Ein eindrucksvoller Sendemast an exponierter Stelle? Da steckt mit höchster Wahrscheinlichkeit die Kathrein Broadcast GmbH dahinter – ob auf dem Olympiaturm in München, dem Camlica Tower in Istanbul oder auf luftigen 4.000 Metern über Ecuadors Hauptstadt Quito.
Seit 2019 setzt der Mittelständler Kathrein Broadcast auf cloudbasiertes ERP, um alle Geschäftsprozesse lückenlos abzudecken und um der IT-Abteilung den Rücken für Projekte freizuhalten.
(Bild: Kathrein Broadcast GmbH)
Jedes Rundfunk-Sendesystem, das Kathrein Broadcast rund um den Globus ausliefert, ist bis ins letzte Detail auf die topographischen und klimatischen Gegebenheiten sowie die Anforderungen der Kundschaft ausgelegt, etwa in Bezug auf den Frequenzbereich. „Wir sind einer der letzten weltweit verbliebenen Broadcast-Antennen-Hersteller, der in der Lage ist, auch in Asien Projekte in signifikanter Größe umzusetzen“, betont Christian Quickert, Geschäftsführer bei Kathrein Broadcast.
Zudem beliefert das Unternehmen weltweit Flughäfen mit sogenannten Gleitwegantennen für den Flugfunk, die standardmäßig alle sieben Jahre ausgetauscht werden müssen. Kaum zu glauben, dass hinter den vielfältigen Stahlkonstruktionen und dem technologischen Know-how nur etwas mehr als 150 Mitarbeitende stecken – am Stammsitz in Rohrdorf sowie bei den drei Firmentöchtern in Rumänien, Italien und den USA. Als die Kathrein Gruppe sich 2019 von ihrer Mobilfunk- und Autoantennensparte trennte, wurde Kathrein Broadcast als GmbH verselbstständigt.
Das bedeutete zum einen, dass die Geschäftsprozesse nahtlos und straff weiterlaufen mussten, um die Kunden in gewohnter Qualität zu bedienen. Zum anderen wurde quasi über Nacht das bisherige ERP-System abgeschaltet – es galt, im Handumdrehen ein neues einzuführen. Schnell stand fest, dass eine entsprechende Lösung extern in der Cloud gehostet und betrieben werden sollte, um hohe Anfangsinvestitionen in Server zu vermeiden und die Skalierbarkeit sicherzustellen. „Wir sind eine kleine IT-Abteilung mit nur drei Mitarbeitenden“, so Robert Robertson, Head of IT bei Kathrein Broadcast. „Den Betrieb des ERP-Systems komplett auslagern zu können, war und ist für uns einer der großen Benefits der Cloud-Lösung.“
Solide Standardlösung für den produzierenden Mittelstand
Mit dem Managed ERP-Angebot aus der Business Cloud lag proAlpha im Auswahlprozess bald vorn. Zudem überzeugte die mittelständische ERP-Lösung mit ihrem solidem Standardbaukasten für die Produktion, der alle operativen Prozesse inklusive Supply Chain Management, Einkauf, Logistik und Finanzbereich lückenlos abbildet.
Die Entscheidung für proAlpha fiel Anfang 2019, und bereits im Sommer darauf wurde die Software aus der Cloud am Standort in Rohrdorf eingeführt – 1,5 Jahre später auch im Werk in Rumänien. „Das Roll-out in Rumänien hat mehr Zeit gekostet als erwartet, da die rumänische Länderversion von proALPHA die komplexen rumänischen Standards im Finanzbereich noch nicht abgebildet hatte. Wir waren offenbar einer der ersten Kunden, der proALPHA tatsächlich von Rumänien aus nutzt“, blickt Quickert zurück.
Customizing – bei Bedarf auch in der Cloud
Heute bearbeiten 60 User in Deutschland und Rumänien alle Aufträge nahtlos in proAlpha. Die meisten Aufträge des Broadcast-Antennenbauers sind Großprojekte, bei denen die Ingenieure vor der Angebotserstellung Ortsbegehungen machen, prüfen, welche Art von Turm geplant ist und ob es dafür ein zusätzliches Fundamt braucht. Das Angebot erstellt und versendet der Vertrieb auch bei solch komplexen Aufträgen direkt in proAlpha. „Mit unserem sehr spezifischen Projektgeschäft hatte unser Vertrieb hier besondere Anforderungen, für die Anpassungen im proAlpha-Standardsystem notwendig waren“, berichtet IT-Chef Robertson.
Konstruktionszeichnungen und die zugehörigen Stücklisten werden per CA-Link aus dem CAD-System in proAlpha eingespielt. Dort sind sie mit den zugehörigen Projekten verknüpft und im Dokumentenmanagementsystem (DMS) hinterlegt – wie alle Dokumente, die im Lauf der Auftragsabwicklung anfallen, Lieferschein und Rechnung zum Beispiel, die von den Zuständigen per Klick in proAlpha erstellt und archiviert werden können.
Über den Wolken: Für Arbeiten an den Antennensystemen von Kathrein Broadcast ist Schwindelfreiheit absolute Voraussetzung.
(Bild: Kathrein Broadcast GmbH)
Ist der Kundenauftrag im System erfasst, hilft APS (Advanced Planning and Scheduling) Kathrein Broadcast, die standortübergreifende Produktionsplanung durchzuführen und zu aktualisieren und somit eine realistische Einplanung der Produktionsvolumina vorzunehmen. Dann informiert das ERP die Materialwirtschaft, die die Bestände dank permanenter Inventur sicher im Blick hat. Bei Materialbedarf erstellt das System automatisiert Bestellvorschläge für den Einkauf, der die Bestellung per Knopfdruck auslöst. Unabhängig davon, wo die Produktion der bestellten Antenne schließlich erfolgt, steuert Kathrein Broadcast auch die Logistik und den Versand.
Stand: 08.12.2025
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Sollte nach Auslieferung eine Reklamation erfolgen oder im Lauf der 30- bis 40jährigen Lebensdauer einer Broadcast-Antenne ein Ersatzteil oder eine Reparatur erforderlich sein, ist es anhand eines Labels möglich, jedes Teil oder jede Baugruppe zurückzuverfolgen.
Für Ad-hoc-Auswertungen der unternehmensweiten Datenbestände nutzt Kathrein Broadcast den proAlpha Analyzer. Die Mitarbeitenden erhalten mit wenigen Klicks aussagekräftige Reports, die ihnen in Entscheidungssituationen verlässliche Antworten liefern – ob in Vertrieb, Einkauf oder Controlling. Diese Möglichkeit wird gerne genutzt, aber auch allgemein war die Akzeptanz für die ERP-Lösung dank intuitiver Bedienbarkeit von Anfang an hoch: „Die Kolleginnen und Kollegen berichten durchwegs über eine sehr schnelle Lernkurve“, so der IT-Leiter.
Managed ERP: IT Security und -Service outgesourct
In besonderem Maß profitiert die IT-Abteilung von der Cloud-Lösung. In Anbetracht der steigenden Anforderungen an die Informationssicherheit empfindet Robert Robertson es als enorme Erleichterung, dass externe Sicherheitsexperten den Systembetrieb und die Datenhaltung in zertifizierten Rechenzentren in Deutschland übernehmen: „Für mich als IT-Verantwortlichen ist es sehr beruhigend, die Verantwortung für die Systemsicherheit und -stabilität in den Händen von proAlpha zu wissen .“ Die Private Hosted Cloud ist beim Cloud-Anbieter Ionos verortet und wird damit allen rechtlichen und sicherheitstechnischen Anforderungen deutscher Mittelständler gerecht.
„Unsere proAlpha-User melden sich standardmäßig per Zwei-Faktor-Authentifizierung an“, so Robertson weiter. „Und falls jemand sein Passwort vergessen hat, kann er es selbständig zurücksetzen. Das ist sehr bedienerfreundlich. Und bei Bedarf kann ich mit dem Ticketsystem ‚my proAlpha‘ Hilfe anfordern, die dann schnell und kompetent da ist.“ Etwas holprig gestaltete sich anfangs aber beispielsweise die Integration mit Microsoft 365. „Wir waren einer der ersten proAlpha-Kunden, die die 365-Lösungen aus der Cloud nutzen wollten. Gemeinsam mit proAlpha haben wir eine Lösung gefunden.“ Auch in puncto Systemverfügbarkeit und -performance zeigt sich der IT-Leiter zufrieden.
Die Zukunft im Visier
Damit schafft das Managed ERP der IT Freiräume für Projekte. Im nächsten Schritt soll das Werk in Italien ebenfalls mit proAlpha arbeiten – inklusive der Buchhaltung mit ihren spezifischen Anforderungen an die Rechnungsstellung. Denn nicht nur ein großer Teil der Supply Chain läuft über die Niederlassung in Italien, sie bedient auch ihren eigenen Markt. Aber auch in Deutschland und Rumänien lässt sich künftig noch einiges aus der ERP-Lösung herausholen, wie Robert Robertson bekräftigt: „Qualitätssicherung, CRM und Betriebsdatenerfassung sind noch proAlpha-Module auf unserer To-do-Liste, und auch die Workflows könnten wir an einigen Stellen noch gezielter einsetzen. Die Business Cloud stellt uns die nötigen Ressourcen direkt zur Verfügung, so dass wir bei Bedarf ohne Probleme skalieren können.“