Nachhaltigkeit in der IT ist längst kein Trend mehr, sondern vielmehr eine Notwendigkeit. Hybride Cloud-Technologien helfen Unternehmen dabei, ihren CO2-Fußabdruck zu senken und so eine nachhaltige Infrastruktur auszubauen.
Wie kann die Nachhaltigkeit in der IT gefördert werden? Die hybride Cloud könnte ein Ansatz sein, der Unternehmen dabei hilft, ihre Emissionen zu senken und so ihre Umweltverantwortung zu erfüllen.
(Bild: troyanphoto - stock.adobe.com)
In der heutigen Unternehmenslandschaft hat Nachhaltigkeit oberste Priorität. Angesichts des fortschreitenden Klimawandels und des zunehmenden Bewusstseins für diese Problematik erkennen die Organisationen ihre Verantwortung, Kohlenstoffemissionen zu reduzieren, wodurch CO2-Neutralität immer wichtiger wird. Hybride Cloud-Technologien werden hierbei zu einem wichtigen Instrument für Firmen, die ihren CO2-Ausstoß verringern, ihre Effizienz steigern und gleichzeitig die Klimakrise bekämpfen wollen.
Um Nachhaltigkeitsziele effektiv zu erreichen, sollten Unternehmen einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen. Diese beginnt damit, klare Ziele für die Reduzierung von Emissionen zu definieren und sich zu verpflichten Klimaneutralität innerhalb bestimmter Fristen zu erreichen. Ein nachhaltiges Ökosystems zu entwickeln, ebnet den Weg, um langfristige Nachhaltigkeitsziele im Einklang mit den 17 UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals; kurz: SDGs) zu realisieren. Die UN-Ziele verfolgen einen Fahrplan für die Dekarbonisierung der IT-Infrastruktur.
Festlegen von Zielen, um den CO2-Fußabdruck und die Emissionen zu reduzieren sowie die Klima-Resilienz zu gewährleisten.
Eine datengesteuerte Plattform für den IT-Betrieb einrichten. Damit lassen sich IT-Emissionen erfassen, überwachen und darüber berichten.
Ein nachhaltiges Ressourcenmanagement und eine Kreislaufwirtschaft einrichten.
Die Nachhaltigkeit innerhalb der Lieferkette vorantreiben.
Auf grüne Rechenzentren und IT-Infrastruktur umstellen.
Eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Unternehmenskultur implementieren und eine Plattform für Mitarbeiter bereitstellen, die sich an den Nachhaltigkeitszielen beteiligen und dazu beitragen.
Digitale Nachhaltigkeitsplattformen einbinden, die es ermöglichen, Daten im Zusammenhang mit grüner IT zu sammeln, zu messen und zu melden (Scope 2 und 3).
Die Integration von Nachhaltigkeit in alle betrieblichen Aspekte gewährleistet, dass diese an den umfangreicheren Unternehmensstrategien angelehnt sind, und treibt einen wirksamen Wandel voran. Die vorrangige Nutzung erneuerbarer Energien, die Einführung energieeffizienter Technologien und eine optimierte Infrastruktur können die Kohlenstoffemissionen erheblich reduzieren. Die Nutzung fortschrittlicher Technologien wie KI (Künstliche Intelligenz), IoT (Internet of Things) und Blockchain auf hybriden Cloud-Plattformen bietet innovative Lösungen, um Nachhaltigkeit und Effizienz zu verbessern.
Reporting zu Kohlenstoffemissionen steuern
Scope-3-Emissionen, also indirekte Treibhausgase aus der Wertschöpfungskette, können über 70 Prozent des CO2-Fußabdrucks eines Unternehmens ausmachen. Der Umgang mit IT-bezogenen Emissionen ist enorm wichtig, da sie erheblich zu den globalen Emissionen beitragen – vergleichbar mit Sektoren wie der Luftfahrt. Unternehmen müssen die Emissionen von Rechenzentren sowie die Scope-2- und -3-Emissionen in ihre Berichterstattung über den CO2-Fußabdruck aufnehmen.
Die Veröffentlichung jährlicher Nachhaltigkeitsberichte, die sich an Standards wie GRI (Global Reporting Initiative) und Rahmenwerken wie SASB (Sustainability Accounting Standards Board) und TCFD (Task Force on Climate-Related Financial Disclosures) orientieren, ist für die Transparenz unerlässlich. Die Beteiligung an Klimaschutzprojekten mit sozialem Nutzen stärkt außerdem die Nachhaltigkeitsbemühungen.
Um Emissionen genau zu messen und zu berichten, sollten sich Unternehmen an bewährte Praktiken wie das Greenhouse Gas Protocol für Scope 1, 2 und 3 halten. Die Bestätigung durch Dritte erhöht die Glaubwürdigkeit der Daten und das Vertrauen der Stakeholder.
Umfassende Dashboards und Cloud-Plattformen unterstützen dabei, IT-Emissionen zu verfolgen und Verbesserungsbereiche zu identifizieren. Transparente ESG-Berichte (Environmental, Social und Governance; zu Deutsch Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) sind notwendig, um Umweltinitiativen hervorzuheben und das Engagement der Stakeholder zu fördern.
Für Organisationen, die großen Wert auf Nachhaltigkeit legen, können eine Reihe von Schlüsselstrategien den CO2-Fußabdruck deutlich reduzieren.
Auswahl nachhaltiger Rechenzentren und Infrastrukturen
Um ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren, sollten Unternehmen sich für grüne Rechenzentren entscheiden, die nachhaltige Energiequellen für Strom und Kühlung nutzen. Diese Data Center nutzen erneuerbare Energien und fortschrittliche Kühltechniken, durch die sich Kohlenstoffemissionen erheblich verringern lassen. Organisationen sollten darüber hinaus Rechenzentren mit niedrigen PUE-Werten (Power Usage Effectiveness) anstreben – idealerweise unter einem Wert von 1,2, um die Energieeffizienz zu maximieren.
Für Unternehmen, die ihre eigene Rechenzentrumsinfrastruktur betreuen, ist es wichtig, in effiziente IT-Hardware zu investieren. Lieferanten müssen Umweltproduktdeklarationen vorlegen, um die Auswirkungen gründlich zu bewerten und so Transparenz und fundierte Entscheidungen zu gewährleisten. Nachhaltige Materialien wie Biokunststoffe, wiederverwertete Kohlenstofffasern und recyceltes Aluminium zu verwenden, ist wichtig: Nur so lassen sich die Nachhaltigkeitsziele erreichen. Thermisches Design lässt sich beispielsweise durch Multivektor-Kühllösungen und KI-gesteuerte thermische Kontrollen optimieren und so die Effizienz steigern.
Stand: 08.12.2025
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Auch die Auswahl energieeffizienter Produkte trägt dazu bei. Hardware sollte auf Langlebigkeit ausgelegt sein und darüber hinaus Recycling und Wiederverwendung unterstützen. Auch die Prinzipien Kreislaufwirtschaft sind zu berücksichtigen. Dieser Ansatz unterstützt nicht nur die Nachhaltigkeit, sondern fördert auch Innovationen im Rechenzentrumsmanagement.
Workload-Verteilung optimieren
Unternehmen müssen zunächst festlegen, welche Workloads vor Ort verbleiben sollen und welche zu Hyperscalern oder SaaS-Anbietern (Software-as-a-Service) verlagert werden. Dies erfordert eine gründliche Analyse der Workload-Performance, Security und Compliance-Anforderungen. Damit ist gewährleistet, dass alle Aspekte berücksichtigt sind. Eine solche strategische Workload-Verteilung optimiert die On-Premise-Infrastruktur und verbessert die betriebliche Gesamteffizienz. Dadurch lässt sich der Energieverbrauch erheblich senken und die ökologische Nachhaltigkeit positiv beeinflussen.
Nachhaltige Beschaffungspolitik und energieeffiziente Hardware einführen
Bei der Beschaffung sollten Unternehmen vorrangig in Geräte investieren, bei denen die Energieeffizienz, der CO2-Fußabdruck über die gesamte Lebensdauer sowie optimale Garantiebedingungen im Vordergrund stehen. Reparaturen erhalten den Vorzug vor Austausch oder Ersatz – hier sind Lieferanten und Partner gefragt, die dies umsetzen. Weitere Schlüsselkriterien sind Energieeffizienz, Langlebigkeit und Reparierbarkeit.
Energieeffiziente Hardware ist einer der Garanten, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Der Einsatz moderner Prozessoren und optimierter Serverdesigns steigert die Effizienz. Die Cloud-Technologie ermöglicht einen gemeinsamen Ressourcenzugriff, wodurch sich der Bedarf an umfangreicher physischer Hardware reduziert. Durch Virtualisierung und dynamische Ressourcenzuweisung werden die Hardwareanforderungen weiter minimiert und der Energieverbrauch gesenkt.
Unternehmen sollten sich für energieeffiziente Geräte mit fortschrittlichen Energieverwaltungsfunktionen entscheiden, um den CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Das Lebenszyklusmanagements auf Basis modularer Designs einzuführen, unterstützt die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft. Die Zusammenarbeit mit Herstellern verlängert hingegen die Produktlebensdauer und die fördert Reparaturen gegenüber dem Austausch. Durch die Priorisierung von Qualität und Nachhaltigkeit wird sichergestellt, dass die Geräte hohe Standards erfüllen und die Kundenzufriedenheit erhöhen. Energiesparmaßnahmen für Netzwerkgeräte sparen zusätzlich Energie. Der Verpackungsmüll lässt sich durch minimale logistische Verpackungen reduzieren und die Pflege von Lieferantenpartnerschaften und entspricht ebenfalls den Zielen der Nachhaltigkeit.
Hybride Cloud-Technologien leisten einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft. Sie optimieren Ressourcen und reduzieren überschüssige Hardware – und reduzieren somit Abfallmengen. Unternehmen sollten Infrastrukturen beschaffen, die aus vorhandenen Ressourcen wiederverwendet werden können. Dies senkt den Bedarf an neuen Rohstoffen. Wenn in neue IT-Infrastrukturen investiert werden muss, sind langlebige und energieeffiziente Produkte zu bevorzugen. Dazu sollten Firmen mit Anbietern zusammenarbeiten, die Materialien wiederverwerten, um so einen geschlossenen Produktionskreislauf zu fördern.
Ein präventiver Wartungsplan gewährleistet, dass die Geräte mit höchster Effizienz arbeiten und sich ihre Lebensdauer verlängert. Dieser Plan sollte sich auf ein effizientes Kühl- und Energiemanagement konzentrieren, um Ausfallzeiten auf ein Minimum zu beschränken. Die Kapazitäten für die Aufarbeitung oder Reparatur bestehender Geräte innerhalb der gesamten Lieferkette auszubauen, lohnt sich ebenfalls. Damit verlängert sich der Lebenszyklus der Geräte und verzögert deren Austausch. Ein verantwortungsvolles Recycling durch Partnerschaften gewährleisten die Rückgewinnung von Ressourcen am Ende des Lebenszyklus eines Produkts.
Nachhaltige Praktiken fördern
Unternehmen können die Nachhaltigkeit fördern, indem sie die Hybrid-Cloud-Technologie nutzen, um Innovationen zu forcieren und Transparenz zu verbessern. Indem sie Hardware recyceln und die Wiederverwendung von Materialien fördern, unterstützen Organisationen nachhaltige Ziele. Die Einführung der Hybrid Cloud reduziert den CO2-Ausstoß und unterstützt dabei, Umweltziele zu erreichen. Sie versetzt Unternehmen in die Lage, eine Kultur der Verantwortung zu kultivieren.
* Der Autor Rajat Bindra ist Vice President, Cloud, Infrastructure and Security Services. Bei Infosys verantwortet er gleich zwei Bereiche: zum einen das Segment Cloud, Infrastruktur und Cybersicherheit in den nordischen Ländern, zum anderen die wichtigen strategischen Infosys Infrastrukturkunden in Europa. Er arbeitet eng mit Kunden zusammen, um standardisierte, aber dennoch maßgeschneiderte Lösungen für ihre Geschäftsziele anzubieten, wobei er sich auf hybride Cloud-, Netzwerk-, Arbeitsplatz- und Cybersicherheitslösungen konzentriert.