Open Productivity startet Sechs Hersteller gründen Joint Venture für openDesk

Von Heidi Schuster 3 min Lesedauer

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Sechs Open-Source-Hersteller bündeln ihre Kräfte, um die Office- und Kollaborationssuite openDesk im Unternehmensmarkt zu etablieren. Mit der neu gegründeten Open Productivity Software GmbH wollen sie den Aufbau eines Partnernetzwerks vorantreiben. Adfinis, die msg-Gruppe und Smile sind als erste Partner an Bord.

Mit der Gründung von Open Productivity wollen sechs Open-Source-Hersteller die Office- und Kollaborationssuite openDesk im Unternehmensmarkt etablieren. Ein Partnernetzwerk soll Kunden bei Einführung, Integration und Betrieb unterstützen.(Bild:  ChatGPT / KI-generiert)
Mit der Gründung von Open Productivity wollen sechs Open-Source-Hersteller die Office- und Kollaborationssuite openDesk im Unternehmensmarkt etablieren. Ein Partnernetzwerk soll Kunden bei Einführung, Integration und Betrieb unterstützen.
(Bild: ChatGPT / KI-generiert)

Die Open-Source-Hersteller Collabora Productivity, Element, Nordeck, Open-Xchange, Univention und XWiki haben gemeinsam die Open Productivity Software GmbH gegründet. Das Joint Venture soll die Verbreitung der Office- und Kollaborationssuite openDesk außerhalb der Öffentlichen Verwaltung vorantreiben. Im Fokus stehen Unternehmen, Betreiber kritischer Infrastrukturen und internationale Märkte.

Neben der Vermarktung der Lösung soll Open Productivity insbesondere den Aufbau eines Partnernetzwerks für Beratung, Migration, Systemintegration und Betrieb unterstützen. Die beteiligten Hersteller wollen dafür ihr produktspezifisches Knowhow bündeln und IT-Dienstleister bei der Umsetzung von Kundenprojekten begleiten.

„Unternehmen brauchen mehr als gute Einzelanwendungen. Sie müssen einen digitalen Arbeitsplatz als Ganzes einführen und verlässlich betreiben können“, erklärt Gerald Pfeifer, Geschäftsführer von Open Productivity. „Das erfordert eine Zusammenarbeit, die über einzelne Projekte hinausgeht. Mit Open Productivity schaffen wir dafür eine gemeinsame Unternehmensstruktur, in der sechs Hersteller ihre Kompetenzen dauerhaft bündeln.“

Open-Source-Komponenten für den digitalen Arbeitsplatz

openDesk kombiniert verschiedene Open-Source-Anwendungen zu einer Office- und Kollaborationsumgebung. Die beteiligten Hersteller liefern dafür unterschiedliche Komponenten: Collabora Productivity stellt die Online-Office-Funktionen bereit, Element die Echtzeitkommunikation auf Basis von Matrix und Nordeck weitere Kommunikationslösungen.

Open-Xchange steuert E-Mail- und Kollaborationsfunktionen bei, Univention das Identitäts- und Zugriffsmanagement und XWiki die Funktionen für das Wissensmanagement. Ergänzt wird die Suite durch Nextcloud für Dateiverwaltung und Zusammenarbeit sowie OpenProject für Projektplanung und -management.

Mit der gemeinsamen Gesellschaft wollen die Hersteller ihre Zusammenarbeit über einzelne Kundenprojekte hinaus verstetigen und die Einführung der Gesamtlösung erleichtern.

Ergänzung zum Partnerprogramm des ZenDiS

Die Gründung knüpft an das openDesk-Partnerprogramm des Zentrums für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDiS) an, das im September 2026 mit Fokus auf die Privatwirtschaft gestartet ist.

Während sich das ZenDiS vor allem auf die Öffentliche Verwaltung konzentriert, soll Open Productivity IT-Dienstleister und Kunden im Unternehmensumfeld mit technischem Knowhow, Projektunterstützung und Migrationskompetenz begleiten. Beide Organisationen wollen sich dabei abstimmen.

„Wir begrüßen die Initiative einiger openDesk-Hersteller, durch Open Productivity den Weg von openDesk in den Unternehmensmarkt zu unterstützen. Open Productivity ist wertvoll für das Enablement von Distributoren und Systemintegratoren, die das ZenDiS mit seinem neuen Partnerprogramm jetzt anspricht“, sagt Pamela Krosta-Hartl, Geschäftsführerin des ZenDiS.

Drei Partner für Beratung, Migration und Betrieb

Zum Start arbeitet Open Productivity mit drei Partnerunternehmen zusammen: Adfinis, der msg-Gruppe und Smile. Sie bringen unterschiedliche Kompetenzen in Beratung, Systemintegration, Migration und Betrieb ein.

Das Partnermodell sieht für jedes Kundenprojekt einen zentralen Ansprechpartner vor, der die Einführung koordiniert und auch Leistungen für den laufenden Betrieb übernehmen kann. Dabei sind sowohl On-Premises-Installationen als auch Cloud-Bereitstellungen vorgesehen.

Adfinis bringt als international tätiger Open-Source-Spezialist mit Hauptsitz in der Schweiz Erfahrung bei der Integration und beim Betrieb offener IT-Infrastrukturen ein.

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Die msg-Gruppe ergänzt das Netzwerk um Branchenexpertise sowie Beratungs- und Integrationskompetenz, insbesondere für Betreiber kritischer Infrastrukturen. Hier stehen neben der technischen Umsetzung auch die Einbindung bestehender Geschäftsprozesse und Sicherheitsanforderungen im Mittelpunkt.

Mit Smile ist zudem ein französischer Open-Source-Spezialist vertreten, der Erfahrung bei der Integration offener Softwarelösungen und eine Präsenz in mehreren europäischen Märkten mitbringt.

Digitale Souveränität im Unternehmensmarkt

Mit dem Joint Venture wollen die Hersteller die Voraussetzungen schaffen, openDesk auch außerhalb der Öffentlichen Verwaltung als Alternative zu proprietären Office- und Kollaborationsplattformen anzubieten.

Für IT-Dienstleister soll die gemeinsame Organisation den Zugang zu den beteiligten Herstellern vereinfachen und die Umsetzung komplexer Kundenprojekte unterstützen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur die Bereitstellung der einzelnen Anwendungen, sondern auch deren Integration in bestehende IT-Landschaften sowie der langfristige Betrieb.

Open Productivity will damit das bestehende openDesk-Ökosystem um eine stärker auf Unternehmen und internationale Märkte ausgerichtete Struktur ergänzen.

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