Die Installation von Nextcloud ist keine triviale Angelegenheit. Wer aber die richtigen Schritte durchführt, profitiert von der eigenen Cloud, die öffentlichen Clouds in nichts nachsteht, aber vollständige Kostenkontrolle bietet. Wir zeigen in diesem Beitrag die Einrichtung auf Ubuntu 22.04 LTS.
Nextcloud lässt sich aus dem komprimierten Archiv heraus auf einem klassischen LAMP-Stack einrichten; in Windows ist es am einfachsten, eine virtuelle Maschine (VM) zu verwenden.
(Bild: pinkeyes - stock.adobe.com)
Wir zeigen in diesem Beitrag die Installation von Nextcloud 25 sowie die Installation von Nextcloud 26. Wenn bereits eine Installation von Nextcloud 25 vorliegt, lässt sich diese zu Nextcloud 26 aktualisieren. Die Vorgehensweise dazu haben wir im Beitrag „Aktualisieren zu Nextcloud 26 in der GUI und per Skript“ beschrieben.
Wir konzentrieren uns in dieser Anleitung darauf, Nextcloud möglichst unkompliziert auf einem Server zu installieren, ohne auf Container zu setzen. Dadurch können Admins, Entwickler und auch Anwender in kurzer Zeit eine Nextcloud-Umgebung aufbauen, die produktiv genutzt werden kann, aber auch als Test- und Entwicklungsumgebung.
Nextcloud neu installieren
Wir gehen in diesem Beitrag auf die Installation von Nextcloud 25 und Version 26 auf Ubuntu 22.04 mit dem LAMP-Stack aus. Die hier vorgestellten Möglichkeiten sollten sich aber auch problemlos mit den Nachfolgern der beiden Systeme umsetzen lassen, da die Befehle allgemeingültig sind und wir uns weitgehend an empfohlene Vorgehensweisen bei der Installation halten. Für Testumgebungen lässt sich Nextcloud zudem problemlos als VM auf verschiedenen Systemen betreiben, u.a. auf Hyper-V. In diesem Fall sollten Sie aber in den Einstellungen der VM die Secure-Boot-Funktion deaktivieren.
Als Betriebssystem kommt Ubuntu 22.04 LTS zum Einsatz. Sinnvoll ist es natürlich, dass der Server ansonsten keine anderen Dienste bereitstellt, damit genügend Leistung für Nextcloud zur Verfügung steht. Das gilt auch für Test- und Entwicklungsumgebungen. Für die notwendigen Basis-Dienste für Nextcloud kann es sinnvoll sein, auf den LAMP-Stack zu setzen (Linux, Apache, MySQL, PHP), da sich hier leicht alle Voraussetzungen erfüllen lassen.
Natürlich lässt sich Nextcloud auch über Docker, Snap und auf anderen Wegen installieren, allerdings bietet LAMP viele Vorteile und stellt eine stabile Grundlage dar. Der WebserverNginx lässt sich ebenfalls als Webserver für Nextcloud nutzen. In diesem Fall muss vor der Installation von Nextcloud dieser Webserver eingerichtet werden. Wir gehen nachfolgend aber von der Installation mit Apache aus.
Voraussetzungen für Nextcloud installieren
Für die Installation einer aktuellen Nextcloud-Version muss natürlich das Betriebssystem ebenfalls maximal sicher und aktuell sein. Daher steht zunächst eine Aktualisierung an. Die Befehle müssen entweder mit „sudo“ ausgeführt werden, oder bei der Installation wird gleich mit Root-Rechten gearbeitet.
Zur Installation von Updates kommen folgende Befehle zum Einsatz:
sudo apt-get update && sudo apt-get upgrade -y
Sobald der Server und seine Quellen aktualisiert sind, kann bereits Apache installiert werden. Der Webserver stellt die Grundlage für Nextcloud dar. Die Installation erfolgt mit:
sudo apt install apache2
Nextcloud baut auf PHP auf. Für die Installation von Nextcloud ist daher auch die Installation von PHP auf dem Server notwendig, inklusive der notwendigen Module. Das geht mit folgendem Befehl:
Abhängig davon, wann die Installation durchgeführt wird, kann es auch für diese Komponenten neuere Versionen geben. Das lässt sich leicht mit der Wiederholung des folgenden Befehls testen. Dadurch erfolgt auch gleiche eine Aktualisierung der entsprechenden Komponenten:
sudo apt-get update && sudo apt-get upgrade -y
Damit PHP auf dem Server optimal mit Nextcloud zusammenarbeitet, ist die Anpassung der Datei „php.ini“ notwendig. Hier kann jeder Nextcloud-Admin eigene Einstellungen vornehmen. Die Bearbeitung der Datei kann zum Beispiel mit „nano“ erfolgen:
nano /etc/php/8.1/apache2/php.ini
Im Grunde genommen werden hier die Limits für Uploads der Dateien und das Memory-Limit für Nextcloud angepasst. Für die eigentliche Installation von Nextcloud ist das aber nicht notwendig, dennoch sollten sich die Admins die einzelnen Zeilen der Daten anschauen und unter Umständen Anpassungen vornehmen.
Wenn in den internen Tests von Nextcloud nach der Installation Fehler erscheinen, dass bestimmte Einstellungen noch optimiert werden können, ist die Bearbeitung dieser Datei notwendig sowie ein anschließender Neustart des Servers.
Im Rahmen der Installation mit diesen Befehlen erfolgt auch das Setzen von Sicherheitseinstellungen für die Datenbank und das Festlegen eines Kennwortes für den Root-Benutzer der MariaDB-Datenbank. Die Erstellung der Datenbank erfolgt direkt in der MySQL-Shell mit:
sudo mysql
Danach erfolgt die Erstellung der Nextcloud-Datenbank mit:
Stand: 08.12.2025
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create database nextcloud;
Nextcloud braucht einen Benutzer, mit dem das System auf die Datenbank zugreifen kann. Auch dieser lässt sich direkt in der MySQL-Oberfläche erstellen:
create user "nextcloud"@"localhost" IDENTIFIED BY "<Hier Kennwort eingeben>";
Der Benutzer „nextcloud“ braucht natürlich Rechte für die Datenbank „nextcloud“. Dazu kommt in der MySQL-Shell der folgende Befehl zum Einsatz:
grant all privileges on nextcloud.* to "nextcloud"@"localhost";flush privileges;
Mit „exit“ beendet sich die MySQL/Maria-Shell. Hier gibt es für erfahrene Benutzer natürlich zahlreiche Möglichkeiten der weiteren Anpassungen. Wir fokussieren uns in dieser Anleitung aber auf eine schnell, einfache, aber auch möglichst sichere Bereitstellung von Nextcloud in der aktuellen Version 25 oder 26.
Aktuelle Nextcloud-Version herunterladen und installieren
Sobald der Server vorbereitet ist, besteht der nächste Schritt darin die aktuelle Nextcloud-Version in ein Verzeichnis herunterzuladen, das als temporärer Speicherort dient. Der Download erfolgt als ZIP-Datei, die danach gleich extrahiert wird:
Das extrahierte Nextcloud-Verzeichnis sollte sich an einem optimalen Speicherort auf dem Linux-Server befinden, zum Beispiel dem standardmäßigen Ordner für Webdateien. Daher kann das ganze Verzeichnis von Nextcloud nach dem Extrahieren auch gleich verschoben werden:
sudo mv nextcloud /var/www/
Die Bereitstellung von Nextcloud erfolgt über den Webserver der Apache. Dieser muss für die Installation von Nextcloud zunächst vorbereitet werden:
Im produktiven Betrieb ist es jederzeit möglich und auch sinnvoll eigene Konfigurationsdateien zu erstellen, doch das würde den Rahmen des Beitrags sprengen. In der Datei kann die Zeile „DocumentRoot“ zu „/var/www/nextcloud“ geändert werden. Im Anschluss werden noch verschiedene Module von Apache 2 aktiviert und Apache danach neu gestartet:
Vor der Einrichtung von Nextcloud kann es sinnvoll sein ein Verzeichnis festzulegen, in welchem die Daten gespeichert werden, die Anwender in Nextcloud ablegen. Hierbei ist ein schneller Datenträger und natürlich ein sicherer Speicherort notwendig. Damit der Webserver auf die Dateien im Nextcloud-Verzeichnis zugreifen darf, müssen noch die Rechte dazu angepasst werden. Diese Rechte müssen beim Anlegen eines eigenen Verzeichnisses auch für diese Daten angegeben werden:
Wenn die Konfiguration bis hierher korrekt ist, kann auf dem Server im Webbrowser bereits über http://<IP-Adresse> oder http://localhost der Zugriff auf Nextcloud erfolgen. Anschließend öffnet sich die Webseite von Nextcloud und die Umgebung kann eingerichtet werden.
In der Weboberfläche wird zunächst ein Administratorkonto und ein sicheres Kennwort dafür angelegt. Im Fenster lässt sich jetzt auch das Datenverzeichnis ändern, wenn nicht das Standardverzeichnis zum Einsatz kommen sollen. Im unteren Verzeichnis werden jetzt der Name der Datenbank und der Name des Datenbankbenutzers inklusive Kennwort angegeben. Diese Daten wurden im Vorfeld bereits vorbereitet.
Mit der Schaltfläche „Installieren“ beginnt die Einrichtung von Nextcloud auf dem Server. Die Vorgänge dauern einige Zeit, es sollten keine Fehler erscheinen. Nach der erfolgreichen Einrichtung öffnet der Assistent bereits die nächste Seite und es lassen sich die empfohlenen Apps von Nextcloud installieren. Das lässt sich auch jederzeit nachträglich vornehmen. Nach der Installation startet die Oberfläche von Nextcloud mit einem Einrichtungsassistenten.
Nextcloud ist jetzt in der aktuellen Version einsatzbereit. Über das Admin-Menü oben rechts rufen Sie mit „Administrationseinstellungen“ die Einstellungen der Umgebung auf. Hier sehen Sie im Fenster in den meisten Fällen bereits einige Warnungen, die Sie für produktive Umgebungen beheben sollten. Dazu gibt Nextcloud entsprechende Anweisungen.
In der Mitte des Fensters sehen Sie bei „Version“ die installierte Version von Nextcloud. Sollten Updates zur Verfügung stehen, lassen sich diese an dieser Stelle auch gleich installieren. Im Beitrag „OpenAI und GPT: KI-Funktionen in Nextcloud 26“ gehen wir darauf ein, wie sich die OpenAI-KI-Funktionen in Nextcloud 26 schnell und einfach aktivieren lassen. Damit das funktioniert, muss die Installation der Umgebung fehlerfrei funktionieren.