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Desktop und App
Im Juni 2009 mündete dies Zusammenarbeit von Microsoft und Citrix in der Gründung der „Virtual Alliance“, kurz V-Alliance.
Sie setzte im Desktop- und Applikations-Bereich fort, was im Server-Segment begonnen wurde: Die gemeinsame Entwicklung von Desktop-Virtualisierungslösungen. Microsofts VDI-Suite basiert seither auf Citrix XenDesktop.
Das Wahlfreiheits-Versprechen für Kunden eint auch hier beide Hersteller: So ist beispielsweise Microsofts Hypervisor in Citrix XenDesktop (ab Version 4) bereits integriert. Damit bleibt es jedem Unternehmen überlassen, den Hypervisor zu wählen, der am besten in seine Umgebung passt.
Um dieses Versprechen zudem auf Applikations-Ebene zu verwirklichen, wurde Microsofts System Center Configuration Manager in die Applikations-Virtualisierungslösung von Citrix (ab XenApp 5) integriert. So können Anwender ihre Applikationen auf jedem Endgerät nutzen – und zwar auf gemanagten ebenso wie auf nicht gemanagten Windows-Endgeräten sowie auf Nicht-Windows-Clients. Microsofts SCCM ermöglicht es dem Nutzer außerdem, sowohl Citrix-XenApp- als auch Microsoft-App-V-Applikationen bereitzustellen, zu verwalten und zu reporten.
Und in der nachfolgenden Version soll das gesamte administrative Management in einer Citrix Management Console 3.0 (MMC 3.0) realisiert sein.
Nebenwirkungen
Die Allianz der Virtualisierungs-Newcomer Microsoft und Citrix hinterließ – allen Beschwörungen der Wahlfreiheit zum Trotz – dennoch ihre Spuren. So betonte Citrix kurz nach dem Einstieg in die Server-Virtualisierung (durch die Übernahme des Open-Source-Herstellers XenSource im Jahr 2007) gegenüber Mitbewerber VMware vehement die Vorteile, die der offenen Quell-Codes von Xen-Hypervisor und die weltweite Xen-Gemeinde.
Mittlerweile hält sich das Unternehmen mit den Lobeshymnen auf die Leistungen der Open-Source-Community etwas zurück. Denn diese Entwickler-Gemeinde schenkt ihre Gunst zunehmend einem anderen Stern am Open-Source-Himmel, nämlich der KVM-Plattform (Kernel Virtual Machine), auf die Red Hat schon seit 2010 setzt. Xen habe sich unter dem Citrix-Dach zunehmend kommerzialisiert, moniert die weltweite Entwickler-Gemeinde. Im Klartext: Citrix gibt nicht mehr so viel an die Community zurück. Gleichwohl hält Citrix am Grundsatz, dem Kunden Wahlfreiheit zu gewährleisten, nach wie vor fest. Das Gewicht hat sich vom Open-Source-Gedanken zugunsten von Microsoft verschoben.
Dennoch: Seit 2009 kooperiert Microsoft im Virtualisierungsumfeld auch mit Red Hat. So gibt es beispielsweise ein Support-Abkommen, demzufolge ein Kunde, der Red Hat mit Microsoft Hypervisor einsetzt, von beiden Herstellern gemeinsam supportet wird. Red Hats Open Source-Lösungen sind Microsoft zertifiziert, das heißt, der Kunde kann in virtuellen Umgebungen gemischte Infrastrukturen mit Red Hat Lehel und Windows Server aufbauen.
Wie Microsoft und VMware selbst ihre Marktposition bewerten, erfahren Sie auf der nächsten Seite.
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