Experton Group über den Wandel von Software hin zu Services

Der Untergang der klassischen Software-Industrie 2012 – 2017

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Hohe Standardisierung

Der wahre Wandel steckt aber im Grad der Standardisierung. Hybride Modelle lassen noch einen gewissen Grad der Individualisierung zu, pure SaaS-Modelle sind dagegen extrem hoch standardisiert. Dieser Standardisierungsgrad hat nicht nur einen großen Einfluss auf die Preise beziehungsweise Kosten, sondern auch auf die „Wechselmöglichkeit“. Je weniger Anpassungen und Individualisierung, desto schneller kann der Service-Provider ausgetauscht werden.

Um die Erwartungen an dieser Stelle aber nicht zu hoch zu setzen: In den meisten Software-Disziplinen ist es ein langer Weg, von den heute vorherrschenden Eigenentwicklungen und der (vermeintlichen) Standardsoftware, bis zu einem wirklichen SaaS-Modell – und eine 100%ige Abdeckung ist für mittlere und große Unternehmen wahrscheinlich niemals erreichbar.

Weitere Herausforderungen

Für die Software-Anbieter bedeutet diese Entwicklung aber im Ergebnis eine deutliche Reduzierung der Margen, und es wird spannend sein, wie gerade die führenden Software-Unternehmen diesen Transformationsprozess durchlaufen. Hinzu kommen noch zwei weitere Herausforderungen: Die Markteintrittsbarrieren für neue Wettbewerber werden erheblich niedriger, und die Kundenlandschaft einiger Software-Anbieter wird sich deutlich vom Endkunden zum Service-Provider verschieben – mit negativem Einfluss auf die erzielbaren Preise.

Diese heute schon sichtbaren Entwicklungen werden also in den nächsten fünf bis zehn Jahren den Markt und die Anbieterlandschaft fundamental verändern. Es werden neue Wettbewerber hinzukommen, einige Software-Anbieter werden die Transformation schaffen und andere werden ausscheiden oder bedeutungslos werden. Zur letzten Gruppe werden insbesondere die Unternehmen gehören, die zu lange an dem „klassischen“ Software-Geschäftsmodell festhalten, um kurzfristige Gewinne zu maximieren.

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