Cloud stützt KI und Innovation Modernes Hochschulwesen – Bildung für alle dank Cloud

Von Michael Matzer 5 min Lesedauer

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Der Einsatz von Cloud Computing und künstlicher Intelligenz (KI) an der IU Internationalen Hochschule trägt zu einem demokratischen und personalisierten Bildungswesen bei, berichtete deren CEO Dr. Sven Schütt. Die IU selbst hat sich Datensicherheit und Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben.

Die IU in Erfurt bietet Studiengänge zu aktuellen Themen wie etwa AI in Business oder Applied Artificial Intelligence an, die Abschlüsse reichen vom Bachelor über den Master bis hin zum MBA.(Bild:  Matzer / IU)
Die IU in Erfurt bietet Studiengänge zu aktuellen Themen wie etwa AI in Business oder Applied Artificial Intelligence an, die Abschlüsse reichen vom Bachelor über den Master bis hin zum MBA.
(Bild: Matzer / IU)

„Wir von der IU wollen Bildung personalisieren und demokratisieren“, berichtet Sven Schütt. „Wir sind ein Technologieunternehmen. Rund 90 Prozent aller Prozesse laufen in der Cloud.“ Die Cloud sei auch die einzige skalierbare Infrastruktur, die die mittlerweile 130.000 Studierenden weltweit unterstützen könne. „Hinzu kommen die zahlreichen Dozierenden sowie rund 300 Mitarbeitende in IT und DevOps im Cloud Computing“, so Schütt. Die private, staatlich anerkannte Bildungseinrichtung mit Hauptsitz in Erfurt bietet verschiedene Studienmodelle wie ein flexibles Fernstudium, ein praxisintegriertes duales Studium oder ein individuelles myStudium, das Online-Selbststudium und Campusleben kombiniert. In mehr als 250 Studienprogrammen im Bachelor-, Master- und MBA-Bereich vermittelt die IU ihren Studierenden zukunftsrelevante Schlüsselkompetenzen.

Dr. Sven Schütt ist CEO der IU Internationale Hochschule. (Bild:  IU)
Dr. Sven Schütt ist CEO der IU Internationale Hochschule.
(Bild: IU)

„Cloud Computing ist für uns ein Enabler der Demokratisierung und soll zur Arbeit der IU positiv beitragen. Zudem können Cloud-Lernangebote bei der Schließung der Lücke bei den Fachkräften helfen. Deshalb ist die IU seit Dezember 2023 Teil der ‚AWS Tech Alliance‘.“

Die Tech Alliance ist eine weltweite Initiative von Amazon Web Services (AWS), um Arbeitgebenden der Technologiebranche und das Hochschulwesen zusammenzubringen. Ziel ist es, gemeinsam die IT-Fachkräftelücke zu schließen und Lernende auf anspruchsvolle technische Berufe vorzubereiten. Teilnehmende sind auch Anbieter dualer Studiengänge, so etwa Siemens. Daher verwundert es nicht, dass auch die Politik involviert ist: Schirmherr der Tech Alliance ist in Deutschland der Bayerische Staatsminister für Digitales, Dr. Fabian Mehring. „Wir sind Gründungspartner der Tech Alliance, damit unsere Studierenden Cloud-Kompetenzen und Zertifikate erwerben können, die unmittelbar für die Industrie und den Arbeitsmarkt relevant sind“, so Schütt weiter. Ziel sei es, personalisierte Bildungsinhalte von höchster Qualität ständig sicher und nachhaltig bereitzustellen. Da die Studierenden weltweit verteilt seien, seien diese drei Vorgaben von höchster Priorität.

In diesem Rahmen spiele AWS eine zentrale Rolle: „AWS bringt uns an die vorderste Front von KI und IT“, berichtet Kevin Fischer, Head of DevOps, IU Internationale Hochschule. Im Jahr 2020 begann die IU die Migration auf die Infrastruktur von AWS, denn ein Großteil ihrer Software lief bei einem anderen Dienstleister. Um jedoch nachhaltig und sicher skalieren zu können, brauchte die IU eine leistungsfähigere Basis und schuf im Juli 2020 ein DevOps-Team, das eine neue Architektur auf AWS-Basis erstellte. Der detaillierte Plan zur Umsetzung sah vor allem den Schutz von Daten vor, denn Ransomware-Angriffe kosten durchschnittlich 1,5 Millionen Euro. „Forschungsuniversitäten werden sehr häufig Ziele von solchen Angriffen“, weiß Fischer. „Wir arbeiten eng mit AWS zusammen, um leicht zu verwaltende Sicherheitslösungen zu implementieren.“

„Geschwindigkeit, Flexibilität, Skalierbarkeit, Security, Compliance, Zuverlässigkeit sind die größten Vorteile unserer Migration auf AWS“, fasst Fischer zusammen. Um beispielsweise Flexibilität zu erzielen, implementierte sein DevOps-Team auch zwei Services für Microservices-Architekturen: Amazon ECS (Elastic Container Service) und Amazon EKS (Elastic Kubernetes Service), nur zwei der insgesamt 38 genutzten AWS-Dienste. „Sie sind das Herzstück unserer Infrastruktur, denn alles andere läuft darauf. Mit diesen beiden Diensten können wir zudem Infrastructure as Code realisieren“, so Fischer. „Auf unserem alten System mussten Studierende acht bis neun Tage warten, bis ein neuer Server anlief, doch jetzt klicken wir nur auf eine Schaltfläche und können binnen weniger Minuten zu arbeiten beginnen.“

Infrastructure as Code habe auch dazu geführt, dass die Datensicherheit der Studierenden und der Hochschule verstärkt wurde. CTO der IU, Sebastian Glöckner, erläutert: „Mithilfe von AWS Security Tools können wir sicherstellen, dass es keine Fehlkonfigurationen bei der Umsetzung der Cloud gibt. Wir wollten frei mit neuen Ideen und Leistungsmerkmalen experimentieren, ohne von Hardwareeinschränkungen behindert zu werden. Darüber hinaus wollen wir sicherstellen, dass alles, was wir erstellen, hundertprozentig sicher ist.“

Mit nur acht DevOps-Mitarbeitenden, die AWS-Dienste verwalten, gelingt es der IU, 130.000 Studierende mit „hoch personalisierten Lerninhalten in einer hochqualitativen, benutzerorientierten und skalierbaren, digitalen Lernumgebung zu versorgen“, so Glöckner. „Und indem wir AWS-Dienste nutzen, zahlen wir nur für das, was wir tatsächlich nutzen“, ergänzt Kevin Fischer. „Das System lässt sich ökonomisch betreiben und stärkt unsere Belegschaft von 300 Mitarbeitenden darin, effizienter zu arbeiten.“

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Zertifizierte Nachhaltigkeit

Die IU ist eine private, staatlich anerkannte Hochschule mit internationaler Studierendenschaft. Der Großteil der Studierenden an der IU absolviert ihr Studium im Online-Fernstudium, während Präsenzveranstaltungen an 38 Standorten in Deutschland angeboten werden. Durch den starken Fokus auf das Online-Studium, so schätzt die IU, kann sie klimaschädliche Gasemissionen um das Siebenfache im Vergleich zu Präsenzkursen senken. Tatsächlich ist die IU vom TÜV Süd in drei aufeinander folgenden Jahren als CO2-neutral ausgezeichnet worden. Die Hochschule will zudem umweltbewusste Praktiken auf allen Ebenen ihres Betriebs in die Tat umsetzen, statt nur Nachhaltigkeit zu lehren.

„Die Übernahme des Cloud-Modells ist mehr als nur ein Upgrade unserer Technologie, sondern direkt mit unserer Nachhaltigkeitsstrategie verbunden“, erläutert Kevin Fischer. „Indem wir die Leistung der Cloud ausnutzen, können wir unseren CO2-Fußabdruck verringern, die Nutzung unserer Ressourcen optimieren und uns in eine nachhaltigere Zukunft bewegen, in der sich Effizienz und Ökologie die Hand reichen.“ Die IU hoste ihre Systeme in der AWS Region „Europe (Frankfurt)“, die zu 100 Prozent erneuerbare Energien nutze. „So können wir nicht nur niedrige Latenzzeiten erzielen, sondern auch unsere Emissionen minimieren.“

Nutzung künstlicher Intelligenz

„Künstliche Intelligenz wird bei uns für die Verbesserung des Lernprozesses eingesetzt, denn sie schlägt personalisierte Lernpläne vor“, berichtet Sven Schütt. „Die an der IU eingesetzte KI Syntea fungiert als ‚Learning Companion‘. Laut Statistik können Studierende durch den Einsatz von Syntea ihre Studienzeit im Durchschnitt um 27 Prozent verkürzen.“ Die Studierenden können mit Syntea lernen, wie sie Business AI, Machine Learning und Prompt Engineering nutzen können. „Wir haben etwa 60 Entwicklerinnen und Entwickler im Bereich generative KI. Menschen arbeiten also bereits mit KI zusammen.“

Die Analyse eines IU-Forschungsteams zeigt, dass Studierende im Online-Studium ihre Kursabschlüsse durch den Einsatz von Syntea im Durchschnitt 27 Prozent schneller erreichen als zuvor. (Bild:  Matzer / IU)
Die Analyse eines IU-Forschungsteams zeigt, dass Studierende im Online-Studium ihre Kursabschlüsse durch den Einsatz von Syntea im Durchschnitt 27 Prozent schneller erreichen als zuvor.
(Bild: Matzer / IU)

„An der IU wird jedes Jahr eine Vielzahl an digitalen Lernmedien wie zum Beispiel Lernvideos erstellt“, so Schütt weiter. „Mit KI kann die Erstellung effizienter und schneller erfolgen. Darunter fallen beispielsweise auch Übersetzungen vom Englischen ins Deutsche, inklusive Sprachausgabe mit englischem Akzent.“ „Die IU setzt auf Syntea, um Fragen von Studierenden zu Kursinhalten und anderen Inhalten zu beantworten“, berichtet Kevin Fischer. „Wir bauen Teams auf, um noch weitere Produkte liefern zu können. Zurzeit haben wir vier Teams, die an KI arbeiten, aber wir bauen drei weitere auf.“ KI-Nutzung ist also eindeutig ein Wachstumssektor.

Laut Fischer will die IU weiterhin neue Services und Lösungen einsetzen, während sie die nächste Generation ihrer Kursangebote erstellt. „Unser Team im AWS-Konto informiert uns laufend über Änderungen und hilft uns bei der Problemlösung.“ Die Hochschule demokratisiere Bildung durch Cloud-Technologie.

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