Wortmann baut Cloud-Marktplatz auf

Hüllhorster Cloud statt AWS

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Mit großem Kraftakt zum Service Provider

Eine Cloud-Infrastruktur aufzubauen war für den Distributor freilich mit einem Kraftakt verbunden. Vor etwa vier Jahren hat Klein damit begonnen, ein Team aufzustellen und das Projekt zu planen. Aktuell gehören dem Cloud-Team knapp 40 Mitarbeiter an. Das Rechenzentrum hat in der jetzigen Ausbaustufe eine Kapazität von 5.000 physischen Servern.

Vieles von dem, was die Ostwestfalen für den Datacenter-Betrieb benötigen, haben sie selbst programmiert. Dazu gehört etwa der Workflow-Manager, mit dem sämtliche Prozesse gesteuert werden. „Wir sind wesentlich tiefer eingestiegen, als wir das anfangs wollten“, berichtet der Managing Director. Denn jeder zusätzliche Anbieter mache den Betrieb komplexer – auf Kosten der Flexibilität. „Wir konzentrieren uns daher auf einige Schlüsselpartner.“ So basiert die Infrastruktur auf Software von Microsoft wie dem Windows Server, System Center und dem Azure Pack. Bei Security-Lösungen setzt Wortmann auf den Hersteller ­Securepoint aus Lüneburg und bei Backup auf die Seagate-Tochter EVault. Hardware-Partner sind Intel und Western Digital.

Umstellung des Geschäftsmodells

Die Technik ist aber nur die eine Seite des Geschäfts mit der Cloud. Die Partner dazu zu befähigen und sie dabei zu begleiten, ist mindestens genauso wichtig. Eine Herausforderung für Fachhändler sieht Klein darin, dass sie ihr Geschäftsmodell von klassischen IT-Projekten auf den Vertrieb von Services mit vergleichsweise kleinen, aber wiederkehrenden Erlösen umstellen müssen. Aus Sicht des Experten gibt es zu dieser Transformation jedoch keine Alternative, weil auch Unternehmen aus dem Mittelstand zunehmend Cloud-Services nachfragen würden. Bei manchen Partnern beobachtet Klein allerdings eine zu geringe Bereitschaft, sich auf dieses Geschäft einzulassen. „Der Endkundenmarkt entwickelt sich beim Cloud Computing derzeit schneller als der Channel.“

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