Die Oracle „Sovereign Cloud“ Oracle will mit souveräner Cloud punkten

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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Wie der US-Konzern europäische Kunden mit technischer Gleichwertigkeit, lokalen Betriebsmodellen und regulatorischer Anpassung versucht zu überzeugen. Im Gespräch mit CloudComputing-Insider auf der „Oracle CloudWorld Tour“ in München erläuterte Tobias Deml, Head of Cloud Engineering, was hinter dem Konzept steckt.

Tobias Deml, Head of Cloud Engineering, erläuterte in einem Interview mit CloudComputing-Insider, was hinter der Oracle „Sovereign Cloud“ steckt. Die diesjähre Oracle CloudWorld Tour in München fand am 8. April statt.(Bild:  Oracle)
Tobias Deml, Head of Cloud Engineering, erläuterte in einem Interview mit CloudComputing-Insider, was hinter der Oracle „Sovereign Cloud“ steckt. Die diesjähre Oracle CloudWorld Tour in München fand am 8. April statt.
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Oracle will mehr als nur ein Cloud-Anbieter unter vielen sein. Daher bietet Oracle mit seiner „Sovereign Cloud“ eine Public-Cloud-ähnliche Umgebung, die gezielt auf europäische Anforderungen zugeschnitten ist. Sie richtet sich vor allem an europäische Unternehmen und Behörden.

Im Gespräch mit CloudComputing-Insider auf der „Oracle CloudWorld Tour“ in München erläuterte Tobias Deml, Head of Cloud Engineering, was hinter dem Konzept steckt.

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Gleiches Feature-Set, aber mit strengerem Regelwerk

Das Kernversprechen der Oracle Sovereign Cloud: Ein Service-Angebot, das dem der Public Cloud technisch in nichts nachsteht. „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal“, betonte Deml. Während andere Anbieter bei souveränen Lösungen oft Einschränkungen beim Funktionsumfang hinnehmen, bietet Oracle laut eigenen Angaben identische Services.

Was die Sovereign Cloud unterscheidet, sind die strengen betrieblichen und organisatorischen Rahmenbedingungen. Der Betrieb erfolgt über Rechenzentren innerhalb Europas. Und das Ganze getrennt von Oracles globaler Public-Cloud-Infrastruktur. Das Team, das die Oracle Sovereign Cloud betreut, arbeitet in Europa. So sollen Anforderungen an digitale Souveränität erfüllt werden, und zwar auch mit Blick auf rechtliche Vorgaben wie Schrems-II, DORA (Digital Operational Resilience Act) oder NIS-2.

Deswegen setzt Oracle auf flexible Architektur und nicht auf Re-Engineering

Ein Re-Design der Plattform wurde bewusst vermieden, erklärte Deml. Stattdessen setzt Oracle auf eine modulare Architektur, bei der Sicherheitsmechanismen, Kontrollinstanzen und Betriebseinheiten klar voneinander getrennt sind.

Trotz höherer Betriebskosten für lokale Teams und Infrastruktur verspricht Oracle identische Preise für seine Sovereign Cloud. Ob Frankfurt, Johannesburg oder Singapur – die Preise für identische Ressourcen bleiben gleich. Dasselbe gilt für Support-Modelle und Oberflächen, die für Endkunden nicht von der Public Cloud zu unterscheiden sind.

Die Zielgruppe: Kritische Infrastrukturen

Die Hauptnutzer sind Unternehmen aus der Finanzbranche, Telekommunikation und dem öffentlichen Sektor. „Die Nachfrage wächst, vor allem in Märkten, die Public Cloud bislang skeptisch gegenüberstanden“, sagt Deml. Besonders gefragt: Konzepte für hybride oder isolierte Architekturen – etwa für Forschungseinrichtungen oder sicherheitskritische Behörden.

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Airgap: Mehr als ein Modebegriff

Auf die Frage nach Airgap-Szenarien in der Cloud verweist Deml auf Oracles Government Cloud-Ansatz: Mit isolierten Regionen, lokaler Control Plane und ohne Internetverbindung sei ein echter Airgap-Betrieb möglich – ein Konzept, das sonst vor allem nationalen Sicherheitsbehörden vorbehalten ist. Doch der Betrieb solcher Architekturen sei teuer, aber machbar.

Der Trend zur Diversifizierung der Cloud-Landschaft ist aus Demls Sicht klar: Kunden wollen Optionen: bei Preisstabilität, regulatorischer Sicherheit und hybriden Betriebsmodellen. Daher setzt Oracle verstärkt auf Partnerschaften, dedizierte Regionen und Edge-Lösungen. Und zwar auch außerhalb klassischer Hyperscaler-Pfade.

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