Genehmigung erteilt EU steckt 1,2 Milliarden Euro in IPCEI-CIS

Von Dr. Dietmar Müller 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Grünes Licht und viel Geld aus Brüssel für das Förderprojekt IPCEI-CIS, das Lösungen für das Management von Workloads in verteilten Cloud-Edge-Infrastrukturen entwickeln soll. In seinem Rahmen will der deutsche Provider Ionos auch den Betrieb von Rechenzentren energieeffizienter gestalten.

Thierry-Breton, EU-Binnenmarktkommissar, ist überzeugt, dass Europa mit IPCEI seinen Innovationsvorsprung bei Datenverarbeitungsdienstleistungen der nächsten Generation ausbauen werde.(Bild:  EU-Kommission)
Thierry-Breton, EU-Binnenmarktkommissar, ist überzeugt, dass Europa mit IPCEI seinen Innovationsvorsprung bei Datenverarbeitungsdienstleistungen der nächsten Generation ausbauen werde.
(Bild: EU-Kommission)

Die Europäische Kommission (EU) hat ein wichtiges Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse („IPCEI“) genehmigt: IPCEI Next Generation Cloud Infrastructure and Services wurde von den sieben Mitgliedstaaten Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Polen, Spanien und Ungarn gemeinsam angemeldet. Gemeinsam müssen sie nun auch bis zu 1,2 Milliarden Euro an öffentlichen Mitteln bereitstellen. Diese sollen idealerweise um 1,4 Milliarden Euro an privaten Investitionen ergänzt werden.

Ziel des IPCEI CIS ist die Entwicklung von Konzepten und ein erster industrieller Einsatz für Cloud- und Edge-Computing-Technologien. Der Projektzeitraum erstreckt sich über die Jahre 2023 bis 2026.

„Das heute genehmigte IPCEI ist von entscheidender Bedeutung für bahnbrechende Innovationen im Bereich Cloud- und Edge-Technologien, die die europäischen Anforderungen an Interoperabilität, Datenschutz, Nachhaltigkeit und Cybersicherheit erfüllen“, so EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton. „Es wird auch die Technologien und Lösungen bereitstellen, die wir benötigen, um unsere Ziele der Strategie für die digitale Dekade bis 2030 zu erreichen: Nutzung der Cloud-Technik durch 75 Prozent der Unternehmen in der EU und Einrichtung von mehr als 10.000 ortsnahen Großrechnern in ganz Europa. Mit diesem IPCEI wird Europa seinen Innovationsvorsprung bei Datenverarbeitungsdienstleistungen der nächsten Generation ausbauen.“

Ionos plant Lösungen für energieeffiziente Rechenzentren

Im Rahmen von IPCEI CIS sollen 19 Unternehmen – aus Deutschland u.a. die Telekom, SAP, Ionos und Siemens – innovative Vorhaben durchführen. Ionos zum Beispiel will Lösungen für einen energieeffizienten Betrieb von Rechenzentren erstellen. Allein die deutschen Rechenzentren hätten derzeit einen Energiebedarf von rund 18 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr, was etwa 0,55 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland entspreche.

Zur Umsetzung seines Teilprojektes will Ionos unter anderem Rechenzentren, Edge-Knoten und Mikro-Clouds konzipieren, die sich in der Nähe zu Energieversorgern und Nutzern von Cloud-Infrastrukturen errichten lassen. Das Teilprojekt hat ein Volumen von 16,9 Millionen Euro und wird mit 6,8 Millionen Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert.

Europäische Souveränität als Ziel

IPCEI-CIS war unter deutscher Ratspräsidentschaft ins Leben gerufen worden, es handelt sich um eines der zentralen „digitalpolitischen“ Projekte der EU. Die Mitgliedstaaten inklusive rund 150 Partner basteln an einem „nachhaltigen Multi-Provider Cloud-Edge Kontinuum für Europa“. Sein wichtigstes Merkmal soll sein, dass es keine Bindung an einen einzelnen Anbieter aufweist – zu denken ist hier natürlich an die drei Hyperscaler AWS, GCP und Microsoft Azure.

Zunächst gilt es, Lösungen für das Management von Workloads in verteilten Cloud-Edge-Infrastrukturen schaffen. Denn nur offene Designs sowie Workload- und Datenraumoptimierungen könnten Echtzeitanwendungen in der Cloud ermöglichen, die geringe Latenzzeiten und hohe Geschwindigkeiten voraussetzen. Geplant dafür ist, Daten und Anwendungen nah an den Edge-Standorten und damit nahe an den Endgeräten oder in der Cloud zu platzieren. So können Echtzeitdaten am Rand des Netzwerks schneller verarbeitet werden. Das Cloud-Edge Kontinuum ist – zusammengefasst – entscheidend für Anwendungen, bei denen niedrige Latenzzeiten und hohe Geschwindigkeiten erforderlich sind.

Das IPCEI-CIS soll außerdem die Nachhaltigkeitsziele der EU verfolgen. Es flankiert damit europäische Initiativen wie die europäische Datenstrategie, den digitalen Kompass 2030 und den europäischen Green Deal.

(ID:49833256)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu Cloud Computing

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung