KI-Agenten können Aufgaben der Cloud-Sicherheit übernehmen und intelligent automatisieren. Doch sie könnten auch die Angreifer unterstützen. Und nicht zuletzt hängen sie selbst von der Sicherheit der Cloud ab. Agentic Cloud Security sollte deshalb nicht überstürzt eingeführt werden. Ganz darauf verzichten werden Unternehmen aber auch nicht können.
KI-Agenten übernehmen bereits Aufgaben in der Cloud-Security. Doch je mehr Verantwortung sie tragen, desto wichtiger wird ihre eigene Absicherung.
KI-Agenten sind Softwaresysteme, die künstliche Intelligenz (KI) verwenden, um im Namen von Nutzern Ziele zu verfolgen und Aufgaben zu erledigen, erklärt Google. KI-Agenten zeigen demnach logisches Denken, können planen und sich erinnern und haben ein gewisses Maß an Autonomie, um Entscheidungen zu treffen, zu lernen und sich anzupassen.
KI gegen Fachkräftemangel: Agenten als Security-Entlastung
Offensichtlich sind KI-Agenten überall dort besonders interessant, wo Fachkräfte fehlen, deren Aufgaben zur Entlastung übernommen werden könnten. Bekanntlich fehlen sowohl für Cloud Computing als auch in der Security viele Fachkräfte. KI-Agenten könnten dort mehr als nützlich sein, denn im Gegensatz zu KI-Assistenten können KI-Agenten sogar Aufgaben komplett übernehmen und nicht nur unterstützen.
Die Cloud Security Alliance (CSA) hat auch schon Aufgaben für KI-Agenten in der Cloud-Sicherheit identifiziert: Im Bereich Threat Intelligence zum Beispiel erkennen KI-Agenten Anomalien, verfolgen Cyberangriffe und prognostizieren zukünftige Bedrohungen. Durch die Analyse von Echtzeitdatenpunkten identifizieren sie bösartige Aktivitäten, bevor diese eskalieren. Wichtig ist dabei, dass sie autonom agieren können, dies spart Ressourcen und verkürzt die Reaktionszeiten.
Von Triage bis Threat Detection: So arbeiten KI-Agenten in der Praxis
Dem hohen Bedarf entsprechend haben (halb-automatische) KI-Agenten bereits Aufgaben im Bereich der Security übernommen oder bieten sich dafür an, zum Beispiel bei Google Unified Security. In Google Security Operations führt ein Agent zur Warnmeldungs-Triage dynamische Untersuchungen im Auftrag der Nutzer durch. In Google Threat Intelligence untersucht ein Malware-Analyse-Agent, ob Code sicher oder schädlich ist.
Viele deutsche Unternehmen reagierten 2024 auf den IT-Fachkräftemangel mit Umschulungen und KI. 35 % bieten Weiterbildungen für Quereinsteiger an, 5 % setzen verstärkt auf KI – vor allem größere Firmen investieren in KI als Ausweg.
(Bild: Statista)
Auch Microsoft ist hier aktiv: Beispielsweise kann ein neuer Phishing-Triage-Agent in Microsoft Security Copilot routinemäßige Phishing-Warnungen und Cyberangriffe verarbeiten, sodass menschliche Cybersicherheitsteams sich auf komplexere Cyberbedrohungen und proaktive Sicherheitsmaßnahmen konzentrieren können. Die neuen Alert Triage Agents in Microsoft Purview können Warnungen zur Datenverlustprävention und zu Insiderrisiken verarbeiten, kritische Vorfälle priorisieren und die Genauigkeit basierend auf Administrator-Feedback kontinuierlich verbessern.
Dabei sollen und können KI-Agenten auch kooperieren, also ein Security-Team aus KI-Agenten (und Menschen) bilden können. Dafür gibt es auch bereits „Kommunikationswege“, wie das Agent2Agent Protocol (A2A), das Google zusammen mit Partnern vorgestellt hat.
Man kann sich gut vorstellen, wie unterschiedlich spezialisierte KI-Agenten zusammen daran arbeiten, die großen Schwachstellen der Cloud-Sicherheit zu minimieren, zum Beispiel die fehlerhaften Cloud-Konfigurationen.
Schattenseite der Autonomie: KI-Agenten als Risiko
Es sollte aber nicht vergessen werden, dass KI-Agenten zum einen auch Teil von Cybercrime-Teams werden könnten oder aber dass KI-Agenten unsicher sein könnten und dann angegriffen und missbraucht werden.
Tatsächlich benötigen KI-Agenten eine sichere Infrastruktur und in aller Regel eine entsprechend sichere Cloud-Infrastruktur, in der sie betrieben werden. Damit KI-Agenten also die Sicherheit der Cloud optimieren können, benötigen sie letztlich eine sichere Cloud.
KI-Agenten absichern – Cloud absichern
Es gibt auch bereits spezielle Lösungen, die für die Sicherheit von KI-Agenten sorgen sollen, wie Zenity. Die Plattform versteht sich als Zusammenführung von KI-Beobachtung, KI-Sicherheitsmanagement (AISPM) und KI-Erkennung und -Reaktion (AIDR) in einer End-to-End-Plattform, die für die Sicherung und Verwaltung von KI-Agenten sorgen soll.
In einer weltweiten Umfrage unter IT-Führungskräften stellte Cloudera fest, dass fast alle von ihnen an KI-Agenten interessiert sind, aber Bedenken hinsichtlich Datenschutz, Integration und Datenqualität haben: Die drei größten Hindernisse sind demnach Datenschutz (53 %), Integration mit Altsystemen (40 %) und hohe Implementierungskosten (39 %). Diese Probleme haben alle eine gemeinsame Ursache, so Cloudera: die Notwendigkeit eines robusten, einheitlichen Datenmanagements und einer einheitlichen Datenverwaltung.
Stand: 08.12.2025
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Gleichzeitig gilt es, die KI-Agenten-Plattformen abzusichern und die Cloud-Strukturen, die deren Grundlage bilden. Es zeigt sich also erneut: Cloud-Sicherheit wird erst möglich, wenn die ganze (hybride) Cloud abgesichert wird, allein mit KI-Agenten wird dies nicht möglich sein, diese brauchen selbst die sichere Cloud und die sichere On-Premises-IT.