Toms Wochentipp: Launch nicht ohne Kritik GPT-5 wird Standardmodell in ChatGPT

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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OpenAI stellt mit GPT-5 das neue Standardmodell für ChatGPT vor. Die manuelle Modellauswahl entfällt, stattdessen steuert ein internes Routing die passenden Varianten. CEO Sam Altman reagiert auf Kritik, kündigt Anpassungen an und verspricht höhere Stabilität sowie erweiterte Funktionen.

GPT-5 ersetzt die bisherigen GPT-Modelle mit verbesserter Präzision, geringeren Halluzinationsraten und höherer Geschwindigkeit.(Bild:  Joos - OpenAI)
GPT-5 ersetzt die bisherigen GPT-Modelle mit verbesserter Präzision, geringeren Halluzinationsraten und höherer Geschwindigkeit.
(Bild: Joos - OpenAI)

GPT-5 ersetzt in der ChatGPT-Oberfläche die bisherige Modellauswahl. Der Nutzer sieht nur noch GPT-5, das im Hintergrund selbst entscheidet, ob ein schnelles Antwortmodell oder die leistungsstärkere Thinking-Variante eingesetzt wird. Damit entfällt die manuelle Wahl zwischen einzelnen Modelltypen.

Auch die kostenlose Version erhält Zugriff, jedoch mit zehn Nachrichten pro fünf Stunden und nur einer Thinking-Anfrage pro Tag. Plus-, Pro- und Team-Abos heben die Limits deutlich an, Pro-Konten verfügen nahezu uneingeschränkt über GPT-5 Pro und GPT-5 Thinking. Es sollen aber Mini-Versionen dieser Modelle automatisch einspringen, wenn Limits erreicht sind.

Das Interface zeigt sich bei vielen Nutzern in einem gestrafften, farbigen Layout. Werkzeuge sind in ein zentrales Menü unterhalb des Eingabefelds gewandert, Chatblasenfarben lassen sich je nach Tarif anpassen. GPT-5 bietet vier voreingestellte Persönlichkeiten von sachlich-präzise bis sarkastisch oder warmherzig, wählbar über die Konfiguration.

Reaktionen auf Nutzerkritik

Sam Altman räumte ein, dass die Popularität bestimmter GPT-4o-Eigenschaften unterschätzt wurde. Viele Nutzer bewerten die relative Stärke von GPT-4o und GPT-5 unterschiedlich, weshalb GPT-4o inzwischen wieder auswählbar ist. Altman betonte, dass kein Modell allen gleich gut passe und kündigte langfristig mehr Möglichkeiten zur individuellen Steuerung an.

Kurzfristig liege der Schwerpunkt auf Stabilität und einer „wärmeren“ Ausrichtung des Modells. Er sprach zudem von einer gravierenden Kapazitätsherausforderung in der kommenden Woche, kündigte transparente Entscheidungen zu möglichen Kompromissen an und bestätigte, dass GPT-5 nun zu 100 Prozent bei allen Plus-, Pro-, Team- und Free-Nutzern aktiv ist.

Überarbeitete Modelllogik und Transparenz

Der intelligente Autoswitcher, der zwischen Antwort- und Denkmodell wechselt, wurde angepasst, nachdem ein Ausfall zeitweise zu deutlich schlechteren Antworten führte. Künftig soll klarer ersichtlich sein, welches Modell gerade antwortet.

In der Pro-Stufe kann GPT-5 mit einer breiten Palette an Diensten verknüpft werden, darunter Box, Canva, Dropbox, GitHub, Gmail, Google Calendar, Google Contacts, Google Drive, HubSpot, Linear, Notion, Outlook Email, Outlook Calendar, SharePoint und Microsoft Teams. Diese Anbindungen erweitern die Nutzung um direkten Zugriff auf Cloud-Speicher, Kollaborationstools und Unternehmensplattformen.

Technische Neuerungen und Funktionsplus

GPT-5 zeigt verbesserte Präzision, geringere Halluzinationsraten und höhere Geschwindigkeit. Das Thinking-Modell kann mehrstufige Gedankengänge ausführen, Formeln einbeziehen und externe Quellen kombinieren. Die Programmierung profitiert von „Vibecoding“, das die Erstellung funktionsfähiger Web-Apps aus natürlicher Sprache erleichtert. Sprachfunktionen wurden verfeinert, wodurch Dialoge natürlicher klingen und sich gezielt für Sprachtraining einsetzen lassen. Die Bildgenerierung liefert realistischere Ergebnisse mit weniger Artefakten.

GPT-4 bleibt vorübergehend verfügbar

Einige GPT-4-Modelle sind weiterhin über API oder Einstellungen erreichbar, werden jedoch schrittweise abgeschaltet. OpenAI beobachtet deren Nutzung, um den Zeitpunkt der endgültigen Entfernung festzulegen. Der Rollout von GPT-5 brachte eine Verdopplung des API-Traffics, Altman sprach von einem „massiven“ Infrastrukturwechsel, der holpriger verlief als geplant, kündigte jedoch schnelle Reaktionen auf Feedback an.

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