Isolierte Apps und ungenutzte Daten erschweren die Digitalisierung von Prozessen. Zudem bergen intransparente Programmierschnittstellen, kurz APIs, das Risiko von Datenschutz- und Compliance-Verletzungen. API-Management-Plattformen helfen dabei, den Überblick zu behalten.
Vielen Unternehmen fehlt der Überblick, welche APIs es gibt und wohin genau welche Daten mit welcher Kritikalität über diese Schnittstellen fließen.
(Bild: Murrstock - stock.adobe.com)
Es erinnert an die Anfangszeiten des Cloud Computing: Wenn in der IT oder in den Fachbereichen der Bedarf für eine Software aufkam, für die es im Unternehmen noch keine Lösung gab, buchte man das eben schnell in der Cloud. So entstand in kurzer Zeit ein kaum mehr kontrollierbares Wirrwarr an Lösungen, die unnötig Geld kosteten, in denen Daten isoliert waren und daher keinen Mehrwert erzeugen konnten.
Im Zuge dieser unkontrollierten Softwarenutzung entstand eine weitere intransparente Blase, für die sich zunächst kaum jemand wirklich interessierte – da es den meisten zu technisch war: Programmierschnittstellen, kurz APIs für Application Programming Interfaces. Derzeit soll es weltweit rund 200 Millionen APIs geben, die in Unternehmen für die Verbindung von unterschiedlichsten Anwendungen genutzt werden.
Im Schnitt kommen Unternehmen auf rund 600 APIs. Tendenz steigend, da durch das boomende Internet der Dinge die Zahl der vernetzten Geräte steigt und deren Daten verschiedenste Datenbanken im Unternehmen füttern sollen.
Fehlendes API-Management birgt Risiken
Diese API-Flut – so sehr jede einzelne Schnittstelle aus Business-Sicht Sinn machen mag – birgt mehrere Risiken und verhindert sogar durch fehlendes API-Management zusätzliches Geschäft. Das größte Problem ist die mangelnde Transparenz.
Die meisten Unternehmen können nicht nachvollziehen, welche APIs es zwischen welchen Anwendungen gibt und welche Daten mit welcher Kritikalität über diese Schnittstellen in welche Systeme fließen. Noch problematischer als das Wachstum ist also die breite Verteilung von APIs ohne definierte Standards, irgendwelche Governance oder den Blick auf Versionskontrolle und Sicherheitsanforderungen.
Halten sich die Risiken noch in Grenzen, wenn APIs nur als Brückenbauer unternehmensinterner Anwendungen dienen, steigt mit jeder unkontrollierten Schnittstelle zu externen Lösungen das Risiko um ein Vielfaches. Beispiel ChatGPT: Fachbereiche erkennen zunehmend, wie sie generative KI und IoT-Technologien nutzen können und bauen ohne Wissen der IT-Abteilung Schnittstellen zu solchen externen Systemen. Dann werden Datenschutz und Compliance relevant und es müsste eigentlich festgelegt werden, was diese APIs dürfen und was nicht.
Transparenz in den API-Dschungel bringen
Allein aus diesen Gründen müssen Unternehmen dringend Licht ins Dunkel des API-Dschungels bringen. Im ersten Schritt sollten sie daher mit einem API Maturity Assessment alle vorhandenen Schnittstellen erfassen und kategorisieren, um sie anschließend analysieren und verwalten zu können.
Schon aus Kostensicht kann Transparenz die nicht unerheblichen Ausgaben für möglicherweise mehrfach vorhandene, identische APIs deutlich verringern. Studien gehen davon aus, dass allein das Erstellen einer API im Durchschnitt mit 30.000 Euro zu Buche schlägt. Dazu kommt der Zeitaufwand für die Entwicklungsdauer, die Wochen oder sogar Monate in Anspruch nehmen kann.
Zunehmend schlägt der Fachkräftemangel auch bei den APIs zu. Besteht Intransparenz und verlässt ein API-Entwickler das Unternehmen, entsteht oftmals eine Know-how-Lücke. Gibt es keine oder nur stark veraltete Dokumentationen sind die Pflege oder die Weiterentwicklung der Schnittstellen aufwändig. Das kann so weit gehen, dass eine API neu entwickelt werden muss.
Unternehmen sollten sich deshalb (unter anderem) folgende Fragen stellen: Wie viele APIs werden derzeit verwendet? Wie viele wurden außer Dienst gestellt und nicht rechtzeitig entfernt? Gibt es doppelte APIs, wird jede API vollständig genutzt? Wenn diese Fragen schwer zu beantworten sind, wird die API-Verwaltung kritisch.
Schatten-APIs sind Security-Fallen
Keine Transparenz darüber, für welchen Zweck APIs entwickelt wurden und welche Systeme sie verbinden, bedeutet auch ein erhöhtes Security-Risiko. Dazu kommen die Schatten-APIs, die als ungemanagte „Schläfer“ Hackern als Einfallstor dienen können.
Dem „State of API Security Report Q1 2023 (PDF)“ von Salt zufolge, hatten 2022 zum Beispiel mehr als neun von zehn Umfrageteilnehmern Sicherheitsprobleme in Produktions-APIs. Fast ein Drittel musste feststellen, dass aufgrund von API-Sicherheitslücken sensible Daten preisgegeben wurden. Die Konsequenz: Die Hälfte der Umfrageteilnehmer diskutiert das Thema API-Sicherheit jetzt auf C-Level.
Stand: 08.12.2025
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Immerhin verlangt inzwischen mehr als ein Viertel der Führungskräfte, dass alle Projekte einer unternehmensweiten API-Integrationsstrategie folgen sollten. Dafür sollten Unternehmen nach einem API Maturity Assessment, das die vorhandenen APIs und deren Zweck transparent macht, im nächsten Schritt eine API-Strategie entwickeln. Diese legt unter anderem fest, nach welchen Kriterien Schnittstellen im Unternehmen entwickelt und implementiert werden dürfen.
API-Management-Plattform beschleunigt Projekte
Für die Umsetzung der Strategie ist eine API-Management-Plattform sinnvoll. Mit einem solchen Tool lassen sich APIs entwerfen, erstellen, verteilen, verwalten und analysieren. Eine API-Management-Plattform sorgt dafür, dass vor der Entwicklung einer neuen Schnittstelle zunächst geprüft wird, dass bei Bedarf einer API nicht immer wieder neu entwickelt wird, sondern auf wiederverwendbare APIs zurückgegriffen wird. Dies spart nicht nur Geld, sondern beschleunigt auch Projekte, da die Entwicklungszeit für eine neue API wegfällt.
Die Transparenz führt nebenbei dazu, dass sich mit APIs auch Umsätze erzielen lassen. Laut dem 2023 „State of the API Report“ von Postman sagten zwei Drittel der mehr als 40.000 befragten Entwickler und API-Fachleute, dass ihre APIs zusätzliche Einnahmen ermöglichten, bei 43 Prozent angeblich sogar mehr als ein Viertel der Unternehmenseinnahmen. Auch hier hilft eine API-Management-Plattform, mit der sich APIs als Produkt monetarisieren lassen. So manche Plattform bietet dafür beispielsweise Abrechnungs- und Messfunktionen und externe Dienste auf Abonnement-Basis.
Fazit
Unternehmen sollten das API-Thema schnell angehen und dafür auch einen API-Manager bestimmen, der die Einführung der Plattform vorantreibt und die API-Strategie unternehmensweit durchsetzt. Dies verbessert nicht nur die betriebliche Effizienz, sondern ermöglicht auch datengesteuerte Entscheidungen in Echtzeit. Denn APIs sind zunehmend wichtig, um ein nahtloses und hyperkonnektives digitales Ökosystem zu ermöglichen.
Nutzen der API-Verwaltung
Transparente Verwaltung
Die API-Verwaltungsplattform bietet ein zentrales Dashboard, mit dem Unternehmen ihr gesamtes API-Ökosystem visualisieren können, was zu größerer Transparenz und verbesserter Entscheidungsfindung führt.
Nahtlose Orchestrierung
APIs aus verschiedenen Quellen können einfach orchestriert werden, was eine vereinfachte Integration und eine bessere Ausrichtung auf die Unternehmensziele gewährleistet.
Überwachung in Echtzeit
Die API-Verwaltungsplattform ermöglicht die Überwachung der API-Leistung und -Nutzung in Echtzeit, so dass Unternehmen potenzielle Probleme rechtzeitig erkennen und beheben können.
Verbesserte Sicherheit
Die API-Verwaltungsplattform bietet mehrstufige Sicherheitskontrollen und umfassende Compliance-Standards, um die sichere Nutzung von APIs zu gewährleisten und sensible Daten zu schützen.
Effiziente API-Erkennung und -Wiederverwendung
Die meisten API-Plattformen bieten einen strukturierten API-Katalog, einen API-Marktplatz zur Erkennung und Wiederverwendung sowie eine API-Community, die Entwicklern hilft, miteinander zu kommunizieren, API-Probleme zu lösen und die Zusammenarbeit zwischen Teams zu erleichtern.
* Über den Autor Frank Arndt treibt das Thema API Management bei der Managementberatung Detecon voran und ist als Senior Manager mitverantwortlich für die Data Community. Vor dem Hintergrund, dass diese beiden Themenbereiche eng miteinander verwoben sind, bewegt er sich hiermit im Zentrum der Digitalisierung. Er verfügt über mehr als 35 Jahre Erfahrung in der Softwareentwicklung und IT-Beratung mit dem Schwerpunkt auf Daten und Schnittstellen, sowie Projekt- und Programm-Management.