Eigene Rechenleistung und Digitale Souveränität Dsit meldet 36 Prozent mehr Serverschrank-Verkäufe

Von Mihriban Dincel 2 min Lesedauer

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Über Serverschrank24.de wurden im Juli 2026 36 Prozent mehr Serverschränke verkauft als im Vorjahr. Anbieter Dsit wertet die Entwicklung als Hinweis auf Investitionen in eigene Rechenleistung. Unternehmen in Deutschland hinterfragen ihre Abhängigkeit von US-Anbietern.

Dsit meldet für Juli 2026 einen Anstieg der Serverschrank-Verkäufe über Serverschrank24.de um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr und sieht darin Hinweise auf Investitionen in eigene IT-Infrastruktur.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Dsit meldet für Juli 2026 einen Anstieg der Serverschrank-Verkäufe über Serverschrank24.de um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr und sieht darin Hinweise auf Investitionen in eigene IT-Infrastruktur.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Der Verkauf von Serverschränken über Serverschrank24.de ist im Juli 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 36 Prozent gestiegen. Das zeigen Verkaufszahlen von Dsit, das Serverschränke und Zubehör über 15 Onlineshops in Europa vertreibt.

Der Anbieter bringt die Entwicklung mit der zunehmenden Diskussion über die Abhängigkeit von US-Cloud-Diensten in Verbindung. Aus seiner Sicht zeigen Bestellungen, dass Unternehmen bereits eine Entscheidung für den Betrieb eigener Server getroffen haben.

„Einen Serverschrank kauft man nicht einfach so. Bei der Bestellung hat ein Unternehmen bereits entschieden, Server im eigenen Haus zu betreiben oder dorthin zurückzuholen. Was die Zahlen uns zeigen, ist der Schlusspunkt eines Entscheidungsprozesses, der oft schon Monate vorher beginnt“, sagt Nick van Duiven, Salesmanager bei Dsit.

Datenzugriff als Entscheidungskriterium

Bei der Wahl der Infrastruktur spielt laut Dsit zunehmend eine Rolle, wer auf Unternehmensdaten zugreifen kann. Ende April veröffentlichte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erstmals Kriterien, mit denen Unternehmen und Behörden die Unabhängigkeit eines Cloud-Dienstes untersuchen können. Dabei weist das BSI auf das Risiko hin, dass Anbieter dauerhaft Zugang zu Kundensystemen und -daten behalten.

In einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom bewerteten 85 Prozent der deutschen Unternehmen die Abhängigkeit von amerikanischen Cloud-Anbietern als zu groß.

Fast zwei Drittel der Cloud-Nutzer überdenken laut Bitkom wegen der Politik der US-Regierung ihren bisherigen Ansatz. Ein Jahr zuvor war es noch die Hälfte. Fast vier von zehn Unternehmen würden ihre Daten bevorzugt ausschließlich in Deutschland verarbeiten lassen – auch bei höheren Kosten oder geringerem Funktionsumfang. Im Vorjahr galt dies für gut ein Viertel.

Ausbau von Rechenkapazitäten in Deutschland und Europa

Auch auf politischer Ebene stehen zusätzliche Rechenkapazitäten auf der Agenda. Mit der Nationalen Rechenzentrumsstrategie will die deutsche Regierung die Datacenter-Kapazität bis 2030 mindestens verdoppeln. Das seit Juni in Behandlung befindliche Cloud- und AI-Entwicklungsgesetz soll die Rechenzentrumskapazität verdreifachen.

„Die Pläne von Berlin und Brüssel gehen um Kapazitäten in großem Umfang. Bei unseren Kunden sehen wir dieselbe Entwicklung im Kleinen: Unternehmen, die selbst entscheiden wollen, wo ihre Systeme betrieben werden“, sagt Van Duiven.

Was die Verkaufszahlen aussagen

Die Dsit-Analyse umfasst die Nettoverkäufe über Serverschrank24.de von Januar 2023 bis einschließlich Juli 2026, also einen Zeitraum von 43 Monaten. Gezählt wurden bestellte Stückzahlen abzüglich stornierter Bestellungen.

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