Copilot als Beta verfügbar Salesforce setzt Einstein ins Cockpit

Von Dr. Dietmar Müller und Elke Witmer-Goßner 3 min Lesedauer

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Die KI-Engine Einstein von Salesforce kann nun als Copilot genutzt werden. Laut Auskunft von Firmengründer Marc Benioff liefert er – anders als die Werkzeuge der Wettbewerber – vernünftige und praktikable Antworten. Wie das im echten Leben funktioniert, zeigt Salesforce in München am Lego-Modell.

Oben das Modell, unten das echte Großstadtleben – das Salesforce-Gebäude an der Donnersberger Brücke darf natürlich nicht fehlen.(Bild:  Witmer-Goßner)
Oben das Modell, unten das echte Großstadtleben – das Salesforce-Gebäude an der Donnersberger Brücke darf natürlich nicht fehlen.
(Bild: Witmer-Goßner)

Seit 2014 entwickelt Salesforce „AI for CRM“, beginnend mit Prediction-Funktionen; ab 2018 wurde KI in verschiedenen Large Language Models (LLM) auf der Plattform umgesetzt, u.a. Textgenerierung, Dialogtransformation, Chatbots oder Image Editing. 227 Forschungsstudien und 210 KI-Patente sind da inzwischen zusammen gekommen.

2016 hat Salesforce erstmals „Einstein“ präsentiert, künstlich intelligente (KI) Funktionen sollten in jede Salesforce Cloud integriert werden. Dafür würden alle greifbaren Salesforce-Daten – Kundendaten, Aktivitätsdaten von Chatter, E-Mail, Kalender und E-Commerce, Social Media-Daten wie Tweets und Bilder und sogar IoT-Signale –, herangezogen, um Vorhersagemodelle zu erstellen.

Acht Jahre später hat Salesforce nun den Einstein Copilot als Beta freigegeben, einen generativen KI-Assistenten für CRM. Wesentliches Merkmal sei seine Konversations-Benutzeroberfläche in Kombination mit einem großen Sprachmodell. Kunden können aktuell „Einstein 1 Editions“ nutzen, die den Zugriff auf Salesforce einschließlich CRM, Einstein Copilot, Data Cloud, Slack und Tableau erlaubt.

Im Gegensatz zu anderen KI-Assistenten der Wettbewerber könne Einstein brauchbare Antworten liefern, weil er anders als diese Zugriff auf „ausreichende Unternehmensdaten“ habe. Der Einstein Copilot könne dadurch Fragen sinnvoll beantworten, Inhalte zusammenfassen, neue Inhalte erstellen, komplexe Konversationen interpretieren und Aufgaben dynamisch automatisieren. Ein KI-Modelltraining sei dafür nicht nötig.

Der Copilot offeriere eine Bibliothek sofort einsatzbereiter Aktionen – das sind vorprogrammierte Funktionen, automatisierte Antworten oder von Einstein Copilot initiierte Geschäftsaufgaben. Aktionen ließen sich auch kombinieren, beispielsweise könne ein Kundendienstmitarbeiter Einstein beauftragen, einen Fall abzuschließen und eine Verkaufsmöglichkeit zu eröffnen, und Einstein Copilot verstehe die Absicht und erfülle seine Aufgabe Schritt für Schritt.

„Now Everyone’s a Einstein“

„Unser neuer Einstein Copilot vereint eine erstaunlich intuitive Benutzeroberfläche für die Interaktion mit KI, erstklassige KI-Modelle und vor allem eine tiefe Integration der Daten und Metadaten, die erforderlich sind, um von KI zu profitieren. Einstein Copilot ist der einzige Copilot, der wirklich verstehen kann, was in Ihren Kundenbeziehungen vor sich geht“, zeigte sich Marc Benioff, Vorsitzender und CEO von Salesforce, überzeugt.

Wie funktioniert der Getränkenachschub für ein Musikfestival und wann kommt die ersehnte Lieferung an? Auf dem Dashboard der Sales Console (im Hintergrund) lässt sich der aktuelle Status des Orderprozesses ablesen. Markus Wittig, KI-Experte bei Salesforce, hat mit seinem Team die „Salesforce City“ aufgebaut und die vier Use Cases entwickelt.(Bild:  Witmer-Goßner)
Wie funktioniert der Getränkenachschub für ein Musikfestival und wann kommt die ersehnte Lieferung an? Auf dem Dashboard der Sales Console (im Hintergrund) lässt sich der aktuelle Status des Orderprozesses ablesen. Markus Wittig, KI-Experte bei Salesforce, hat mit seinem Team die „Salesforce City“ aufgebaut und die vier Use Cases entwickelt.
(Bild: Witmer-Goßner)

Einsatzgebiete des mit dem Spring Release verfügbaren Einstein Copilot sieht Patrick Heinen, KI-Experte bei Salesforce, als „Commerce Concierge“, wo anstelle einer Sucheingabe in ein Wortfeld die Produktsuche per Spracheingabe erfolgen kann. Und immer mehr KI, ergänzt Nina Koch von Slack, werde in den Arbeitsalltag integriert. Der Entwicklungsprozess in Slack sei so weit abgeschlossen, dass die Anwender nicht mehr im Experimentierstadium seien. Stattdessen führt die KI nun alle Daten- und Wissensquellen in Unternehmen zusammen, was die Suche nach Dokumenten in individuellen Ablagesystemen der Mitarbeiter erleichtert, um beispielsweise fokussierte Informationen über einen bestimmten Kunden oder Sachverhalt zusammen zu stellen. Der Trust Layer in Salesforce sorgt dafür, dass die von der KI entdeckten bzw. verwendeten Daten ausschließlich im geschützten Unternehmensraum verbleiben.

Bunte Use Cases

In der Theorie klingt das alles schön und gut. Ein Dilemma, in dem ziemlich jeder Softwarehersteller steckt: Schöne Features und Funktionen – doch wie genau erklären und veranschaulichen, dass es sich auch jeder oder jede wirklich in der praktischen Anwendung vorstellen kann? Die meisten Anbieter behelfen sich mit Demos ihrer Lösungen.

Salesforce hat sich etwas anderes ausgedacht. In der Münchner Niederlassung haben Mitarbeitende unter tatkräftiger Mithilfe ihrer Kinder eine Modellstadt aus Lego-Steinen errichtet. Die „Salesforce City“, entstanden aus einem internen KI-Workshop, wurde zu einem Showcase für Kunden weiterentwickelt und zeigt jetzt allen Interessenten anhand von vier Anwendungsfeldern, wie die Salesforce-Technologien zusammenarbeiten und was genau passiert, wenn sich die Bedingungen ändern – und das in Echtzeit.

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