Das cloudbasierte Service-Modell als Zukunft für die Nutzung von IT-Ressourcen

Der Mittelstand braucht Standards für die Cloud

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Die meisten sich entwickelnden Cloud-Standards für SMBs leiden unter zwei Hauptproblemen: Zum einen sind sie alle eng an die Bedürfnisse von enterprise-spezifischen Herausforderungen wie der Skalierung ausgerichtet. Zum anderen ist der Aufwand, sie in die bestehende Infrastruktur zu integrieren und auf alle Rechnern bereitzustellen, sehr hoch. Mit am weitesten verbreitet ist OpenStack, obwohl es weder standardkonform ist, noch sich einfach einrichten und managen lässt. Das macht die Lösung weniger interessant für SMBs, weil diese nicht über die notwendige Server-Infrastruktur und ausreichend IT-Fachkräfte verfügen.

Birger Steen, CEO von Parallels.
Birger Steen, CEO von Parallels.
(Bild: Parallels)
Um zu verstehen, welche Technologie sich am besten für den SMB-Bereich eignet, müssen wir zunächst verstehen, wie SMB eigentlich IT kaufen und nutzen. In der Praxis verfügen diese kleinen und mittleren mittelständischen Unternehmen nicht über ausgebildete IT-Fachkräfte. Sie sind vollständig abhängig von ihrem Hoster, dem Value-Added-Reseller, einem spezialisierten Cloud-Dienst-Anbieter oder einer Kombination aus diesen dreien, um Zugang zu Public-Cloud-Services und ihren Vorteilen zu haben.

Die unterschiedlichen Belange dieser drei Provider-Typen für SMBs variieren. Einige Webhoster haben ihr Produktportfolio bereits um eine Reihe an Cloud-Anwendungen und SMB-spezifische Dienste erweitert. Viele dieser Anbieter stellen ihren Kunden aber weiterhin nur die drei bis vier Standardlösungen für den Webauftritt zur Verfügung. VARs bieten klassischerweise keine Cloud-Applikationen an, während spezialisierte Cloud-Provider CRM-Tools anbieten.

Hoher Integrationsaufwand als Hindernis

Also auch wenn SMBs angeben, dass sie sich bis 2015 gerne mehr und mehr von der in-house-IT in die Cloud bewegen möchten: Zeitaufwändige und kostspielige, kundenspezifische Integrationen sowie die unglaubliche Vielzahl verfügbarer Applikationen halten die SMB-fokussierten Service Provider davon ab, die Nachfrage des Marktes zu bedienen. In den meisten Fällen beinhaltet der „App-Marktplatz“ dieser Provider komplementäre Dienstleistungen, die nicht integriert sind und sich in Konfiguration und Aktivierung nur bedingt für Up-selling und Cross-selling eignen.

Hinzu kommt, dass viele dieser Dienste ihre eigenen Sicherheitsprotokolle mitbringen, das erschwert dem Endkunden, sich gleichzeitig in mehrere Services einzuloggen. Kurzum, wo SMB ein einfaches, nahtloses Nutzererlebnis erwarten und benötigen, erhalten sie beschränkte und undefinierte Lösungen.

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