Cybersicherheit, Cloud und KI dominieren die Investitionsagenda Deutsche Firmen erhöhen IT-Budgets, kämpfen aber mit Datenproblemen

Von Bernhard Lück 2 min Lesedauer

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Fast fünf von sechs Unternehmen in Deutschland planen, ihre IT-Ausgaben 2026 zu steigern – doch gleichzeitig wächst der Druck, den geschäftlichen Mehrwert dieser Investitionen messbar nachzuweisen. Das zeigt der aktuelle Technology Investments Management Report von Apptio.

Die IT-Investitionen in Deutschland steigen, führen aber auch zu höheren Erwartungen an messbare Mehrwerte.(Bild:  © InfiniteFlow – stock.adobe.com)
Die IT-Investitionen in Deutschland steigen, führen aber auch zu höheren Erwartungen an messbare Mehrwerte.
(Bild: © InfiniteFlow – stock.adobe.com)

Laut dem Bericht des IBM-Unternehmens Apptio wollen 82 Prozent der deutschen Unternehmen ihre IT-Budgets in diesem Jahr aufstocken. Die drei wichtigsten Investitionsschwerpunkte sind Cybersicherheit (56 %), Public Cloud (53 %) und künstliche Intelligenz (KI) bzw. Machine Learning (46 %). Damit folgt Deutschland weitgehend dem globalen Trend, legt aber beim Thema Public Cloud einen stärkeren Fokus als andere Märkte.

Gleichzeitig stehen diese Prioritäten unter erhöhtem Kostendruck: 54 Prozent der deutschen Führungskräfte äußern Bedenken hinsichtlich der Kosten für Cybersicherheit und Cloud-Dienste. Weniger ausgeprägt ist die Sorge um KI-Kosten – hier zeigen deutsche Entscheider mit 35 Prozent deutlich weniger Bedenken als ihre internationalen Kollegen (43 %).

KI-Finanzierung über Umschichtungen

Die Finanzierung von KI-Projekten erfolgt in Deutschland überwiegend durch interne Umverteilung: 74 Prozent der befragten Unternehmen planen, Mittel aus bestehenden Budgets umzuwidmen, anstatt neue Gelder zu beantragen. Nur 33 Prozent beabsichtigen, Effizienzgewinne durch KI wieder in neue KI-Initiativen zu reinvestieren – global liegt dieser Wert mit 45 Prozent deutlich höher.

Von IT-Investitionen insgesamt erwarten deutsche Unternehmen vor allem messbare operative und finanzielle Ergebnisse: Betriebseffizienz (93 %), Kostenreduzierung/-optimierung (92 %), Risikominderung (87 %) und Umsatzwachstum (84 %) werden als wichtigste erwartete Geschäftsergebnisse genannt.

Datenqualität als zentrales Vertrauensproblem

Während global vor allem Unsicherheit über den ROI das Vertrauen in Technologieinvestitionen schwächt, identifizieren deutsche Führungskräfte ein grundlegenderes Hindernis: mangelndes Vertrauen in ihre eigenen Daten. 47 Prozent der Befragten nennen Misstrauen gegenüber der Datenqualität als größtes Investitionshindernis, 40 Prozent berichten von anhaltenden Datensilos. Nur 40 Prozent geben ROI-Unsicherheit als wesentlichen Faktor an, verglichen mit 49 Prozent weltweit.

Fragmentierte und unzuverlässige Datenbasis erschwere es Unternehmen, Technologieausgaben intern zu rechtfertigen und Entscheidungsprozesse zu beschleunigen, heißt es im Bericht.

Selbstvertrauen vs. Kompetenz: ITFM und FinOps im Wandel

Im Bereich IT Financial Management (ITFM) klafft nach den Studienergebnissen eine auffällige Diskrepanz: Mehr als die Hälfte der ITFM-Fachleute in Deutschland (55 %) hält die eigenen Prognosen für hinreichend genau, doch nur 37 Prozent nutzen dafür spezialisierte ITFM-Tools. Die Mehrheit verlässt sich weiterhin auf ERP-Systeme oder Tabellenkalkulationen. Laut Bericht birgt dieses Missverhältnis das Risiko eines überschätzten Planungsvertrauens ohne entsprechende Validierungsgrundlage.

Auch im FinOps-Bereich bestehen Lücken: 62 Prozent der deutschen Führungskräfte stufen die FinOps-Reife ihres Unternehmens als „etabliert“ oder höher ein. Dennoch geben 91 Prozent an, dass ihre FinOps-Teams weiterhin auf manuelle Prozesse zur Ressourcenoptimierung angewiesen sind. Als wichtigste Ziele für 2026 nennen die Befragten verbesserte Prognosegenauigkeit (58 %) sowie höhere Kostentransparenz über Teams hinweg (52 %).

Methodik: Die zugrunde liegende Umfrage wurde im September 2025 online durchgeführt. Befragt wurden 1.510 Technologieentscheider ab Direktorenebene. Die Teilnehmenden stammten aus Unternehmen aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, den USA, Kanada, Australien, Singapur und Japan mit einem Jahresumsatz von mindestens 500 Millionen US-Dollar. 200 der befragten Technologieentscheider kamen aus Deutschland.

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