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Wohin entwickeln sich Open-Source-Datenbanken?

Die neue Position von MySQL 5.6

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Kompatibilität zu MySQL

Michael „Monty“ Widenius, Gründer des MySQL-Abkömmlings MariaDB.
Michael „Monty“ Widenius, Gründer des MySQL-Abkömmlings MariaDB.
(Bild: Widenius)
Damit ist der entscheidende Aspekt angesprochen. Monty Widenius schätzt, dass es weltweit 50 Millionen Business-Installationen von MySQL gibt. Da bleibt für ein alternatives Produkt, das vor wenigen Jahren als Fork gestartet wurde, keine andere Wahl, als über vollständige Kompatibilität hinaus neue Features zu bieten. Sicherzustellen, dass MariaDB ein „Drop-in Replacement“ für MySQL bleibt, ist nicht von ungefähr das oberste Ziel der Ende 2012 gegründeten MariaDB Foundation. Dieses Stiftungsmodell soll Open Source und Unabhängigkeit der Alternative bewahren.

Der hohe Rang dieser Werte widerspiegelt schlechte Erfahrungen mit Oracle, mit kapitalen Fehlern des Datenbankriesen: die alte MySQL-Mannschaft vergrault, Verbesserungen verzögert, Preise für Support drastisch erhöht. Darüber hinaus wurden Anwender auch noch dadurch verunsichert, dass neue Features wie Thread Pool, External Authentification und Enterprise Backup nicht mehr Open Source, sondern kostenpflichtige Extras sind. Eine weitere Verletzung von Open-Source-Regeln besteht darin, dass Oracle weder Bugs noch Test-Cases für ihre Behebung offenlegt. „Auch auf Ebene der Vorgehensweise versteht Oracle nicht viel von Open Source“, kritisiert SkySQL-Chef Patrik Sallner.

(Bild: MariaDB)
SkySQL, Gründungsmitglied der MariaDB Foundation, bietet Consulting, technischen Support sowie neuerdings auch Software für MySQL und für MariaDB an, hat also durchaus ein Interesse an der Vitalität des Oracle-Produkts. Wer sich mit SkySQL-CEO Sallner über künftige Anforderungen an beide Datenbanken unterhält, bekommt regelmäßig an erster Stelle „Open Source“ zu hören. Es folgen die Themen NoSQL, Cloud Computing, Analytics und Usability, die sich in „Features“ niederschlagen sollten.

Mehr als zweidimensionale Daten, die beispielsweise bei Videos anfallen, sind Auslöser des Hypes um NoSQL. MariaDB kommt der neuen Herausforderung auf einem Weg entgegen, den Oracle bei MySQL bisher nicht geht. Die junge Alternative arbeitet direkt mit der NoSQL-Engine Cassandra, einem Open-Source-Projekt der Apache Software Foundation, so zusammen, dass sich über diese abgelegte Daten direkt via MariaDB adressieren lassen. Dynamische Columns erleichtern die Integration einiger NoSQL-Datentypen und der Engine Cassandra.

Gleichwohl warnt Sallner Anwender, sich durch den Hype zur theoretischen Möglichkeit hinreißen zu lassen, auch zweidimensional strukturierte Informationen in NoSQL-Datenbanken abzulegen: „Für die meisten Daten bietet SQL unschlagbare Performance, sichere Transaktionen sowie die Vorteile der Standardisierung und der Admin-Erfahrung. Die Anwender sollten sich also sehr genau überlegen, was sie brauchen und beherrschen, bevor sie den Aufwand einer Migration in Kauf nehmen.“

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