Einweihung des IBM Technology Campus Der „wohl schönste IT-Campus Deutschlands“ liegt in Ehningen

Von Paula Breukel 3 min Lesedauer

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IBM bündelt in Ehningen seine neue Deutschlandzentrale mit Forschung, Quantenrechenzentrum und Innovation Studio. Rund 400 Gäste aus Politik und Wirtschaft diskutieren dort über künstliche Intelligenz, Automatisierung und digitale Souveränität.

Bei der feierlichen Eröffnung mit Banddurchschnitt waren auch Spitzenpolitiker vor Ort. V.l. Wolfgang Wendt, IBM-Deutschlandchef, Thomas Strobl, Baden-Württembergs Innen- und Digitalisierungsminister, Ana Paula De Jesus Assis, Senior Vice President und Chair IBM EMEA and Growth Markets, Karsten Wildberger, Bundesdigitalminister.(Bild:  IBM)
Bei der feierlichen Eröffnung mit Banddurchschnitt waren auch Spitzenpolitiker vor Ort. V.l. Wolfgang Wendt, IBM-Deutschlandchef, Thomas Strobl, Baden-Württembergs Innen- und Digitalisierungsminister, Ana Paula De Jesus Assis, Senior Vice President und Chair IBM EMEA and Growth Markets, Karsten Wildberger, Bundesdigitalminister.
(Bild: IBM)

Der IBM Technology Campus in Ehningen liegt in Sichtweite des bereits bestehenden IBM Quantum Data Centers und führt Verwaltung, Beratung, Vertrieb sowie Laborbereiche zusammen. IBM-Deutschlandchef Wolfgang Wendt betont, dass der Campus mehr als einen Adresswechsel darstelle. Vier Gebäude bieten rund 3.500 moderne Arbeitsplätze für Mitarbeitende, Partner und Kunden. Herzstück ist ein zentraler Marktplatz mit offenen Flächen, Grünzonen und Begegnungsbereichen, was den Campus zum „wohl schönsten IT-Campus Deutschlands“ macht.

Bei der feierlichen Campuseröffnung war auch Bundesdigitalminister Karsten Wildberger vor Ort. Er nutzte seine Keynote, um digitale Souveränität als aktive Gestaltung statt Abschottung zu fassen. Er legte dar, dass Europa den Anschluss im KI-Zeitalter noch schaffen kann, wenn Politik klare Rahmenbedingungen setzt, Innovation zulässt und der Staat stärker als Auftraggeber für digitale Projekte auftritt. Regulierung müsse mit Augenmaß erfolgen.

Wildberger betonte: „Man sollte nicht regulieren, was es noch gar nicht gibt“ , gleichzeitig brauche es verlässliche Leitplanken für Unternehmen. Digitale Souveränität bedeute für ihn, nicht nur Technologie zu importieren, sondern eigene Plattformen und Wertschöpfung in Europa aufzubauen und so am Wachstum mitzuwirken, statt reiner Technologie-Kunde zu bleiben.

KI, Hybrid Cloud und Automatisierung als Produktivitätsmotor

In den Keynotes der Hausmesse „Think on Tour“ rückt IBM die Kombination aus Künstlicher Intelligenz (KI), Hybrid Cloud und Automatisierung in den Mittelpunkt. Ana Paula De Jesus Assis, Senior Vice President und Chair IBM EMEA and Growth Markets, beschreibt KI als „Effizienz-Werkzeug dieser Ära“ und verweist auf Unternehmen, die bereits messbare Renditen aus KI-Investitionen melden. Entscheidend sei, dass KI auf Unternehmensdaten in ERP- und HR-Systemen zugreift und nicht allein auf öffentliche Trainingsdaten.

IBM setzt dafür auf ein Baukastensystem aus kleineren, domänenspezifischen Modellen wie den „Granite“-Modellen sowie integrierte Angebote von Partnern wie „Anthropic“. Ziel ist, Performance und Kosten so auszubalancieren, dass sich KI breit im Unternehmen einsetzen lässt – von Entwicklungswerkzeugen wie „Project Bob“ bis zu internen Assistenten wie „Ask HR“.

Parallel zeigt IBM, wie sich KI mit Automatisierung und FinOps verbindet. Lösungen wie „Turbonomic“ sollen Ressourcen in hybriden Infrastrukturen dynamisch steuern, während „IBM Concert Patching“-Prozesse in großen Umgebungen automatisiert. Deutsche Telekom berichtet von zehntausenden Servern und mehreren hunderttausend Patches pro Jahr, die mit KI-gestützter Automatisierung beherrschbar bleiben.

Auch aus der Finanz- und Verwaltungswelt kommen Beispiele: Die Deutsche Bank nutzt generative KI für interne Recherche und Hyperpersonalisierung, Atruvia reduziert mit Turbonomic den Serverbestand in Rechenzentren und verbessert gleichzeitig die Servicequalität, Dataport und das Landratsamt Augsburg setzen Watsonx-basierte KI-Agenten zur Unterstützung von Jugendhilfe und Bürgeranfragen ein.

Digitale Souveränität und Europas Rolle im KI-Zeitalter

Politischer Schwerpunkt des Tages ist eine Podiumsdiskussion des Handelsblatts zum Thema „Europa gestalten: Zukunftstechnologien, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit neu denken“. Auf der Bühne diskutieren Wolfgang Wendt, Bundesdigitalminister Karsten Wildberger, Baden-Württembergs Innen- und Digitalisierungsminister Thomas Strobl sowie Prof. Dr. Sabina Jeschke, Vorstandsvorsitzende des KI Park., moderiert von Handelsblatt-Journalistin Nicole Bastian.

Wildberger skizziert aktuelle Regulierungsdebatten in Berlin und Brüssel und plädiert dafür, Technologien nicht zu regulieren, „die es noch gar nicht gibt“. Er sieht Europa weiterhin in der Lage, bei KI aufzuschließen, wenn Rahmenbedingungen Innovation begünstigen und der Staat stärker als Auftraggeber für digitale Projekte auftritt. Strobl verweist auf Baden-Württembergs dichtes Hightech-Ökosystem. Thomas Strobl konterte auf die Aussage, dass der IBM-Standort in Ehningen der „wohl schönste IT-Campus Deutschlands“ sei: „Warum so bescheiden – das sei der schönste IT-Campus der Welt.“

Jeschke unterstreicht die Rolle von KI als Innovationsbeschleuniger und fordert, die gesamte Wertschöpfungskette moderner Technologien mitzudenken – von Algorithmen bis zum Chipdesign, wenn es um digitale Souveränität geht. Wendt verweist auf IBMs Beitrag mit offenen Systemen, intensiver Nutzung von Open Source und einem stark formalisierten Governance-Ansatz, der Kunden bei Compliance und Risikomanagement unterstützt.

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