Kommentar von MathWorks

Digitale Transformation – Versuch einer Roadmap

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Die digitale Transformation, die eigentlich dazu dient, komplexe Systeme einfacher zu machen, stellt Unternehmen vor große Aufgaben.
Die digitale Transformation, die eigentlich dazu dient, komplexe Systeme einfacher zu machen, stellt Unternehmen vor große Aufgaben. (Bild: chombosan)

Das Leitthema der diesjährigen Hannover Messe 2016 geht über das Schlagwort Industrie 4.0 weit hinaus. Die Messe will viel mehr den Weg in die Integrated Industry aufzeigen und Lösungen für die Digitalisierung von Fabriken und Energiesystemen vorstellen.

Aus dem Trend Industrie 4.0 ist mittlerweile Realität geworden. Vernetzte Anlagen kommen bereits heute in vielen Geschäftsbereichen erfolgreich zum Einsatz. Diese Entwicklung kommentiert Philipp Wallner, Industry Manager bei MathWorks, einem führenden Entwickler von Software für mathematische Berechnungen:

„Im Maschinenbau und in der Elektronikindustrie ist Industrie 4.0 bereits angekommen: Intelligente Maschinen, Roboter und Sensoren sowie die gesamte Automatisierungstechnik sind hier schon weit fortgeschritten. Weitere Anwendungsbereiche wie Predictive Maintenance, die kontinuierliche Optimierung der Produktionsprozesse anhand von gesammelten Daten oder die modellbasierte Entwicklung von Reglern und Maschinenabläufen sind in Branchen wie ‚Erneuerbare Energien‘ oder ‚Energy Storage‘ bereits seit einigen Jahren sehr erfolgreich im Einsatz. Die größten Herausforderungen stellen in diesen Bereichen die zunehmende Komplexität und der Umfang der Software dar.

Deshalb heißt „Digitale Transformation“ in der Industrie für Unternehmen zunächst einmal: immer mehr Software. Und dafür sind entsprechende Netzwerk- und Schnittstellenstandards und ein angemessenes Sicherheitsniveau der Informationstechnik wichtig. Hier hat sich die modellbasierte Entwicklung – die Modellbildung von Maschine und Funktionalität, die Simulation des Zusammenspiels und die anschließende automatische Generierung von SPS-Code – bewährt. Um diese Entwicklungsmethodik im Unternehmen zu verankern, benötigt man allerdings auch die richtigen Mitarbeiter, die richtigen Entwicklungsworkflows und die richtigen Tools.

Der Durchblick fehlt

Allgemein besteht das Problem oft darin, dass es im Unternehmen zu wenige IT-Fachkräfte gibt – seien es Software-Entwickler für die Bereitstellung gewünschter Funktionalitäten oder Datenanalysten zur Auswertung der gesammelten Daten und Optimierung der Prozesse. Entsprechende Werkzeuge und Programme, die es Ingenieuren ermöglichen, Daten zu analysieren, Parameter zu optimieren und komplexe Software automatisch zu generieren, schaffen hier Abhilfe. Für viele Unternehmen ist das Thema „Digitale Transformation“ jedoch noch viel zu wenig greifbar. Sie stehen vor einem Berg an Optionen und müssen sich erst darüber klar werden, welche zu ihrem Geschäftsbereich und zu ihrer Unternehmenskultur passen.

Fest steht: Die industrielle Produktion befindet sich mitten in einer großen Transformation. Was vor wenigen Jahren noch wie eine ferne Vision anmutete, ist mittlerweile durch vielfältige Angebote und Lösungen realisierbar und einsetzbar geworden. Es ist also zu erwarten, dass in wenigen Jahren die Vernetzung der Produktionsprozesse nötig sein wird, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Unternehmen müssen die Potenziale der Digitalisierung daher jetzt erkennen und voll ausschöpfen, um an der Digitalen Transformation teil zu haben.“

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