Quantencomputer stellen im wahrsten Sinne des Wortes einen Quantensprung in der IT-Entwicklung dar. Wie stark werden sie die Zukunft der Anwendungsentwicklung prägen?
Dank Quantenüberlagerung und -verschränkung wird die Rechenkapazität mit ernsthaften Quantenrechnern förmlich explodieren.
In den vergangenen Monaten kam Bewegung in die Entwicklung von Quantencomputern. Entwickler und Unternehmen dürften sich die Frage stellen, wie sich das Voranschreiten auf die Programmierung niederschlägt. Da entsprechende Computer Rechenprozesse nicht nacheinander, sondern gleichzeitig angehen, können sie millionenfach schneller rechnen als herkömmliche Computer.
Ein Qubit entscheidet sich nicht zwischen 1 und 0, es befindet sich in einer Art Zwitterzustand. Dadurch können Quantencomputer Berechnungen in Minuten, Stunden oder zumindest Tagen berechnen, für die andere Computer, auch Supercomputer teilweise hunderttausende Jahre brauchen würden. Was das für kryptographische Schlüssel bedeutet, kann sich jeder selbst denken.
Das Start-up IQM Quantum Computers hat bereits angekündigt, in den kommenden Monaten einen ersten Quantencomputer für Kunden anzubieten. Die deutsche Bundesregierung unterstützt aktuell ein Quantencomputer-Projekt, das bis 2026 einen Quantencomputer mit 100 Qubits bereitstellen will.
Entwickeln mit Azure Quantum in der Microsoft-Cloud.
(Bild: Joos / Microsoft)
Das EU-Projekt OpenSuperQPlus ist das derzeit vielversprechendste Projekt in diesem Bereich. Mittelfristig sollen 500 Qubits erreicht werden. Auch IBM hat bereits einen Prototypen vorgestellt, der auf 433 Qubits kommt. Microsoft bietet mit Azure Quantum seit längerer Zeit die Möglichkeit, sich in die Entwicklung von Programmen für Quantencomputer einzuarbeiten.
Quantencomputer haben große Auswirkungen auf die Sicherheit von Anwendungen
Das hat Auswirkungen auf die Sicherheit, weil viele kryptografische Vorgänge mit Quantencomputern sehr schnell ausgehebelt werden können. Das sollten Entwickler natürlich zumindest in dieser Hinsicht berücksichtigen, dass sie Sicherheitsmodule, die anfällig für Quantencomputer sind, modular abkoppeln und durch modernere, sichere Module austauschen können.
Diese Maßnahme kann den Aufwand dafür, Anwendungen für Quantencomputer zu optimieren, deutlich reduzieren. Die Unternehmensberatung Boston Consulting Group schätzt den Markt für Quantencomputer-Software auf 850 Milliarden US-Dollar. Schließlich brauchen superschnelle Computer auch superschnelle Software, welche die Leistung umfänglich abrufen kann.
Neue Programmiersprachen und -bibliotheken: Q#
Mit dem Aufkommen von Quantencomputern sind auch spezialisierte Programmiersprachen und Bibliotheken entstanden. Einige dieser Sprachen, wie Q# von Microsoft und Qiskit von IBM, wurden speziell für Quantenanwendungen entwickelt. Die Einarbeitung in diese neuen Tools ist für Softwareentwickler, die in diesem Bereich arbeiten möchten, unerlässlich.
Veränderungen in der Algorithmik
Quantencomputer bieten völlig neue Algorithmen, die Probleme effizienter lösen können als ihre klassischen Gegenstücke. Bekannte Algorithmen wie Shors Algorithmus zur Faktorisierung von großen Zahlen und Grovers Suchalgorithmus demonstrieren das immense Potenzial von Quantencomputern. Softwareentwickler müssen sich mit diesen und anderen Quantenalgorithmen vertraut machen, um die Vorteile von Quantencomputern voll auszuschöpfen.
Die technischen Möglichkeiten, die Quantum Computing für Entwickler bietet, sind umfangreich und erweitern das Spektrum des Machbaren erheblich. Beginnend mit dem Konzept der Quantenüberlagerung können Qubits, anders als klassische Bits, in einem Zustand sein, der eine Kombination von 0 und 1 repräsentiert. Dies ermöglicht es, parallel an vielen Berechnungszweigen zu arbeiten, was die Tür zu exponentiell schnelleren Algorithmen öffnet.
Ein weiteres Phänomen ist die Quantenverschränkung. Sie erlaubt es Qubits, in einem Zustand zu sein, der von dem Zustand anderer Qubits abhängt, selbst über große Entfernungen hinweg. Diese Verschränkung kann in Algorithmen genutzt werden, um komplexe Verknüpfungen und Bedingungen zu repräsentieren. Zudem bietet das Quantengate-Set, das den Operationen in der Quantenwelt entspricht, Entwicklern eine Reihe neuer „Befehle“ und Manipulationstechniken, die in klassischen Maschinen nicht existieren.
All diese Möglichkeiten erfordern jedoch ein Umdenken in der Art und Weise, wie Programme konzipiert und implementiert werden, da die Prinzipien des Quantum Computing fundamental von denen der klassischen Informatik abweichen. Es geht nicht mehr nur darum, Anweisungen in sequentieller oder paralleler Reihenfolge auszuführen, sondern auch darum, den Zustand von Informationen in einem Quantenkontext zu verstehen und zu manipulieren.
Sicherheitsanforderungen im Zusammenhang mit Quantencomputern
Eines der meistdiskutierten Themen im Zusammenhang mit Quantum Computing ist die Sicherheit. Die Fähigkeit von Quantencomputern, klassische Verschlüsselungsmethoden zu brechen, stellt eine große Herausforderung für die aktuelle Softwareentwicklung dar. Es wird notwendig sein, neue, quantensichere Verschlüsselungsmethoden zu entwickeln und einzuführen.
Stand: 08.12.2025
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Integration mit klassischen Systemen
Trotz ihrer beeindruckenden Fähigkeiten werden Quantencomputer in absehbarer Zeit nicht klassische Computer ersetzen. Vielmehr werden sie als Ergänzung dienen, um bestimmte rechenintensive Aufgaben effizienter zu bearbeiten. Die Fähigkeit, Quanten- und klassische Systeme effektiv zu integrieren, wird ein kritischer Aspekt in der Softwareentwicklung sein.
Herausforderungen bei der Skalierung
Während die Grundlagen des Quantum Computing beeindruckend sind, stehen wir vor signifikanten Herausforderungen, insbesondere bei der Skalierung. Aktuelle Quantencomputer sind durch ihre Dekohärenz-Zeiten und Fehleranfälligkeit eingeschränkt. Softwareentwickler müssen nicht nur die Vorteile von Quantencomputern berücksichtigen, sondern auch deren aktuelle Grenzen kennen.
Quantum-Software-Debugging
Ein weiteres zu berücksichtigendes Element ist das Debugging im Quantum Computing. Aufgrund der Eigenheiten von Quantensystemen, wie Überlagerung und Verschränkung, unterscheidet sich das Debuggen eines Quantenprogramms erheblich von klassischen Methoden. Hierfür werden spezielle Werkzeuge und Techniken benötigt.
Quantum-Computing-Ausbildung
Die Bildung und Ausbildung von Softwareentwicklern wird sich ebenfalls anpassen müssen. Universitäten und Schulungsinstitutionen beginnen bereits, Kurse und Programme im Quantum Computing anzubieten. Für die nächste Generation von Entwicklern wird es entscheidend sein, sowohl in der klassischen als auch in der Quantenprogrammierung geschult zu sein.
Ökosystem und Zusammenarbeit
Mit dem Wachstum des Quantum Computing entwickelt sich auch ein neues Ökosystem von Start-ups, Forschungsinstituten und großen Tech-Firmen. Diese bieten Plattformen, Tools und Dienstleistungen an, die speziell für die Quantenentwicklung konzipiert sind. Eine aktive Zusammenarbeit und Gemeinschaftsbildung werden entscheidend sein, um die Entwicklungen im Quantum Computing voranzutreiben und zu standardisieren.
Ethik und Quantum Computing
Schließlich darf nicht vergessen werden, dass jede technologische Revolution ethische Fragen aufwirft. Die Fähigkeiten von Quantencomputern könnten in den falschen Händen missbraucht werden, sei es durch das Brechen von Verschlüsselungen, Marktdominanz oder unethisches Hacken. Hier liegt es in der Verantwortung von Entwicklern ethische Richtlinien und Best Practices für den verantwortungsbewussten Einsatz dieser Technologie zu entwickeln und zu befolgen. Während sich Quantum Computing noch in einem relativ jungen Stadium befindet, sind die Auswirkungen auf die Softwareentwicklung bereits deutlich spürbar.