Open-Source-Ansatz für fünf Arbeitspakete eco übernimmt Projektmanagement für GAIA-X Federation Services

Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Bis April dieses Jahres sollen die GAIA-X Federation Services spezifiziert sein. In fünf Arbeitspaketen geht es vor allem darum, die weitere Entwicklung des Gesamtökosystems zu unterstützen und die Interoperabilität zu gewährleisten.

Die „Federation Services“ sollen Infrastrukturanbietern im europäischen Ökosystem standardisierte Vernetzungen bieten, um zum Beispiel Services miteinander zu verknüpfen zu können.
Die „Federation Services“ sollen Infrastrukturanbietern im europäischen Ökosystem standardisierte Vernetzungen bieten, um zum Beispiel Services miteinander zu verknüpfen zu können.
(Bild: gemeinfrei© Michael Gaida / Pixabay )

Gemeinsam mit Partnern wird der eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. die GAIA-X Federation Services spezifizieren. Zu diesem Zweck hat er ein Project Management Office (PMO) eingerichtet und die fünf Arbeitspakete definiert. Das BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie) fördert das Projekt mit rund 13,5 Millionen Euro.

Andreas Weiss, Geschäftsbereichsleiter Digitale Geschäftsmodelle im eco Verband.
Andreas Weiss, Geschäftsbereichsleiter Digitale Geschäftsmodelle im eco Verband.
(Bild: eco)

„Mit dem Projektstart haben wir den Grundstein dafür gelegt, das Leistungsversprechen von GAIA-X einzulösen“, sagt Andreas Weiss, Geschäftsbereichsleiter Digitale Geschäftsmodelle im eco Verband. „Bei GAIA-X handelt es sich um ein föderatives Konzept. Dies schafft einen Raum für Selbstbestimmtheit, den wir in Deutschland und Europa sehr zu schätzen wissen.“

In diesem Sinne sollen auch die Dienste zum Föderieren (Federation Services) – also zur Verbindung dezentraler Ressourcen – innerhalb des GAIA-X Ökosystems als Open Source erstellt werden. Auf dieser Grundlage können sich Benutzergruppen auch als Teil von GAIA-X selbst organisieren, sofern sie mit den entsprechenden Regeln konform gehen.

Einheitlicher Daten- und Serviceraum

Im Zentrum der ersten Spezifikationsrunde bis zum Frühjahr 2021 stehen die fünf GAIA-X Kernservices Identity & Trust, Federated Catalogue, Sovereign Data Exchange, Compliance und Federation Services Integration & Portal. In den fünf Arbeitspaketen geht es vor allem darum, die weitere Entwicklung zu unterstützen und die Interoperabilität aller Gewerke zu gewährleisten. Das Projekt startet mit einer Phase zur Spezifizierung der Anforderungen mit dem Ziel, im April mit der Ausschreibung der einzelnen Gewerke zu starten.

Das angestrebte GAIA-X Regelwerk möchte umgesetzt Datenökosysteme und Infrastrukturökosysteme miteinander verknüpfen. Im Ergebnis entsteht ein föderiertes und interoperables Gesamtökosystem. Teilnehmer können Daten und Services souverän über sektorspezifische Datenräume hinweg nutzen. Alle Daten- und Service-Angebote sind transparent und die Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern, sogenannte Lock-in-Effekte, werden reduziert.

Innovatives Ökosystem für Daten und Services

„Die aktuelle Covid-19-Situation zeigt, dass stabile und resiliente digitale Infrastrukturen und Dienste von großer Bedeutung sind“, sagt Andreas Weiss. Für Anbieter im Infrastrukturökosystem bieten sich durch die standardisierte Vernetzung neue Möglichkeiten, innovative und maßgeschneiderte Angebote auf den Markt zu bringen. Sie können beispielsweise ihre Services miteinander verknüpfen, gemeinsam weiterentwickeln, ausbauen und skalieren.

Über GAIA-X

Das Ziel von GAIA-X ist die Konzeption einer föderierten Dateninfrastruktur mit Fokus auf Datensouveränität und Datenverfügbarkeit, basierend auf europäischen Standards und Werten, mit dem Ziel, Innovation in Europa zu fördern. In der GAIA-X Initiative haben sich in kürzester Zeit schon mehr als 300 Unternehmen und Organisationen mit über 500 Personen aktiv in die Gestaltung von GAIA-X eingebracht. Davon sind 75 Prozent der Privatwirtschaft zuzuordnen, wovon wiederum die Hälfte zum Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zählt.

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