen werden“, weiß Alexander Obert, Service Line Manager beim deutschen SAM-Hersteller Comparex. Viele Hersteller wollen ihren Kunden in Sachen Lizenzverwaltung helfen, so etwa SAP und Microsoft.
Bei SAP etwa wird ein entsprechendes Werkzeug mitgeliefert: die License Administration Workbench (LAW). „LAW ist eine SAP-Transaktion, die Kunden im Rahmen der Systemvermessung ausführen“, erklärt Hofmeier. „Die LAW sammelt die dafür benötigten Daten und konsolidiert sie.“ Allerdings seien die Möglichkeiten zur Konsolidierung innerhalb der LAW nur rudimentär. Er warnt: „Die LAW bietet keine Hilfe bei der Optimierung und liefert keinerlei Informationen zur tatsächlichen Nutzung und keine Möglichkeit für zentrale Updates.“ Deshalb rät er zur Nutzung eines Werkzeugs für das Software Asset Management (SAM), das die Software Lizenz-Optimierung (SLO) ermöglicht.
Sorgfalt muss walten
Leider wird dieses Thema noch unterschätzt. So haben etwa die Marktforscher von Techconsult herausgefunden, dass sich nur zwei Drittel der Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung mit SAM befassen. 64 Prozent lassen die Lizenzen automatisch erfassen und inventarisieren, aber nur jeder Zweite (51 Prozent) nutzt dafür auch optimierende SLO- und SAM-Werkzeuge. Hier besteht noch viel Verbesserungspotenzial.
Aber die Anwender werden sich bewusst, dass sie in diesem Bereich mit relativ wenig Aufwand wahre Schätze heben können. Ging es früher noch um die Frage: „Habe ich genug Lizenzen?“, dreht sich heute alles um die Fragen: „Wann laufen welche Abos aus?“ oder „Welche User nutzen wie viele Abos?“, berichtet Obert von Comparex. „In immer mehr Unternehmen befinden sich heute sehr komplexe Software-Landschaften, viele Fachabteilungen nutzen spezielle Software. Mit dem Einsatz von Cloud Computing und mobilen Applikationen erhöht sich die Komplexität.“ Wer erwartet, die Cloud mache alles einfacher, irrt.
Subskriptionen vs. Cloud-Lizenzen
Subskriptionen, wie sie zunehmend Verbreitung finden, sind keine Lizenzabonnements, sondern ein Zahlungsplan für den Zugang zu der im eigenen Haus (on-premise) oder gehosteten Software. Es geht also nicht um Software-as-a-Service. Da auch hier Messgrößen wie „Named User“ oder Nutzung pro CPU oder Anzahl der Transaktionen einbezogen werden, muss das lizenzierende Unternehmen weiterhin überwachen, dass keine Übernutzung stattfindet. Denn dies würde bei einem Audit zu einer Nachzahlung führen – siehe oben. Eine Unternutzung hingegen wäre ein Fall von Shelfware-Vergeudung. Die Themen SLO und SAM sind also mit einer Subskription keineswegs erledigt – „anders als viele IT-Profis meinen“, wie Hofmeier berichtet.
Eine Cloud-Lizenz für einen „Named user“ usw. ist mit einem Abonnement und einer Abo-Gebühr verbunden, doch der Betrieb der Software erfolgt weder beim Kunden noch bei seinem Hoster, sondern in einem Rechenzentrum. Dies kann entweder vom Lizenznehmer für eine Private Cloud oder vom Hersteller (meist unter Kontrakt) betrieben werden. „Verschiedene Software-Hersteller haben voneinander abweichende und häufig verwirrende Regeln dafür entwickelt, wie Lizenznehmer diese SaaS-Software in Cloud-Umgebungen nutzen dürfen“, so Hofmeier.
Wenn eine IT-Abteilung eine Anwendung in die Cloud stellt und deren Betrieb online zur Verfügung stellt, ist also noch längst nicht gesagt, dass diese Nutzung auch in Übereinstimmung mit den Lizenzbestimmungen stattfindet. Meist ist dies nicht der Fall. „Manche Hersteller verlangen gesonderte Lizenzen, und andere verbieten diese Nutzung sogar“, warnt Hofmeier die entsprechende IT-Abteilung vor einem solchen Ansinnen. Das Gleiche gelte auch für Desktop-Anwendungen, denn diese liefen meist in virtualisierten Umgebungen und erforderten indirekten Zugang sowie entsprechende Nutzungslizenzen für den Zugang.
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