KI, Stromverbrauch und die Frage nach Nachhaltigkeit Datenexplosion: Studie zeigt das Kosten-Umwelt-Dilemma auf

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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165 Prozent mehr Stromverbrauch bis 2030. Vor allem künstliche Intelligenz beschleunigt den Energiehunger der Rechenzentren. Eine Studie von Seagate zeigt, warum ein Umdenken in der Infrastruktur jetzt nötig ist.

Der Studienbericht von Seagate zeigt auf, worauf es tatsächlich in Zeiten der Datenexplosion ankommt.(Bild:  SeiryuFujin - stock.adobe.com)
Der Studienbericht von Seagate zeigt auf, worauf es tatsächlich in Zeiten der Datenexplosion ankommt.
(Bild: SeiryuFujin - stock.adobe.com)

Seagate Technology Holdings legt mit der globalen Studie „Decarbonizing Data“ dar, dass Rechenzentren nicht länger punktuelle Öko-Maßnahmen fahren dürfen, sondern einen umfassenden Nachhaltigkeitsansatz brauchen. Vor dem Hintergrund der rasant wachsenden KI-Workloads prognostiziert Goldman Sachs Research in dem Report „ AI to drive 165 % increase in data center power demand by 2030“ einen Anstieg des weltweiten Rechenzentrums-Strombedarfs bis 2030 um bis zu 165 Prozent gegenüber 2023. Gleichzeitig nennen 63,3 Prozent der befragten Data-Center-Verantwortlichen den Energieverbrauch als ihre größte Sorge.

Datenexplosion und Kosten-Umwelt-Dilemma

  • KI-getriebene Speichernachfrage: 96,7 Prozent sehen steigenden Bedarf an Datenspeicherung durch KI. Es wird erwarten, dass dieser Trend anhält.
  • Umwelt und TCO: Ebenfalls 96,7 Prozent sorgen sich um Klimafolgen, doch Nachhaltigkeit spiele bei Kaufentscheidungen keine Rolle.
  • Barrieren für Green IT: Platzmangel (56,7 %), hohe Beschaffungskosten (23,3 %) und Zweifel an der Zuverlässigkeit erneuerbarer Energien (23,3 %) bremsen grüne Rechenzentren.
  • Lebenszyklus-Widerspruch: Zwar halten 96,6 Prozent die Verlängerung von Hardware-Zyklen für wichtig, doch nur 13,3 Prozent gewichten dies beim Einkauf.

Das sind laut Studienbericht die drei Säulen für „Decarbonizing Data“

  • 1. Technologische Innovation: Energieeffiziente Kühlverfahren (Flüssig-, Eintauchkühlung, HVAC) und Nutzung der Fläche. Die HAMR-basierte Mozaic 3+-Laufwerke. (HAMR: Heat-assisted Magnetic Recording; auf Deutsch: Wärme-unterstützte Magnetaufzeichnung) können laut Anbieter auf einer gleichen Fläche bis zu dreifacher Kapazität bei 70 Prozent weniger CO2-Fußabdruck und 25 Prozent geringeren Kosten pro Terabyte (TB) bieten.
  • 2. Lebenszyklus und Kreislaufwirtschaft: Wiederaufbereitung, -verwendung und Transparenz via Echtzeit-Monitoring verlängern Gerätezyklen und minimieren Elektroschrott.
  • 3. Geteilte Verantwortung: Durch eine branchenweite Zusammenarbeit – von Anbietern über Zulieferer bis Cloud-Provider – können die Emissionen bedeutend gesenkt werden.

Jason Feist, SVP Cloud Marketing bei Seagate, sagte: „Nachhaltigkeit kann nicht isoliert betrachtet werden. Ein ganzheitlicher Ansatz, der Infrastruktur, Lebenszyklusmanagement und eine branchenweite Verantwortung umfasst, kann sicherstellen, dass das Wachstum von KI und den Rechenzentren nicht auf Kosten der Umwelt geht.“

Unternehmen stehen bei Kapazitätserweiterungen vor drei Wegen: Effizienzsteigerung, Standortausbau oder Cloud-Verlagerung. Mit der Seagate-Studie soll belegt werden, dass sich TCO und Öko-Ziele vereinen lassen, wenn Investitionen in Infrastruktur, Raumnutzung und Rohstoffe ganzheitlich geplant werden.

Zur Studie
Der Bericht „Decarbonizing Data“ von Seagate Technology stützt sich auf eine weltweite Studie, die von der Forschungsfirma Dynata durchgeführt wurde. Die Umfragen hat das Beratungsunternehmen Current Global organisiert. Dabei wurden Fachleute aus dem Bereich Datenspeicherung und Infrastruktur befragt. Sowohl in Einzelinterviews als auch über eine Online-Umfrage. An dieser Umfrage haben 330 Rechenzentrums-Expertinnen und -Experten aus 11 Ländern teilgenommen, unter anderem aus Australien, Deutschland, China, den USA und Großbritannien.

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